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Verfassungsschutz-Programm Früherer NPD-Stratege Andreas Molau steigt aus

Der frühere rechtsextreme Stratege Andreas Molau hat sich an das Aussteigerprogramm des Verfassungsschutzes gewandt. Der Mann gilt als prominentester Aussteiger aus der rechten Szene.

© dapd Andreas Molau

Ein führender frühere Stratege der NPD und anderer rechtsextremer Gruppierungen, Andreas Molau, hat sich vom Rechtsextremismus abgewandt. Der niedersächsische Landesverfassungsschutz bestätigte der F.A.Z., dass Molau sich an das Aussteigerprogramm des Verfassungsschutzes gewandt hatte und seit längerem in intensiven Gesprächen mit der Behörde stehe. Ein „vergleichbar prominenter und bedeutender Ausstieg“ sei dem Verfassungsschutz nicht in Erinnerung, sagte dessen Sprecherin Maren Brandenburger. Sie äußerte, Molaus Entwicklung werde auch von anderen Rechtsextremisten aufmerksam beobachtet, weil sie ein Signal sein könne für andere Ausstiegswillige.

Molau hatte die Mitarbeiter des Aussteigerprogramms des Verfassungsschutzes, „Neustart“, um Rat gefragt, wie er seinen Ausstieg glaubhaft gestalten könne. Der Verfassungsschutz in Hannover bestätigte anders als üblich Molaus Ausstiegswunsch, da dieser selbst an die Öffentlichkeit gegangen sei. Unklar ist, ob Molau dem Verfassungsschutz berichten wird über interne Abläufe in der NPD, deren Bundesvorstand er vom Jahr 2005 an gut drei Jahre lang angehört hatte, und ob das Auswirkungen haben könnte auf ein mögliches abermaliges NDP-Verbotsverfahren. Der Verfassungsschutz hat ihn dazu nicht von sich aus befragt.

Rückkehr „in Etappen“

Molau war lange Zeit in den verschiedensten Gruppierungen des Rechtsextremismus eingebunden gewesen. Es gab in den vergangenen zwei Jahrzehnten kaum einen führenden Kopf der Rechten, mit dem er nicht im Kontakt war, vor allem in der „Neuen Rechten“, als deren rhetorisch begabter Hoffnungsträger er galt. Molau arbeitete indes auch mit neonazistischen Kameradschaften zusammen.

Der Publizist und einstige Waldorf-Lehrer Molau war zudem Herausgeber und Redakteur vieler Zeitungen und Zeitschriften im rechtsextremen Spektrum, auch stellvertretender Chefredakteur der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ und Vorsitzender der „Gesellschaft für freie Publizistik“. Zuvor hatte er für die Zeitung „Junge Freiheit“ geschrieben. Der aus einer unpolitischen Familie stammende Molau verfolgte das Ziel, auch bürgerliche Schichten ansprechen wollte. Er war im Bundesvorstand der NPD zuständig für das Thema Bildung und bei der niedersächsischen Landtagswahl 2008 Spitzenkandidat der Partei.

Sein Rückzug aus den Parteien der Rechten erfolgte in mehreren Schritten. Seine Ämter im NPD-Vorstand legte Molau Ende 2008 nieder, nachdem es in der Partei einen Streit um die angebliche Veruntreuung von Geldern durch den ehemaligen NPD-Schatzmeister gegeben hatte. 2009 hatten zwei Landesverbände, deren Landtagsfraktionen in Dresden und Schwerin er beriet, ihn als Bundesvorsitzenden vorgeschlagen. 2010, mittlerweile war er zur ebenso rechtsextremen Deutschen Volksunion (DVU) auch als deren Pressesprecher gewechselt, legte er seinen Sitz im Kreistag des Landkreises Wolfenbüttel nieder mit der Begründung, die DVU habe sich an die NPD angenähert. Zuletzt war er zwei Jahre lang Berater und Beisitzer im Parteivorstand von „Pro NRW“. Im Juni gab der 44 Jahre alte ehemalige Waldorf-Lehrer auch diese Parteibücher zurück und kündigte seine Arbeitsverträge.

Molau hatte zu Wochenbeginn angegeben, er habe im Beruf wie auch in seinem privaten Lebensumfeld eine klare Trennung vollzogen. Es müsse einen Weg zum Ausstieg und zur Rückkehr in die Gesellschaft geben, „wenn auch in Etappen“.

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Quelle: F.A.Z.

 
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