http://www.faz.net/-gpf-756ig
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.12.2012, 12:07 Uhr

Van Rompuy dankt Altkanzler Kohl erhält Kopie des Friedensnobelpreises

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl eine Kopie des an die EU verliehenen Friedensnobelpreises überbracht. Kohl habe „eine Schlüsselrolle bei der Wahrung eines dauerhaften Friedens in Europa gespielt“.

© dapd EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy übergibt dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl eine Kopie der Friedensnobelpreis-Auszeichnung für die Europäische Union: „Europa ist unsere Heimat, unsere Gegenwart und unsere Zukunft“

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat Helmut Kohl eine Kopie des an die Europäische Union verliehenen Friedensnobelpreises überbracht. Wie das Büro des früheren Bundeskanzlers mitteilte, habe van Rompuy Kohl am Dienstag privat in Ludwigshafen besucht.

Der Belgier schrieb in einer Erklärung,  er habe ihm dafür gedankt, dass er nach den Ereignissen von 1989 eine Schlüsselrolle bei der Wahrung eines dauerhaften Friedens in Europa gespielt habe. „Was Bundeskanzler Kohl in seiner Generation auszeichnet, ist sein entschlossenes Handeln zum alles entscheidenden Zeitpunkt der europäischen Nachkriegsgeschichte: Nach dem Mauerfall übernahm er die politische Verantwortung für die Wiedervereinigung Deutschlands und für die europäische Einigung.“

Van Rompuy berichtete, er habe mit dem 82 Jahre alten Kohl über die Lage in Europa gesprochen „Wir haben beide unsere Zuversicht zum Ausdruck gebracht, dass Europa wieder einmal gestärkt und vereint aus der Krise hervorgehen wird“. Van Rompuy wurde vom CDU-Abgeordneten Elmar Brok begleitet.

Die „Bild“-Zeitung berichtet Kohl habe erwidert: „Wir haben bereits ein großes Ziel erreicht. Auf diesem Weg müssen wir weiter vorangehen. Denn Europa ist unsere Heimat, unsere Gegenwart und unsere Zukunft.“

Am 10. Dezember war der Europäischen Union der Friedensnobelpreis für sechs Jahrzehnte erfolgreicher Aussöhnungspolitik verliehen worden. Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatten in ihrer Dankesrede in Oslo an die symbolische Geste Kohls und des französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand erinnert, die Hand in Hand in Verdun gestanden hatten. Kohl galt selbst in der Vergangenheit mehrfach als Kandidat für den Friedensnobelpreis.

Mehr zum Thema

Van Rompuy setzt laut Nachrichtenagentur Belga seine Besuche bei „Gründervätern“ der Union fort. Am Mittwoch stand eine Visite beim früheren belgischen Premier Leo Tindemans an, der von 1974 bis 1978 sein Land regierte und 1975 einen wichtigen Bericht für die politische Union Europas verfasste.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hermann-Kesten-Preis Auszeichnung für Can Dündar und Erdem Gül

Mutige Kämpfer für die Meinungsfreiheit: Den türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül wird der Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums verliehen. Mehr

28.07.2016, 16:06 Uhr | Feuilleton
Video-Filmkritik Pets

Nach den Minions kommen nun die Pets. Im neuesten Animationsabenteuer der Illumination Studios geht es um das geheime Leben unserer Haustiere - ohne Tiefgang, aber mit Witz und Action. Mehr

27.07.2016, 17:05 Uhr | Feuilleton
Sydney Robbe verirrt sich auf Friedhofstoilette

Einen ungewöhnlichen Fund machte eine Australierin auf einem Friedhofs-WC in Sydney. Eine Robbe hatte sich einen ruhigen Platz gesucht, um ein Schläfchen zu halten. Mehr

27.07.2016, 17:39 Uhr | Gesellschaft
Spätzleherstellung Für Knöpfle: Das Sieb

Frische Spätzle sind schnell gemacht – mit dem richtigen Werkzeug. Wir haben den Teig mit vier Methoden zubereitet. Es schmeckt. Mehr

27.07.2016, 08:49 Uhr | Technik-Motor
Nach Ultimatum an Polen Kaczynski fühlt sich von EU-Kommission belustigt

Die EU-Kommission droht Polen mit Konsequenzen, weil das Land sein Verfassungsgericht entmachtet hat. Der Chef der Regierungspartei, Jaroslaw Kaczynski, nimmt das nicht ernst. Auch für Angela Merkel findet er kritische Worte. Mehr

28.07.2016, 04:38 Uhr | Politik

Den Terror heroisieren?

Von Reinhard Müller

Die Medien müssen darüber informieren, wie sich die Terroristen sehen. Ihre Bildersprache und Selbststilisierung muss deshalb niemand übernehmen. Mehr 9 17