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Urheberrecht Die Grenzen des Privatkopierens

 ·  Alle Parteien machen sich Gedanken über den Schutz der Urheberrechte im Netz und über Bezahlmodelle. Die Piraten auch: mit einem wirren Online-Dialog.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (11)

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Otto Meier

Letztlich eine unergiebige Diskussion.

Nichts, das sich im Netz befindet, kann wirklich geschützt werden. Diesbezüglich erübrigt sich jede Diskussion, da kein Urheberrecht der Welt daran etwas ändern kann.

Früher wurde vom Radio aufgenommen und unter Freunden kopiert. Heute geschieht letztlich nichts anderes, zwar in größerem Umfang, aber das Prinzip ist dasselbe. Wo also liegt das Problem? Sind Urheber und Verwerter wirklich der Meinung, ihre Umsätze würden signifikant steigen, wenn es einen funktionierenden Schutz gäbe? Das kann ich mir nicht vorstellen.

Heute kopiert jeder mehr oder weniger wahllos alles, was ihm vor den PC kommt. Das aber würde sich schlagartig ändern, müßte er das auch alles bezahlen. Und so bleibt für mich eigentlich nur die Frage, ob durch das Kopieren denn überhaupt ein Schaden vorliegt. Ich denke, so manche heute gekaufte CD oder DVD wäre nie gekauft worden, hätte sich der Kopierer nicht kostenlos "informieren" können.

Zumindest für die Musik- und Filmindustrie könnte der Schuß auch nach hinten

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Joachim Bühler
Joachim Bühler (Joabul) - 05.06.2012 14:49 Uhr

Endlich ein "gerechter Ausgleich der Interessen..."?

Ich stolpere immer schon gleich über diesen einen Satz. Er hört sich an, als stünden sich zwei gesellschaftliche Gruppen existenziell auf Augenhöhe gegenüber: Auf der einen Seite das Heer der Benachteiligten, denen offensichtlich seit langer Zeit schon das auszugleichende Unrecht widerfährt, die bedroht sind, und denen die Politik nun endlich per Gesetzesänderung zu ihrem verdienten Recht verhelfen soll und auf der anderen Seite die Privilegierten, die sich im Schatten der Öffentlichkeit ein rechtlich sanktioniertes Verdienstmodell eingerichtet haben, das ihnen eine anstrengungslose Existenz auf Kosten der ersteren sichert - zum Schaden der Gesellschaft. Nur, ist das nicht alles Fiktion? Einen ernstzunehmenden Interessenskampf kann es doch nur da geben, wo für ALLE Beteiligten gleichwertig etwas auf dem Spiel steht. Bei Tarifverhandlungen z.B., zwischen Lärmopfern und Flughafenbetreibern z.B. - aber hier?

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Jochen Schlienz

Ob unsere politischen Helden

sich auch, innerhalb dieser Diskussion, Gedanken machen, ob es rechtmäßig ist, gestohlene, meist durch Industriespionage erhaltene Datensätze, zu kaufen. Passt zwar nicht ganz zum Thema - aber ein bisschen schon!

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Ulrich Baare
Ulrich Baare (Zagreus) - 05.06.2012 10:34 Uhr

Lächerlich

- Wir haben staatl. Künstlerförderung (Künstler als auch einzelne projekte wie Filme)
- Wir zahlen für viele Speicher- & Kopiermedien eine Pauschale, wie z. b. für jeden USB-Stick, die sogar demnächst trastisch erhöht werden soll.
- Künstler als auch Verlage haben durch diverse Regelungen wie spezielle Kassen, Preisbindungen etc... diverse Vorteile.
- Diverse Schutzmaßnahmen an (künstlerischen) Produkten geht weit über 'normale' Maßen hinaus wie z. b. Urheberschutz, der weit über die lebensspanne des künstlers noch gilt.

Hinzu kommt noch die Frage, wer denn hier eigentlich geschützt wird: der Künstler selbst oder die 'Rechtefirmen' (Verlag und GEMA), die vor allem am 'Geld' in diesen branchen providieren (den viele Künstler werden meist mit ziemlich wenig abgespeist und dürfen dafür so gut wie alle Rechte an ihren Produkten abgeben).

Und nun soll jede Kopie, jeder Austausch derartig hart und restriktiv gehandhabt werden, obwohl die Öffentlichkeit derartig viel schon subventioniert?

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Heiko Schmidt

Eigentumm muß geschützt sein.

