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Universitäten Exzellenzstatus für HU Berlin und TU Dresden

 ·  Deutschland hat fünf neue Elite-Universitäten. Die Humboldt-Universität Berlin, die Universitäten in Bremen, Köln und Tübingen und die Technische Universität Dresden erhielten den Exzellenzstatus.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (9)

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Mario Rutar
Mario Rutar (Rufaz) - 16.06.2012 10:42 Uhr

Eliten-Schaffung per Dekret...

Wenn man jenen, die diesen hanebüchenen Schwachsinn zu verantworten haben Glauben schenken darf, müssten also mit ein paar Mio. €, ein paar Kilo guten Willen und natürlich per staatlicher Verordnung, Elite-Unis, quasi aus dem Nichts geschaffen werden. So ähnlich denken auch die Ölscheichs im Nahen Osten. Der Unterschied ist, dass jene erkannt haben, dass Geld alleine nichts bringt, sondern, dass man, um so eine Elite-Uni zu betreiben, auch Top-Personal benötigt. Aber bekanntlich sind Oxford, Cambridge, die ETH, das MIT oder Havard auch einfach so aus dem Nichts entstanden...

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David Landern

Scheinlegitimation einer politischen Entscheidung

Als direkt von der Exzellenzinitiative Betroffener kann ich das alles nicht für voll nehmen.

Erstens: Die absurden Begehungen, die weltfremde Propaganda. In Berlin hat man die Gänge, die bei der Begehung passiert wurden, extra neu gestrichen. In Freiburg hat man vor Instituten Kunstrasen verlegt, wo der echte Rasen beschädigt war. Es wurden Doktoranden Englisch-Crashkurse aufgezwungen, damit sie ihre Forschung professioneller präsentieren können. Professoren wurden als Jubelperser zusammengetrommelt. Und und und.

Zweitens: Die absurden Vergabekriterien. Einfacher und zum gleichen Ziel führend wäre: Wir nehmen alle renommierten Unis und geben ihnen abwechselnd einen Haufen Geld.

Drittens: Der Einsatz der Mittel. Exzellenzgelder fließen in absurde Forschungsprojekte, wo sich die Professorenelite in nochmals exponentiell elitäreren Zirkeln zusammenfindet, um gemeinsam über die Forschungsgebiete der Anderen, von denen man keinerlei Ahnung hat, zu dilettieren. Niemand wird davon klüger.

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Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 15.06.2012 22:32 Uhr

Initiative gescheitert

Schon jetzt zeichnet sich allenthalben ab, dass diese gigantische Geldspritze letztlich wirkungslos geblieben ist. Im Gegenteil, sie richtet deutlich mehr Schäden an als sie Nutzen bringt:
- Sie hemmt die Ideen kluger Köpfe: Insbesondere bei den Exzellenz-Clustern handelt es sich um Konsensfassaden. Sie gehen nicht auf eine geistige Initialzündung, eine geniale Idee zurück. Vielmehr versammeln sich Forscher des Geldes wegen, um eine wohlklingende Hülle zu kreieren. Das innovative Potential des Einzelnen zählt dabei wenig.
- Sie verhindern konzentrierte Forschung: Als Mitglied eines Clusters wandern zwei bis drei Sitzungstermine/Woche mehr in den professoralen Kalender. Dazu kommen Tagungen, Evaluierungen, Folgeanträge... Die Zeit geht der Forschung verloren.
- Wer Exzellent ist, muss weniger lehren. Freisemester und Exzellenzkollegs belohnen die Antragssteller, indem sie sie von der "lästigen" Lehre befreien. Das betrifft auch mal 2/3 eines Fachbereiches. Ausbildung ade!

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Tom Berg
Tom Berg (veil123) - 15.06.2012 22:28 Uhr

Peinlich

Die Amis und Briten lachen uns aus.

Den Status einer Elite-Uni kann man nur durch Leistung erwerben. Durch exzellente Forschung, exzellente Forscher und exzellente Lehre. Nicht durch einen politischen Vergabemechanismus.

Einige Unis dürfen sich jetzt zeitlich befristet Elite-Uni nennen. Eine Elite-Uni sind sie deswegen trotzdem nicht.

Was geschieht dann nach den 5 Jahren mit dem Auslaufen dieser Mini-Förderung ? Dann wird ab dem 1.1.2018 aus der Elite-Uni wieder eine Normal-Uni ?

Mein Gott ist das lächerlich.

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Fridolin Frucht

Humboldt Universität ist nicht ostdeutsch?

Von den fünf neuen "Elite-Universitäten" sind zwei ostdeutsch, nicht fünf. Nicht, dass das irgend wie wichtig und entscheidend wäre, aber nur mal so neben bei.

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Gerhard Dünnhaupt

Das Gesetz der unbeabsichtigten Konsequenzen ...

... wird auch hier wieder sein Werk tun. Nichts gegen Forschungsförderung. Aber mit dieser Verlautbarung werden doch alle übrigen Unis offiziell als zweitklassig erklärt. Mir tun künftige Stellenbewerber jetzt schon leid: "Ach so, also dort haben Sie studiert? Na, wir rufen Sie dann an, falls mal etwas frei wird."

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.06.2012 08:29 Uhr
fritz Teich

Forschung und Lehre

Da ist was dran, aber wo findet denn -- in den Zeiten von Bologna -- ueberhaupt noch Forschung statt?

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Frauke Klien
Frauke Klien (endivie) - 15.06.2012 18:47 Uhr

Spannender ist die Frage: Was bringt diese Initiative?

Die, welche ohnehin schon gut ausgestattet sind, werden mit Geld zugeschüttet.
Ich bezweifele, dass wissenschaftliche Qualität und Kreativität mit der Geldmenge skaliert.

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Andreas Tepe
Andreas Tepe (NetFox) - 15.06.2012 18:26 Uhr

Wenn doch dieser Blödsinn aufhören würde...

Was heißt denn Elite-Uni? Das heißt doch, daß bei gleichbleibender oder sinkender Förderung, andere Universitäten weniger Geld bekommen, oder?

Vielleicht sollte man besser die Ansprüche aller Unis auf eine ähnliche Ebene bringen und dafür sorgen, daß jede Uni Universitäten gute Studenten produziert. Das ist nicht eine Frage der individuellen Förderung, sondern des Anspruchs an die Studenten und an die Lehrqualifikation der Professoren.

Bildungsinflation kann nicht mit punktuellen Finanzspritzen, sondern nur mit einem Wandel der Einstellung weg von Studentenquantität zur Studentenqualität erreicht werden.

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Jahrgang 1962, politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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