Home
http://www.faz.net/-gpg-70dt8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Unruhe in der FDP Koalition plant Einführung einer Börsenumsatzsteuer

 ·  Die Bundesregierung will ein Modell entwickeln lassen, das die Finanzmärkte an den Kosten der Finanzkrise beteiligt. Es soll nicht alle Finanzgeschäfte umfassen. Doch in der FDP regt sich schon Widerstand.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (62)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

1 2  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 06.06.2012 19:22 Uhr

Noch einmal etwas grundsätzliches:

Wird ein Gegenstand verkauft, wird dieser Verkauf mit einer Mehrwertsteuer belegt. Die MWSt ist mit die wichtigste Steuer eines Staates, um seine Aufgaben erfüllen zu können. Kaufe ich als Kapitalanlage einen Rembrandt, dann erhöht sich der Kaufpreis um die MWSt, kaufe ich hingegen in gleichem Wert ein Aktienpaket von VW, geht der Staat leer aus. Nun sollte mir mal jemand erklären, wo hier der Unterschied Aktie-Rembrandt besteht, beides sind dem Marktgeschehen unterworfene Wertgegenstände (ein Stück Fabrik - Kunstobjekt), die der Kapitalanlage dienen. Wer die MWST für den Rembrandt für richtig erachtet, dürfte gegen eine Börsenumsatzsteuer beim Verkauf von Aktien kein Argument haben. Lediglich die Höhe einer BUSt ist dann diskussionsfähig.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.06.2012 15:45 Uhr
Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 07.06.2012 15:45 Uhr

@ Marcus Paa

Sie. "Sie vergleichen hier leider Äpfel mit Birnen".
Das tu ich nicht, denn kaufe ich als Kapitalanlage eine Immobilie, ist GESt fällig, kaufe ich ein Kunstwerk, ist MWSt fällig, kaufe ich einen Anteil an einer Fabrik, denn das mache ich ja als VW-Aktionär, bin ich steuerfrei. Das VW-Werk ist aber genauso eine Immobilie wie eine Eigentumswohnung, ein Geschäftshaus oder eine Lagerhalle, also warum hier Steuerfreiheit? Nur wegen der unterschiedlichen Nutzung einer Immobilie?
Und es ist diese Steuerfreiheit, die erst die Spekulation ankurbelt, denn bei einer Steuer auf Börsengeschäfte würden die meisten Anleger kein Aktien-"Zapping" bei schon geringsten Kursschwankungen machen, da die Steuer Kleinstgewinne uninteressant machte.
Und was heißt, eine BUSt würde "den Markt vernichten"? Gibt es etwa trotz GESt keinen Immobilienmarkt mehr? Sie argumentieren hier aus Sicht eines Zockers oder Bankers, der ohne Steuern zahlen zu wollern schnell reich werden will.

Empfehlen
Uwe Wagner
Uwe Wagner (view) - 06.06.2012 10:15 Uhr

Besser eine Steuer für Börsengeschäfte...

...als dem braven, halbverhungerten Michel in den leeren Geldbeutel greifen!
Wer an der Börse verdient soll ruhig was bezahlen an Steuern, ist schliesslich ein Zugewinn, egal ob korrekt oder dubios abgewickelt!
Es sollte aber alle Finanzgeschäfte betreffen!!! Keine Ausnahmen!
Je doller das "Geschäft" umso höher die Steuer! Wer dubiose Geschäfte abwickelt, 100% kassieren!!! + Knast!!

