http://www.faz.net/-gpf-8lhx4

Umfrage : Wähler von Linkspartei und AfD stehen sich nahe

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry macht Wahlkampf in Berlin. Bild: Reuters

Jeder dritte Wähler der AfD nennt die Linke als zweitliebste Partei. Laut einer Umfrage, die der F.A.S. vorliegt, ist die Ablehnung der Rechtspopulisten bei Linken zudem geringer als bei Wählern anderer Parteien.

          Bei den Landtagswahlen in diesem Jahr hat die Linke erhebliche Verluste erlitten. Viele ihrer Wähler entschieden sich für die AfD. Ein Grund dafür war: Der Protest wanderte von links nach rechts. Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern lag die Linke gar acht Prozentpunkte hinter der AfD. Im Nordosten wechselten 16.000 Wähler von ihr zur rechtspopulistischen Partei. Insgesamt hat die Linke etwa ein Sechstel ihrer Wählerschaft an die AfD verloren.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Wie nah aber sind sich Anhänger der Linkspartei und der AfD? Eigentlich sollte man meinen, dass die am weitesten links stehende politische Kraft des Landes der am weitesten rechts stehenden Partei im parlamentarischen Spektrum besonders feindlich gesinnt ist - und umgekehrt. Eine bisher unveröffentlichte repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach, aus der die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (F.A.S) berichtet, zeichnet allerdings ein anderes Bild.

          Demnach nennt rund ein Drittel der AfD-Anhänger, nämlich 31 Prozent, die Linkspartei als zweitliebste unter allen Parteien. Das sind deutlich mehr als bei den Grünen oder der SPD, bei denen 24 beziehungsweise 15 Prozent die Linkspartei als zweitliebste Partei nennen. Bei den Linken-Wähler nennen immerhin 22 Prozent die AfD als ihre zweitliebste Partei. Das sind erheblich mehr als bei allen anderen Parteien: Bei der CDU kommt die AfD nur bei fünf Prozent der Anhänger auf Platz zwei der Sympathien, bei den Grünen sind es drei, bei der SPD zwei Prozent. „Bei aller Abgrenzung überschneidet sich ein beträchtlicher Teil der Anhängerschaft von Linken und AfD“, sagte Thomas Petersen vom Allensbach-Institut.

          Dieser Artikel ist aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
          Dieser Artikel ist aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Wenn Sie mehr davon lesen wollen, testen Sie die F.A.S. doch einfach als digitale Zeitung. Wie es geht, erfahren Sie hier ...

          Mehr erfahren

          Dieses Ergebnis wird gestützt durch die Antworten auf die Frage, welche Partei am wenigsten sympathisch sei. Bei den Anhängern der Linken nannten 57 Prozent die AfD als unsympathischste Partei. Bei den Anhängern anderer Parteien ist dieser Prozentsatz allerdings deutlich höher: 64 Prozent bei der FDP, 69 Prozent bei der CDU, 77 Prozent bei der SPD und 78 Prozent bei den Grünen. Bei den AfD-Anhängern nennen 34 Prozent die Linke als unsympathischste Partei, gefolgt von FDP und CDU mit 27 und 21 Prozent.

          Die Abneigung der AfD-Anhänger gegenüber der Linkspartei ist also geringer als jene der Linken-Wähler gegenüber den Rechtspopulisten. Aber dennoch lehnen die Anhänger aller anderen Parteien die AfD in weit höherer Zahl ab als die Linken-Wähler. „Es gibt strukturell eine relative Nähe zwischen AfD und Linkspartei“, sagte Meinungsforscher Petersen der F.A.S. Für die Umfrage wurden 1429 Personen befragt.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          SPD triumphiert in Niedersachsen

          Landtagswahl : SPD triumphiert in Niedersachsen

          Laut Hochrechnungen verliert die CDU leicht, FDP und Grüne sinken deutlich. Die AfD kommt in den Landtag, die Linke scheitert knapp an der Fünfprozenthürde. Ob die rot-grüne Koalition ihre Regierungsmehrheit behalten kann, ist unsicher.

          Österreich wählt ein neues Parlament Video-Seite öffnen

          Nationalratswahl : Österreich wählt ein neues Parlament

          In Österreich hat die Parlamentswahl begonnen. Bis 17.00 Uhr haben knapp 6,4 Millionen Menschen die Möglichkeit, aus zehn Parteien zu wählen. Laut Umfragen liegt die konservative Volkspartei ÖVP des 31-jährigen Spitzenkandidaten Sebastian Kurz vorn.

          Topmeldungen

          Neuer Finanzminister : Lindner vergrätzt die Union

          „Alles, bloß kein CDU-Finanzminister“, forderte FDP-Chef Christian Lindner im F.A.Z.-Interview. Das kommt beim potentiellen Koalitionspartner alles andere als gut an.
          Alles so schön blau hier: Das Logo der „Tagesschau“.

          Öffentlich-rechtliche Struktur : Weniger ARD wagen

          Der CDU-Politiker Rainer Robra macht einen radikalen Vorschlag: Die ARD soll auf das erste Programm verzichten, das ZDF als national ausstrahlender Sender reiche. Ob er mit dieser Idee durchkommt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.