http://www.faz.net/-gpf-93mdx

Umfrage : Zustimmung zu Jamaika-Koalition bricht ein

  • Aktualisiert am

Weniger als die Hälfte der Befragten kann einer Jamaika-Koalition derzeit etwas positives abgewinnen. Bild: dpa

Schon vor Beginn der Koalitionsverhandlungen sinkt die Lust der Deutschen auf eine Jamaika-Koalition stark. Darunter leidet auch die Beliebtheit der Kanzlerin.

          Rund drei Wochen nach Beginn der Jamaika-Sondierungen ist die bundesweite Zustimmung zu einem möglichen Bündnis von Union, FDP und Grünen stark gesunken. Nach dem aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ fänden derzeit nur noch 45 Prozent der Bürger eine Jamaika-Koalition gut oder sehr gut.

          Das sind zwölf Punkte weniger als bei der letzten Erhebung Anfang Oktober, wie der WDR am Donnerstag mitteilte. 52 Prozent bewerten ein solches Bündnis inzwischen als weniger gut beziehungsweise schlecht - das entspricht einem Plus von zwölf Prozent im Monatsvergleich.

          Bei den Grünen-Anhängern sank die Zustimmung besonders stark von 76 auf jetzt nur noch 55 Prozent. Bei den FDP-Wählern ging sie von 80 auf 71 Prozent zurück, bei den Unions-Anhängern von 72 auf 70 Prozent.

          Zugleich büßte Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich an Beliebtheit ein. Die CDU-Vorsitzende verlor sechs Punkte im Vergleich zum Vormonat, nur noch 57 Prozent der Deutschen zeigen sich zufrieden mit ihrer politischen Arbeit. CSU-Chef Horst Seehofer rutscht um acht Punkte auf 28 Prozent ab.

          Grünen-Parteichef Cem Özdemir verbessert sich leicht auf 54 Prozent Zustimmung (plus 1), FDP-Chef Christian Lindner verliert und kommt auf 45 Prozent (minus 3). Im SPD-Lager schneidet Fraktionschefin Andrea Nahles (38 Prozent) erneut besser ab als Parteichef Martin Schulz (35).

          68 Prozent der Deutschen glauben der Umfrage zufolge, dass eine Jamaika-Koalition zustande kommen wird. In der Sonntagsfrage bleibt die Union (30 Prozent) vor SPD (21), AfD (13), FDP (12), Grünen (11) und Linken (9).

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Das Hadern der SPD

          Groko-Krise : Das Hadern der SPD

          Die SPD hat in der Sondierung keine Trophäe errungen – aber im Detail Beachtliches erreicht. Trotzdem zerpflückt die Partei den eigenen Verhandlungserfolg. Kein Wunder, dass die Union besser dasteht. Ein Kommentar.

          Kühnert kämpft Video-Seite öffnen

          Vor Koalitionsgesprächen : Kühnert kämpft

          Der Juso-Chef Kevin Kühnert stemmt sich gegen eine neue große Koalition und geht auf Werbetour. Damit gerät die SPD weiter unter Druck. Und ganz besonders ihr Vorsitzender.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Aussagemarathon : Wie gefährlich ist Bannon für Trump?

          Sonderermittler Robert Mueller hat Trumps ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon vorgeladen. Beobachter spekulieren bereits, ob beide einen Handel abgeschlossen haben könnten.

          Gastbeitrag : Europa droht die Spaltung

          Auf dem Kontinent werden teuer erkämpfte Freiheiten über Bord geworfen. Deutschland müsste wichtige Gegenimpulse setzen. Doch Berlin ist mit sich selbst beschäftigt.

          Handelsüberschuss : Tendenz: Sinkend

          Deutschland exportiert viel und importiert wenig. Viele Deutsche sind stolz, doch andere Länder ärgern sich darüber. Jetzt aber scheint sich der Trend zu drehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.