Empfehlen
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 06.06.2012 09:09 Uhr

„Auch die FDP will, dass diejenigen, die die Krise mit verursacht haben, an den Kosten beteiligt..

werden." >GUTE IDEE DAS! Dann soll man doch schon einmal bei den Politikern anfangen abzukassieren. Die Unternehmen über die hochrangige Politiker die Aufsicht führten - vorwiegend Landesbanken - haben mit ihren Verlusten den Staatshaushalt mit mindestens 300 Milliarden € belastet (eine West-LB, z.B., schrieb schon jahrzehntelang Milliardenverluste auch ohne Finanzkrise). Die Aufsichtsbehörden + wiederum die Politiker haben es zugelassen, dass Klitschen wie die Sachsen-LB in irischen Zweckgesellschaften hochverzinste langfristige amerikanische Anleihen (ABS) für 25 Mrd. € gebunkert und kurzfristig finanziert hatten. Die Finanzierungsstrategie lang gegen kurz war schon ein Risiko an sich, abgesehen von der Bonität der Papiere, die ja keine reale Immobilien als Wertsicherung hatten, sondern nur die Zahlungsversprechen von (meist) zweifelhaften Hypothekenschuldnern. Solch Beispiele gibt es noch viele und so zu tun, als wären immer nur die anderen die Bösen ist eine Frechheit ohnegleichen.

Empfehlen
bernd ullrich

Schwarz/Gelb hat bisher systematisch verhindert.

Wie lange denken CDU und FDP denn schon nach? Die Behauptung, man könne national nichts tun, weil sonst der Handel aus Deutschland flüchten würde, ist genauso schwach wie die Unternehmensflucht aus Deutschland. Diese Zeiten neigen sich ihrem Ende zu. Die Nachteile wiegen inzwischen oft mehr, als der Gewinn. Selbst aus China ziehen sich deutsche Unternehmen zurück. Und bei CDU und FDP kennen wir das ja: Es ist nie drin, was auf dem Etikett steht. Ohne den Druck von der SPD und den Grünen würden sie es weiter so schleifen lassen. Primär der FDP geht es nicht um gerechte Lastenverteilung, sondern allein um die Privilegien ihrer Klientel. Die Gauner decken die Gauner.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.06.2012 13:51 Uhr
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 06.06.2012 13:51 Uhr

nahezu 100 % der CFDs werden ..

.. bereits im Ausland, vorwiegend London, gehandelt. Ein Knopfdruck und der Handel findet in London oder Singapore statt - alles kein Problem. Man sollte die Kirche im Dorf lassen, schließlich müssen ja die Gewinne aus den Geschäften versteuert werden. Es wäre doch z.B. viel sinnvoller, Ländern wie Tschechien, welche mit Steuersätzen von nur 15 % Unternehmen und Arbeitsplätze aus Deutschland abziehen, auf die Finger zu hauen.

Empfehlen
Michael Wagner
Michael Wagner (comic) - 06.06.2012 08:23 Uhr

Was solls?

Jeder Strohhalm ist recht, aber am Ertrinken wird er nichts ändern. Griechenland hat auch eine Börsenumsatzsteuer von 0,15%. Die konnte aber die verantwortungslose Schuldenmacherei nicht wettmachen, wie man leider feststellen kann! Erinnern wir uns nach an Schweden und das Fiasko bei der Einführung dieser Steuer? Sie wurde ganz schnell wieder abgeschafft. Nein, das sind die letzten Versuche eine Zitrone auszupressen bei der es nichts mehr auszupressen gibt!

Empfehlen
Friedhelm van Aal

Eine sehr gute Idee!

Fakt ist, dass die Bürger mehrheitlich eine Beteiligung der Finanzmärkte an den Kosten der Finanzkrise wünschen. Die Chinesen sind uns wieder mal weit voraus und hatten bereits in der Vergangenheit eine Finnzmarkttransaktionssteuer an ihren Hauptfinanzmärkten eingerichtet.

Das bringt jährliche viele Milliarden an Steuergeld in die Staatskasse. Abgewandert an andere Finanzplätze ist dort auch kaum jemand. Weil eben der Steuersatz viel zu gering ist.

Wer also die nächsten Bundestagswahlen gewinnen will, derjenige muss dem Bürger etwas bieten.

Die Börsenumsatzsteuer war bereits Ende der 80er Jahre so gering, dass diese niemanden wirklich ineressiert hat. Jedenfalls keinen Privatanleger.

