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Union : Weiterstreiten bis zur Wahl

Edmund Stoiber verdammt Merkels Politik so lautstark, dass man keinen Zweifel haben kann: Der Streit in der Union wird weitergehen.

          Immerhin: Edmund Stoiber möchte nicht, dass die CSU-Minister aus dem Bundeskabinett abgezogen würden und sich seine Partei bundesweit ausdehne. Weil das „olle Kamellen“ seien. Und weil Regieren schöner sei als Opponieren. Sagt er jedenfalls, als wolle er es nicht zum Äußersten kommen lassen.

          Die Grenze des Äußersten aber hat er erreicht. So ziemlich alles, was den Markenkern der Merkel-CDU-Politik ausmacht, ist laut Stoiber falsch. Sie kümmere sich nicht um die kleinen Leute. Sie mache es sich zu leicht damit, die AfD als bloß rechtsradikal zu bezeichnen.

          Sie verstehe die Wähler nicht mehr. In Sachen Flüchtlingspolitik bilde sie mit SPD und Grünen eine Art „Einheitspartei“ (sic!) und kenne „keine Parteien mehr“ (sic! sic!), sondern nur noch „Menschen“, die Merkel unterstützen.

          Stoibers Rezept: Weniger Angela Merkel, mehr Franz Josef Strauß. Oder mehr Horst Seehofer. So wird das weitergehen zwischen CDU und CSU, bis Merkel ihre Bereitschaft zur abermaligen Kanzlerkandidatur verkündet hat. Will sie? „Wir wollen mit ihr“, hat Stoiber gesagt. Oder hat er da etwa geflunkert?

          Günter Bannas

          Leiter der politischen Redaktion in Berlin.

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