Jeder Eigentümer seiner Sache sollte doch bitteschön SELBER entscheiden, was immer er mit seiner Sache machen will und was nicht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, alles andere wäre eine Art Enteignung der Besitzer.
Wie dumm ist denn eine Gesellschaft, die es gestattet, das Diebe an die Beklauten Forderungen stellen darf?

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Heiko Schmidt

Piraten erzählen Unsinn

Wieso muß ein Eigentümer mit anderen Menschen über sein Eigentum sprechen ?
Was geht andere Leute fremdes Eigentum überhaupt an?
Was ist denn das für eine idiotische und unreife Ideologie, anderen Menschen was wegzunehmen, nur weil es techisch sehr leicht geht?
Die Künstler oder Hersteller einer Sache müssen doch bitteschön SELBER und ALLEINE entscheiden was sie mit ihrem Eigentum machen können. Da gibt es nichts zu "verhandeln".

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 14:26 Uhr
Alexander Stollenwerk

Das ist ein bißchen komplizierter...

... als es von Ihnen dargestellt wird.

Geistiges Eigentum kann man zum einen nicht mit Sachgütern vergleichen. Zum anderen denken Sie doch mal darüber nach, was in relativ kurzer Zeit passieren würde, wenn z.B. nichts mehr gemeinfrei werden würde, wenn Patente nicht mehr auslaufen könnten und wenn sich jeder auf die Ewigkeit auch banale Sätze wie "ich liebe es" sichern könnte...

Es geht überhaupt nicht darum, irgend jemandem etwas wegzunehmen.

Nur muss auch für den (Internet-)Nutzer eine Rechtssicherheit geschaffen werden, die davor schützt, z.B. in Abmahnfallen zu tappen. Und vor allem dürfen keine Grundrechte angetastet werden, nur um die Pfründe der Verwerter zu schützen.

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Georg Bauhaus
Georg Bauhaus (gras) - 05.06.2012 10:00 Uhr

Neidisch?

Dass der vielstimmige Chor der politischen Frontleute so sprechsingt, als ab er Ahnung von der Sache hätte, ist nicht neu. Dass der Bürger ihm das inhaltlich nicht abnimmt, auch nicht. Sonst gäbe es keinen politischen Kommentar, keinen sachlichen Widerspruch. Neu ist, dass die Piratenpartei an dieser Stelle weniger so tut, als ob und statt dessen im großen Stil und öffentlich Meinungen einsammelt wo andere Parteien Angst haben, ihre gleichgeartete Ahnungslosigkeit zu zeigen und sich gerne privatim besprechen, in der eigenen Lobby sozusagen, auf dem Dienstweg im Tonfall des Hinterzimmergesprächs.

Gerade aus dem vermeintliche Chaos der öffentlichen Piraten-Diskussionen zu extrahieren, erscheint als Möglichkeit, den Prozess der politischen Meinungsbildung journalistisch zu begleiten. Ohne in Interview-Kneipen kungeln zu müssen.

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Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 05.06.2012 09:13 Uhr

...wer sonst?

"was so nie in deren Programm stand."
Nur, deren Lausprecher, von der schrecklichen Schramm bis zum CCC-fefe, waren sehr deutlich FÜR die Abschaffung (geistiges Eigentum = „ekelhaft“). Die Schramm jedenfalls solange, wie sie selbst nicht Autorin war; danach hat sie - wg. 100.000 Euros - erst relativiert.
Piraten stellen Begriffe wie "Urheberrecht", "Diebstahl" und "geistiges Eigentum" bewusst in Anführungszeichen als gäbe es das nicht. Und wer spricht denn andauernd abfällig von "Content-MAFIA"?

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bernd ullrich

Klingt vernünftig, was die Piraten sagen.

Wenn die Urheber ein reformiertes Recht wollen, müssen sie schon sagen wie sie es gerne hätten. Das alte Urheberrecht ist überholt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 09:20 Uhr
Sebastian Schneider

Ach ja,

der monolithische und sich völlig einige Block der Urheber. Als ob es den gäbe. Und als wäre "Urheber" ein Beruf in einer einzigen Branche.
Dass das Urheberrecht überholt ist, sehen ja mittlerweile beileibe nicht nur die Piraten so. Welches allerdings wem genehm wäre bleibt immer noch nebulös. Es ist im Übrigen irrig, anzunehmen dass bei einer nationalen oder europäischen Urheberrechtsreform konsumentenseitig alle Probleme verschwinden werden. So wird sich z.B. mit altem wie mit neuem Urheberrecht die GEMA weiter fröhlich mit Google um youtube streiten. Und auch das gruselige Taktieren amerikanischer Serienproduzenten wird so schnell nicht aufhören.

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Jahrgang 1981, Redakteurin in der Politik.

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