Empfehlen
Peter Alt
Peter Alt (petera000) - 06.06.2012 07:22 Uhr

Nein, nein, nein, nicht schon wieder eine "neue" Steuer

Nein, nein, nein, nicht schon wieder eine "neue" Steuer. Von wegen "die Verursacher der Krise an den Kosten beteiligen". Ja, wenn das wahr wäre, dann müsste sich die Politiker selbst besteuern. Außerdem wird man doch schon mit 25 % Abgeltungssteuer plus Soli und (ggf. Kirchensteuer) besteuert. Wenn die Politiker mal soviel Energie und Gehirnschmalz dazu verwenden würden Steuern abzuschaffen, wie sie dazu aufwenden neue Steuern "zu begründen", dann ginge es uns viel besser. In wievielen Bereichen zahlen wir Steuern und Abgaben auf die Steuern und Abgaben. Man denke nur an die Benzinpreis, den Strompreis, den Heizölpreis ...

Empfehlen
Dr. Michael Menzel

Die SPD bekommt ihr Räppelchen

Und wenn die Idee und was dahinter steckt, auch noch so dämlich und und schädlich ist. Aber die Partei des demokratischen Sozialismus muß doch einen Erfolg mit ihre Erfpressungs-Aktion verbuchen. Und Merkel muß doch auch dringend freie Bahn für den neuerlichen Geldexport in verlorene Länder bekommen. Der Wahnsinn wird erst enden wenn Deutschland irreversibel geschädigt ist und die letzte Münze der Schrottwährung in den Süden gepumpt wurde.
Auch eine Methode, den Euro abzuschaffen! Operation gelungen, Patient endlich tot.

Empfehlen
Roland Wagner

Na welche werden das wohl sein?:

Zuletzt hatte Frau Merkel auf einer Konferenz mit CDU-Kreisvorsitzenden am Wochenende neue Möglichkeiten der Besteuerung angesprochen: „Wir schauen, ob wir vielleicht mit einigen ähnlich gestimmten Ländern etwas hinbekommen.“ Sicherlich wieder unsere Clique der Freunde des nachhaltigen Wirtschaftens. Der Bock wird zum Gärtner.

Empfehlen
Bernhard Gueth

Ein Hoch auf den Optionshandel

Man verlagere den Handel auf Optionen, die tief im Geld liegen und zahle somit nur die Differenz zum Underlying plus Volatilität. Statt Umsätze vom 100 Euro für eine Aktie zu tätigen, kauft man eine Option im Wert von 5 Euro.
Die Besteuerung von Finanzprodukten hilft niemandem, außer dem Staat, der auf zusätzliche Einnahmen von konservativen Anlegern hoffen darf.
Wenn man tatsächlich die Banken treffen möchte besteuert Währungstransaktionen, wie es Tobin ursprünglich mal vorgesehen hatte. In diesem Markt sind die Banken die größten Akteure. Soweit ich verstanden habe, sind diese aber von der geplanten Steuer ausgeschlossen.
Besteuert ihr nur fleißig weiter - ich habe einen amerikanischen Broker und handele ein keinem europäischen Börsenplatz.

Empfehlen
Otto Meier

Es lohnt die Diskussion nicht. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß die Verursacher der

Dauerkrise an ihrer Beseitigung beteiligt werden. Und die Verursacher sind Politiker, Banker und Börsianer.

Nur wenn die an den durch sie verursachten Kosten adäquat, also maximal, beteiligt würden, bestünde überhaupt noch Hoffnung, die Krise zu bewältigen. Aber das werden wir nicht erleben. Stattdessen werden wir eine nie dagewesene kalte Enteignung unbeteiligter Bürger erleben, mithin eine weitere Umverteilung von unten nach oben.

Am Ende werden wir zwangsläufig eine Renaissance des politischen Extremismus erleben. Unsere Politiker haben nichts aus unserer Geschichte gelernt.

