http://www.faz.net/-gpf-8ya94

Urheberrecht : Wie soll sich Journalismus dann noch rechnen?

Bundespräsident Steinmeier macht gegen „Fake News“ mobil – und macht sich für den professionellen Journalismus stark. Aber wie soll der sich unter dem geplanten neuen Urheberrecht noch finanzieren?

          Wer wollte da nicht applaudieren? Bundespräsident Steinmeier hat auf dem Kirchentag gegen „Fake News“ mobil gemacht – und eine Lanze für den professionellen Journalismus gebrochen. Es brauche weiter Medien, bei denen nicht die Quote oder die Klickzahlen im Internet zählten, sondern in denen Neugier und journalistische Qualität an erster Stelle stünden.

          Doch freie Medien müssen irgendwie überleben. Das ist nur in einem fairen Wettbewerb möglich. Doch dafür fehlt der großen Koalition der Sinn. Es ist leicht, sich lautstark für die Pressefreiheit auf der ganzen Welt einzusetzen. Schwieriger ist es, hierzulande schleichende Erosionen am Rechtsstaat zu erkennen – und zu bekämpfen.

          Ein neuer Gesetzentwurf soll es Bibliotheken erlauben, Beiträge aus Zeitungen zu vervielfältigen und über das Internet öffentlich zugänglich zu machen. Das wäre ein massiver Eingriff in das Grundrecht auf Eigentum sowie in einen funktionierenden Markt. Wie soll sich eigentlich der vom Bundespräsidenten geforderte Qualitätsjournalismus finanzieren?

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Folgen:

          Weitere Themen

          „Feststellen, was Sache ist“ Video-Seite öffnen

          Trump über Rosenstein : „Feststellen, was Sache ist“

          Meldungen über Rosensteins angeblichen Rücktritt sorgten für Aufregung in den Medien und an der Börse. Eine Nachrichten-Website berichtete, Rosenstein habe seinem Rausschmiss durch Trump zuvorkommen wollen. Nun will dieser mit ihm sprechen.

          „Wir haben den Opfern zu wenig zugehört“

          Marx zu Missbrauchsstudie : „Wir haben den Opfern zu wenig zugehört“

          Reinhard Kardinal Marx hat am Dienstag eine Studie zum sexuellen Missbrauch von Kindern durch Vertreter der katholischen Kirche vorgestellt – und um Entschuldigung gebeten. Er sprach von einem „wichtigen Tag für die Geschichte der Kirche in Deutschland“.

          Merkel: EU schützt Deutschland Video-Seite öffnen

          Handelsstreit : Merkel: EU schützt Deutschland

          Deutschland könne froh sein, nicht alleine in den Fokus von Diskussionen zwischen den USA und Deutschland zu geraten, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Wirtschaftsvertretern in Berlin.

          Topmeldungen

          Umstrittene Gründung : Der Mann hinter den „Juden in der AfD“

          In wenigen Tagen wird sich in Offenbach die Gruppe „Juden in der AfD“ gründen. Ein Russlanddeutscher aus Wiesbaden ist Initiator. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Offenbach nennt den Plan „aberwitzig“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.