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Umfrage Mehrheit für Körperscanner

06.01.2010 ·  In einer Umfrage sprechen sich 63 Prozent dafür aus, dass Flugreisende mit dem umstrittenen Körperscanner kontrolliert werden sollten. Die Deutsche Polizeigewerkschaft dringt derweil auf einen flächendeckenden Einsatz sogenannter Profiler.

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Die meisten Deutschen sind laut einer Umfrage bereit, sich Kontrollen mit Hilfe von Körperscannern an Flughäfen zu unterziehen. Bei der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts Forsa für das Magazin „Stern“ sprachen sich 63 Prozent für den Einsatz derartiger Geräte vor allen Flügen aus. 31 Prozent der insgesamt 1006 Befragten wandten sich dagegen, sechs Prozent waren unentschieden.

Am größten war die Zustimmung bei den Befragten aus Ostdeutschland: Von ihnen sprachen sich 72 Prozent für die Körperscanner aus - in den westlichen Bundesländern waren es 61 Prozent. Was die Parteien angeht, kommen die Körperscanner bei Anhängern von CDU/CSU mit einer Zustimmung von 73 Prozent am besten an.

Polizeigewerkschaft für „Profiler“ auf Flughäfen

Unterdessen äußerten sich Politiker von FDP und Grünen zurückhaltend bis ablehnend. Der FDP-Innenpolitiker Hartfrid Wolff schloss in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ einen baldigen Einsatz der umstrittenen Geräte aus. „Ein Einsatz von Nacktscannern noch in diesem Jahr ist nicht mehr als Wunschdenken der Union“, sagte Wolff. „Die Liberalen stehen für Schnellschüsse nicht zur Verfügung.“

Video: Schiphol will Körperscanner für Amerika-Reisende einführen

Der Vorsitzende des FDP-Arbeitskreises Recht und Innen betonte, selbst wenn sich alle Bedenken beseitigen ließen, „wird es mit den Liberalen einen nationalen Alleingang beim Scanner-Einsatz nicht geben“. Es sei sinnlos, wenn jedes Land eine Insellösung beschließe. „Entweder wir regeln das EU-weit einheitlich oder wir lassen ganz die Finger davon.“

Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne), der den Vorsitz der Justizminister der Länder innehat, sagte dem „Hamburger Abendblatt“: „Für mich ist unklar, ob ein Sicherheitsgewinn damit verbunden ist. Klar ist aber, dass Körperscanner erheblich mehr Überwachung bedeuten.“ Auch Körperscanner könnten umgangen werden, da sie nicht in der Lage seien, Gegenstände aufzuspüren, die im Körper transportiert werden. „Es ist die alte Geschichte: Die Menschen haben Angst, und die Politik versucht, mit symbolischem Handeln diesen Ängsten entgegenzuwirken.“

Die Deutsche Polizeigewerkschaft dringt derweil auf einen flächendeckenden Einsatz sogenannter Profiler, die Passagiere auf Flughäfen überprüfen sollen. „Wir sind zu sehr auf die Suche nach Sprengstoff, Flüssigkeiten und Waffen fixiert“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. „Effektiver wäre es, gezielt auffällige Personen aus dem Strom der Fluggäste herauszufiltern.“

Wendt sprach sich dafür aus, „auf jedem deutschen Flughafen einen Profiler pro tausend Fluggäste einzusetzen“. Diese professionellen Analytiker könnten Passagiere nach Kriterien wie Nationalität, Religion, ethnischer Herkunft, Flugziel oder Verhalten auswählen und näher unter die Lupe nehmen. „Auf anderen Feldern schwerer Kriminalität ist der Einsatz von Profilern längst üblich“, sagte Wendt. Vielfliegern und Geschäftsreisenden sollte das Fliegen dagegen erleichtert werden.

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