Empfehlen
Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 05.06.2012 22:40 Uhr

"Der Verhandlungsführer der FDP, Volker Wissing, sagte der F.A.Z.,

er sei nur dann bereit, der Steuer zuzustimmen, wenn nicht das Sparen, die Altersvorsorge und die Realwirtschaft belastet würden."
Das ist doch kein Argument, die Börsenumsatzsteuer in Frage zu stellen. Wenn ein Sparer 10x pro Jahr jeweils 10.000 € an der Börse umschichtet, dann bedeuten 0,1% BUSt 100 €, das macht einen Sparer nicht arm. Wer diese Umschichtung häufiger vornimmt, kann nicht mehr als Sparer, sonden muß schon als Zocker bezeichnet werden. Und genau diese sollen ja für ihre Zockerei zur Kasse gebeten werden. Und für Lebens- und Rentenversicherungen kann man ja die Steuer verringern, sofern hier Börsengeschäfte für die Versichertengemeinschaft vorgenommen werden. Inwieweit die Realwirtschaft betroffen ist weiß ich nicht, hier fallen allenfalls bei Auslandsgeschäften Währungsumrechnungen statt (Ware/Dienstleistung gegen Geld) und diese Zahlungen laufen doch nicht über die Börse.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.06.2012 18:42 Uhr
Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 06.06.2012 18:42 Uhr

Herr Noll,

in meinem Beispiel fallen bei ZEHN Umschichtungen von jeweils 10.000 € pro Jahr 100 € Steuer an. Ich bin ja selbst Sparer und kann mir kaum vorstellen, daß ein solcher öfter als 1x monatlich sein Depot umbaut, es sei denn, er spekuliert kurzfristig und das hat dann mit Sparen nichts mehr zu tun. Was die Banken betrifft, auch die sollen dieser Steuer unterworfen werden, für jedes Börsengeschäft im Namen einer Bank ebenfalls 0,1% BUSt, das brächte dann richtig Kohle in die Staatskasse, denn es sind ja vorwiegend die Banken, die ständig mit Riesenbeträgen zocken. Und den Währungsspekulanten, die mittels Computerprogrammen im 1/100 Sekundentakt Geld hin und her senden, ginge mit einer BUSt die Lust an dieser Zockerei ganz aus.

Empfehlen
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 06.06.2012 09:49 Uhr

Herr Bussenius, was hat ein Anleger, welcher mehrmals im Jahr sein Depot umschichtet, um

Verluste zu vermeiden oder Gewinne zu erzielen (in Ihren Augen ein Zocker) mit der Finanzkrise zu tun? Was hat er damit zu tun, dass vorzugsweise die Landesbanken, wie Sachsen LB, LBBW, West-LB, BLB, HSH etc., hunderte von Milliarden verbraten haben? Mit äußerst zweifelhaften Papieren, auf denen für jeden mit etwas Sachverstand groß draufstand: VORSICHT! Was hat ein kleiner/mittlerer/größerer Anleger mit diesen Milliardenverlusten zu tun? NICHTS, aber auch gar nichts - das wollen uns nur die Politiker weismachen. Sie wollen nur von ihrem eigenen Versagen ablenken. Ganz nebenbei suchen sie neue Einnahmequellen um wieder Wohltaten ans Volk verteilen zu können was ihre Wiederwahl befördert. Außerdem, die Probleme die wir derzeit in Europa haben, auch mit denen hat Ihr "Zocker" nichts zu tun. Er kann nichts dafür, dass der € eine Fehlkonstruktion ist, der die Wettbewerbsfähigkeit vieler Staaten zerstört; ebenso wenig ist er dafür verantwortlich, dass Politiker ihre Staaten überschulden.

Empfehlen
Ralf Wagner

Symbolische Steuer mit denunziatorischem Effekt

Verursacher der Krise(n) sind allein die Politiker. Sie haben den Euro eingeführt, sie haben die Schulden gemacht, sie drängen die Zentralbanken zu einer immer unverantwortlicheren Geldemission.
Dies auch nur im Ansatz einzuräumen sind die Kampfsport-Retter in keiner Weise. Durchhalten, Weiter-So und noch mehr Staat ist ihre Devise.
Und die Finanzmarkttransaktionssteuer passt da prima. Sie schiebt den Schwarzen Peter den Gläubigern der staatlichen Schulden-Junkies zu und bringt noch ein wenig Geld in die Kassen. Zahlen werden das aber vor allem die Bankkunden.
Oder glaubt eigentlich noch jemand, dass die Mineralölsteuer vom Tankwart bezahlt wird?

