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Uran im Trinkwasser Bund und Länder erwägen Grenzwert

05.08.2008 ·  Das Trinkwasser ist in einigen Teilen Deutschlands weit stärker mit dem giftigen Schwermetall Uran belastet als bislang bekannt. Bund und Länder erwägen jetzt, einen verbindlichen Grenzwert zu vereinbaren. Die Gespräche stehen allerdings noch am Anfang.

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Bund und Länder erwägen die Festlegung eines verbindlichen Grenzwertes für Uran im Leitungswasser. Gespräche dazu seien allerdings noch im „allerersten“ Stadium, so dass noch völlig offen sei, ob es einen Grenzwert geben solle und wenn ja, wo dieser angesetzt werde, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Dienstag. Sie mahnte die Kommunen, den bereits existierenden Richtwert von 10 Mikrogramm pro Liter einzuhalten. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz drängt nach eigenen Angaben schon seit März auf eine Festlegung und hat das Thema auf die Tagesordnung der Verbraucherschutzministerkonferenz im September gesetzt.

Laut einem Bericht von „Report München“ ist das Leitungswasser in einigen Teilen Deutschlands deutlich stärker mit dem giftigen Schwermetall Uran belastet als bislang bekannt. Das ARD-Magazin zitierte einen Toxikologen, demzufolge Uran schon in sehr geringen Konzentrationen die Nieren schädigen kann. Die Gefahr gehe dabei nicht von der geringen Radioaktivität sondern von der chemischen Wirkung des giftigen Schwermetalls aus. Andere Wissenschaftler sehen die Gefahr dagegen laut „Mitteldeutscher Zeitung“ darin, dass der Zerfall von Uran-Atomen theoretisch Krebs auslösen könnte.

An 150 Orten wird der Richtwert überschritten

Der Richtwert des Umweltbundesamtes liegt bei 10 Mikrogramm pro Liter. Er wird laut einer Erhebung der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch an 150 Stellen in Deutschland überschritten. Viele Gemeinden scheuten aber die Kosten einer Uran-Filter-Anlage und versuchten den Uran-Gehalt durch Vermischung mit unbelastetem Wasser oder Schließung einzelner Brunnen abzusenken. Andere ignorierten die Überschreitung des Richtwertes bisher ganz. „Das ist wirklich eine schwerwiegende Verletzung der Fürsorgepflicht des Staates“, kritisierte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode am Dienstag auf N24.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) plädierte für einen bundeseinheitlichen Höchstwert für Trink- und Mineralwasser. Darüber hinaus forderte sie am Dienstag eine europaweite Harmonisierung, mit einem Grenzwert, der sich am Leitwert des Umweltbundesamtes orientieren solle. Für Mineralwasser im Handel gilt bislang, dass es nur dann als „für Säuglingsnahrung geeignet“ deklariert werden darf, wenn es nicht mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter enthält.

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