http://www.faz.net/-gpf-8ya94

Urheberrecht : Wie soll sich Journalismus dann noch rechnen?

Bundespräsident Steinmeier macht gegen „Fake News“ mobil – und macht sich für den professionellen Journalismus stark. Aber wie soll der sich unter dem geplanten neuen Urheberrecht noch finanzieren?

          Wer wollte da nicht applaudieren? Bundespräsident Steinmeier hat auf dem Kirchentag gegen „Fake News“ mobil gemacht – und eine Lanze für den professionellen Journalismus gebrochen. Es brauche weiter Medien, bei denen nicht die Quote oder die Klickzahlen im Internet zählten, sondern in denen Neugier und journalistische Qualität an erster Stelle stünden.

          Doch freie Medien müssen irgendwie überleben. Das ist nur in einem fairen Wettbewerb möglich. Doch dafür fehlt der großen Koalition der Sinn. Es ist leicht, sich lautstark für die Pressefreiheit auf der ganzen Welt einzusetzen. Schwieriger ist es, hierzulande schleichende Erosionen am Rechtsstaat zu erkennen – und zu bekämpfen.

          Ein neuer Gesetzentwurf soll es Bibliotheken erlauben, Beiträge aus Zeitungen zu vervielfältigen und über das Internet öffentlich zugänglich zu machen. Das wäre ein massiver Eingriff in das Grundrecht auf Eigentum sowie in einen funktionierenden Markt. Wie soll sich eigentlich der vom Bundespräsidenten geforderte Qualitätsjournalismus finanzieren?

          Reinhard Müller

          In der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“ und für „Staat und Recht“.

          Folgen:

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Merkel vor vierter Amtszeit : Die ewige Kanzlerin

          An diesem Sonntag wird Angela Merkel aller Voraussicht nach für ihre vierte Legislaturperiode gewählt. Und spätestens am Montag beginnt die Nachfolgedebatte und die CDU hat ein Problem.
          Stürmische Zeiten: Theresa May muss in Florenz versuchen, ihre Partei und die EU zufrieden zu stellen.

          Brexit-Rede : Theresa Mays italienischer Spagat

          Die britische Premierministerin Theresa May will in einer Rede in Florenz ihre Brexit-Politik erklären. Darin muss sie sowohl die EU als auch ihre Basis zufriedenstellen, um die Partei zu beruhigen.

          Bundestagswahl : Russland rechnet mit Merkel

          In Moskau wird über die Bundestagswahl in viel milderem Ton gesprochen, als über die Präsidentenwahlen in Amerika und Frankreich. Man will Berlin schließlich wieder als Partner gewinnen.
          Will aufrüsten: Irans Präsident Ruhani

          Streit um Atomabkommen : Iran droht Aufrüstung an

          Iran werde niemanden um Erlaubnis bitten, wenn es um seine Verteidigung gehe, sagt Präsident Rohani. Die Ankündigung wirkt wie Öl ins Feuer inmitten eines aufgeflammten Streits um das Atomabkommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.