Empfehlen
Horst lauterbach
Horst lauterbach (ash26e) - 05.06.2012 22:03 Uhr

Wenns halt um eine Börsenumsatzsteur gieng !

Wenn "Banken" beim kreiieren von "Schwipp-schwapp" Papieren und mit dem Handeln damit nicht anders steuerlich behandelt würden wie Lieschen Müller mit ihrem Milchladen, und einfach Merhwertsteuer bezahlen müßten, wär es um den Finanzsektor weltweit sehr gut bestellt!

Empfehlen
Thomas Gaugen

Bin ich gespannt wie lange dauern wird bis die Eurex Frankfurt in die Schweiz umzieht

Und bin auch gespannt wie lange dauern wird bis in Hong-kong, London oder woanders Derivate auf deutsche Finanztitel rege gehandelt werden.
Ich möchte hoffen, es wird nicht so sein, aber ich fürchte es wird leider so kommen.

Empfehlen
Olaf Tamm
Olaf Tamm (anulaifaz) - 05.06.2012 20:46 Uhr

Viel heiße Luft um nix

Eine ähnliche Diskussion gabs es schon nach der Lehman-Pleite, nur das dass Kind zum Zeitpunkt Finanztransaktionssteuer hieß. Was ist daraus geworden? Nichts, weil die Steuer technisch im Hochfrequenzhandel u.a., nicht umsetzbar war und die Finanzmärkte ihren Handel in Länder verlegt hätten, wo es derartige Steuern nicht gibt.
Für Banken,Broker, Vermögensverwalter etc. ist die Steuer nur ein Durchlaufposten, da sie diese an den kleinen Anleger in Form von steigenden Gebühren z.B. weitergeben werden. Was der Staat eigentlich erreichen wollte, die eigentlichen Verursacher zur Kasse zu bitten geht meilenweit am Ziel vorbei und trifft schlussendlich den Bürger.
Dazu wird ein weiterer Arbeitsplatzabbau in der Finanzbranche kommen.
Statt neue Steuern einzuführen, sollte der Staat über ein Verbot von Leerverkäufen und Handel mit hochspeklativen Derivaten jeglicher Art nachdenken. Weiter wäre das aufsplitten der Banken in zwei Teile a) reiner Zahlungsverkehr b) Investmentbank nachzudenken.

Empfehlen
Edda Kuhlmann

Es geht um Geld, nichts anderes

Weder der Hochfrequenzhandel, noch der geregelte Handel von Derivaten hat irgendetwas mit der Finanzkrise und schon gar nichts mit der Staatschuldenkrise zu tun. Hier ist etwas, was dem Normalbuerger unbekannt und damit nicht geheuer ist, also kann es gerne besteuert werden. Ueber die Konsequenzen macht man sich keine Gedanken; darueber, warum Schweden ganz schnell von seiner Steuer wieder Abstand genommen hat, will man gar nicht erst nachdenken.

Deutschland braucht Geld, viel Geld- fuer sich, fuer Europa, fuer neue soziale Beglueckungen. Emissionshandel, Kerosinsteuer, Brennelementesteuer, Stromnetzabgaben, und jetzt eben als neuestes, aber nicht letztes, eine Finanztransaktionssteuer.

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.06.2012 11:36 Uhr
Dr. Michael Menzel

Und nicht vergessen!

Der Mist ist zur Abwechslung auf dem Haufen der SPD gewachsen, die sich hier als Anwalt der (von ihr selbst in Unglück gestoßenen) "kleinen Leute" geriert.
Die Koalition, oder besser Merkel alleine, macht ja so ziemlich allen Wahnsinn mit, nur diese Verrücktheit wurde ihr wohl ausnahmsweise zu Recht von Fachleuten ausgeredet. Wie Sie schon schreiben, hat ja Schweden begriffen, daß es außer Ärger und zusätzliche Kosten nichts bringt. Aber das hält die SPD natürlich davon nicht ab, weil sich die zukünftigen Bundeskanzler irgendwie beim Wahlvolk in Erinnerung bringen müssen, rein symbolisch schädlichen Unsinn zu verlangen.

