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Unionsparteien „Merkel wird Kanzlerkandidatin“

23.05.2005 ·  Zwar ist die formale Entscheidung noch nicht gefallen - doch die CDU-Ministerpräsidenten Koch und Wulff unterstützen Angela Merkel als Kanzlerkandidatin der Union. Stoiber hingegen hat seine eigenen Ambitionen in der K-Frage noch nicht aufgegeben.

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Bei der Bundestagswahl im Herbst wird die CDU-Vorsitzende Angela Merkel nach Aussage führender CDU-Landespolitiker als Kanzlerkandidatin für die Union antreten.

Der niedersächsiche Ministerpräsident Wulff wie auch der hessische Ministerpräsident Koch, der lange als Konkurrent Merkels galt, äußerten sich so. Vom bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber fehlt ein solches Votum noch. Stoiber hatte vor drei Jahren die K-Frage für sich entschieden. Offenbar hat er seine Ambitionen noch nicht begraben.

Denn Landesgruppenchef Michael Glos fand an diesem Montag kein unterstützendes Wort für Merkel, sondern sagte, Stoiber werde nach einem Machtwechsel im Bund eine wichtige Rolle in Berlin übernehmen. Er werde „die wichtigste Rolle spielen, die man als CSU-Vorsitzender in einer Bundesregierung spielen“ könne.

Will Stoiber doch noch Kanzler werden?

Ob damit auch ein wichtiges Ministeramt gemeint sein könnte, ließ er offen. Zugleich sagte er aber, daß es bei der Entscheidung über den Unions-Kanzlerkandidaten keinen Grund zur Eile gebe. Man werde bis zur gemeinsamen Präsidiumssitzung von CDU und CSU am 30. Mai warten. Das spricht dafür, daß Stoiber die K-Frage noch nicht für entschieden hält. Seit längerem kursieren in der CSU aber auch Spekulationen, Stoiber könnte als Superminister für Wirtschaft und Finanzen nach Berlin gehen wollen.

Koch hingegen hat sich jetzt eindeutig als Merkel-Unterstützer positioniert. Vor einer von Merkel geleiteten CDU-Präsidiumssitzung sagteer auf die Frage, wen die Union ins Rennen schicke: „Angela Merkel selbstverständlich. Das ist doch klar. Ich kenne niemanden in der CDU, der anderer Meinung ist.“ Er sei sehr optimistisch, daß auch die Kollegen der CSU dies so sehen. Man habe zwar verabredet, daß die Entscheidung am kommenden Montag von den Präsidien beider Unionsparteien gefällt werde, doch sei dies eine „formale Entscheidung“.

Wulff: Kandidatur ist Merkel nicht mehr zu nehmen

Auch nach Darstellung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff ist Merkel die Kandidatur nicht mehr zu nehmen.

„Jeder ahnt und jeder weiß, wie die Entscheidung fallen wird“, sagte Wulff am Montag im Deutschlandfunk auf die Frage, ob Merkel Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei der für den Herbst angestrebten Bundestagswahl herausfordern wird. „Ich denke, daß Sie mit Ihrer Vermutung sehr in der Realität liegen“, sagte Wulff. Über die Kanzlerkandidatur der Union würden die Spitzen von CDU und CSU am kommenden Montag entscheiden. Eigene Ambitionen habe er nicht, sagte Wulff, der in Umfragen derzeit der populärste deutsche Politiker ist.

In Nordrhein-Westfalen war die letzte rot-grüne Landesregierung am Sonntag abgewählt worden. Das bevölkerungsreichste Bundesland wird künftig von einer CDU/FDP-Koalition regiert (Die CDU wird stärkste Partei).

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, ddp, dpa
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