Empfehlen
Helga Zießler

Um Himmels willen, Herr Hoch -

nun machen Sie doch bloß nicht die Politiker auf eine Besteuerungsmöglichkeit aufmerksam, an die die Bande eventuell noch nicht gedacht hat! Warten Sie mal ab, was denen in der nächsten Zeit ganz von selbst noch so alles einfällt - die werden uns ausquetschen bis auf das letzte Kleingeld für den Bus...

Empfehlen
Peter Hoch
Peter Hoch (luxor) - 05.06.2012 20:40 Uhr

Bitte nicht die FETTsteuer vergessen

Eine Leserkommentarsteuer wäre auch ganz fein für die Politkaste.

Empfehlen
Harald Sulzmann

Noch ne' Steuer

Es doch geschickt. Steuer auf die boesen Finanzmaerkte, Abgabe fuer den Strom wegen der Energiewende etc, etc. Laesst sich ja immer ein Begruendung finden und wenn dann noch die vermeintlich boesen Buben und Maedchen, die Spekulanten, getroffen werden sollen dann ist breite Zustimmung sicher. Nur, es wird nichts loesen und nichts nuetzen, schon gar nicht wie die Opposition es will, die Mittel fuer Wirtschaftsfoerderung einzusetzen. Und hier ist schon der naechste Denkfehler. Wer im Staatsapparat masst sich an zu wissen welcher Wirtschaftszweig foerderungswuerdig ist? Da fallen mir schon wieder die Oekoprojekte ein, in die schon so viel Milliarden versenkt wurden. Nebenbei bemerkt haben gerade Staatsbanken in Deutschland kraeftig bei CDS und anderen Derivaten mitgemischt. Da wollten Landes- und Kommunalpolitiker mal kraeftig auf den Putz hauen. Die Finanzkarawane wird ungeruehrt weiterziehen.

Empfehlen
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.06.2012 22:47 Uhr
Harald Sulzmann

Ihr Vergleich

Das Problem ist, dass Sie den Besuch Ihrer Toilette umgehend und persoenlich machen muessen. Das geht schlecht ueber das Internet oder eine Auslagerung nach London, Zuerich oder Singapur. So ist das auch mit Immobilien, die Sie eben nicht unter den Arm nehmen koennen und wegtragen. Allein das Steuern existieren muss man ja nicht gleich wieder eine neue Steuer dazuerfinden, wenn dies auch "in der Systematik" durchaus gerechtfertigt waere. Vielleicht sollte man mal den anderen Denkansatz fuer weniger Steuern angehen. Nur so ein Gedanke.

Empfehlen
Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 06.06.2012 19:05 Uhr

Herr Schott: "Finanzprodukte werden dagegen üblicherweise nicht verbraucht,...."

Kunstgegenstände auch nicht, trotzdem muß der Käufer dem Kunsthändler Mehrwertsteuer bezahlen. Wo ist der Unterschied zwischen einer Aktie und einem Gemälde? Beides sind dem Markt unterworfene Wertgegenstände, die nicht verbraucht werden, sondern nur den Besitzer wechseln. Ein Rembrandt bringt dem Staat eine große Summe MWSt, wenn es den Besitzer wechselt, ein Aktienpaket von Daimler mit gleichem Marktwert hingegen nichts. Entweder sie schaffen die Mehrwertsteuer für alle gehandelten Gegenstände ab, die nicht verbraucht werden, oder sie behandeln Aktien auch als Handelsware, denn das sind sie. Und was gehandelt wird, unterliegt der Besteuerung, da gibt es überhaupt keinen Grund, Finanzprodukte von dieser Regelung auszunehmen. Nur über die Höhe der Steuer kann man diskutieren.

Empfehlen
Steffen Schott
Steffen Schott (deixes) - 06.06.2012 09:32 Uhr

Steuersystematik

Herr Bussenius, auch wenn sich angesichts unseres Steuerwesens das Wort "Systematik" an und für sich verbietet, liegt die Besteuerung der im Rahmen Ihres Klosettganges verwendeten Verbrauchsmaterialien daran, daß mit der Umsatzsteuer der Letztverbrauch von Gütern und Dienstleistungen steuerlich erfaßt werden soll. Finanzprodukte werden dagegen üblicherweise nicht verbraucht, so daß eine Gleichsetzung von Toiletten- und Wertpapieren nicht bloß hinkt, sondern vollständig beinamputiert ist.
Probieren Sie es analogietechnisch doch mal mit der Grunderwerbsteuer, die paßt da deutlich besser.

Empfehlen
Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 05.06.2012 23:03 Uhr

@ Harald Sulzmann

Sie: "Noch 'ne Steuer".
Richtig, denn warum muß ich, wenn ich aufs Klo gehe, dafür Steuern bezahlen (19% aufs Papier, 7% aufs Spülwasser, 19% auf die Seife + 7% fürs Händewaschen), aber ein Spekulant, der mit Millionen zockt, kommt steuerfrei davon?
Der Staat braucht Geld, viel Geld, welches er häufig mehr oder weniger nutzlos verschleudert. Trotzdem bin ich der Auffassung, daß, wenn ich den Staat selbst auf dem Klo finanzieren muß, man die Börse dann nicht aus der Steuerpflicht ausnehmen kann. Denn dort wird für die Allgemeinheit häufig Folgenreicheres produziert als das, was in die Schüssel fällt.

Empfehlen
Ulla Nachtmann

Steuern, mehr Steuern, noch mehr Steuern...

immer dann, wenn man unfähig oder zu faul ist, die wirklichen Probleme an den Märkten zu regulieren.
Und wenn man keine Lust hat, sich mit dem US Regierung und deren Bankenkartell in der Wall Street anzulegen!
Da bräuchte man nämlich Wissen, Durchsetzungsvermögen und Rückgrat und das haben die meisten Politiker wie man sieht nicht.
Dass die Art Tobin Steuer - sie wird alle Kleinanleger zuerst treffen in der Form einer unsäglichen französischen/spanischen "Stempelsteuer" - wieder aufs Tapet kommt, haben wir sicher dem gestrigen Barroso Besuch zu danken.
Es ist wahrscheinlich DAS, was er Merkel abgerungen hat - zum WOHLE der Brüsseler kLEPTOKRATIE.
Tobin Steuer, EU Steuer??? Nein, danke!

Empfehlen
Peter Hoch
Peter Hoch (luxor) - 05.06.2012 20:06 Uhr

Über jeden Fehler in Europa freut sich Ostasien

Singapur hat bei den Einkommen Deutschland mittlerweile meilenweit abgehängt. Jeder fünfte dort soll schon US-Dollar Millionär sein. Nimmt man die Schweiz zur Benchmark, da sie unserer Mentalität entspricht, liegen die dortigen Einkommen mittlerweile um das Doppelte über den deutschen. Die Millionärsdichte in der Schweiz ist weltweit die höchste in einem Flächenstaat.

Deutschland rutscht jedes Jahr weiter ab. Viel schlimmer aber ist die Perspektive hierzulande: Trostlos. Dazu eine Demokratie, die im Vergleich zur Benchmark Schweiz so gar nicht mehr betitelt werden kann. Die Schweiz verhält sich zu Deutschland, wie die Alt-BRD zur DDR.

Wer jung, hochqualifiziert und ungebunden ist, folgt den Spitzensportlern. Solange es noch geht. Natürlich hat niemand vor, eine Mauer zu bauen.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.06.2012 21:16 Uhr
Harry Pastorius
Harry Pastorius (ookk) - 05.06.2012 21:16 Uhr

Der war gut

Singapur und Schweiz als Paradies - selten so gelacht. Wir werden alle Millionäre, hurra. Dank der FDP, wenn sie sich nur endlich durchsetzt.

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1952, Leiter der politischen Redaktion in Berlin.

Jüngste Beiträge

Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

Jüngste Beiträge