Home
http://www.faz.net/-gpf-761df
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Umfrage Klare Mehrheiten in weiter Ferne

Wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre, hätten laut einer Umfrage der „Forschungsgruppe Wahlen“ weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Regierungsmehrheit. Die FDP muss weiter um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen.

© dpa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte weiter im Amt bleiben wünschen laut ZDF-Politbarometer 62 Prozent der Befragten

Die SPD erhält nach dem knappen Wahlsieg in Niedersachsen auch im Bund leichten Rückenwind. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer legen die wegen der Debatte um Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gebeutelten Sozialdemokraten einen Punkt auf 29 Prozent zu. Die Union bleibt zwar mit Abstand stärkste Kraft. Da es die FDP aber trotz der Festlegung auf Rainer Brüderle als Spitzenkandidat nicht aus ihrem Umfragetief schafft, würde Schwarz-Gelb ebenso wie Rot-Grün eine Regierungsmehrheit verfehlen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

CDU/CSU kommen in der ZDF-Erhebung auf 41 Prozent, ein Punkt weniger als Anfang Januar. Grüne und Linkspartei verharren bei 13 beziehungsweise sechs Prozent. Keine Veränderungen gibt es auch bei FDP (vier Prozent) und Piratenpartei (drei Prozent), die damit den Einzug in den Bundestag verfehlen würden. Die SPD kann zum zweiten Mal in einer Umfrage nach der Niedersachsen-Wahl zulegen. Auch im ARD-Deutschlandtrend konnte sie wie auch ihr Wunsch-Koalitionspartner Grüne je einen Punkt hinzugewinnen.

FDP stagniert

Die Aussichten für die FDP sind nach dem ZDF-Politbarometer auch nach der Personalentscheidung eher schlecht. Nur jeder fünfte Befragte glaubt, dass es mit den Freidemokraten nun aufwärts gehen wird. Mehr als die Hälfte geht davon aus, dass die Entscheidung, Philipp Rösler als Parteivorsitzenden zu behalten und ihm Brüderle als Spitzenkandidaten an die Seite zu stellen, größeren Auswirkungen auf die Lage der Partei haben wird.

In Niedersachsen war die FDP überraschend auf 9,9 Prozent gekommen. Dies wird jedoch auf Zweitstimmen von CDU-Wählern zurückgeführt und spiegelt nicht die Stärke der Partei. SPD und Grüne haben im Landtag von Hannover eine Mehrheit von einem Sitz gegenüber CDU und FDP, die bislang die Regierung stellten.

Steinbrück macht Boden gut

Im direkten Vergleich von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Steinbrück kann der Herausforderer Boden gutmachen, auch wenn der Abstand zur Amtsinhaberin groß bleibt. Merkel solle Kanzlerin bleiben, wünschten sich 62 Prozent der Befragten nach 65 Prozent vor zwei Wochen. Steinbrück wollen 29 Prozent als Kanzler sehen, ein Plus von vier Prozentpunkten.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das Politbarometer 1249 Wahlberechtigte vom 22. bis 24. Januar.

Mehr zum Thema

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Umfrage Das Vertrauen in Qualitätsmedien besteht

Kritik an ihrer Arbeit sind Journalisten gewohnt. Doch traut man ihnen heute weniger? Eine Umfrage zeigt, wie Zeitungen und öffentlich-rechtlicher Rundfunk geschätzt werden. Ein Gastbeitrag zur Debatte über die Glaubwürdigkeit der Medien. Mehr Von Thomas Bellut

03.07.2015, 11:21 Uhr | Feuilleton
Griechenland-Wahl Deutsche sorgen sich nach Syriza-Wahlsieg um den Euro

Nach dem Wahlsieg des Linksbündnisses Syriza sorgen sich einige Deutsche um die Zukunft des Euro. In Griechenland hingegen sehen junge Menschen das Wahlergebnis als Chance. Die Jugendarbeitslosigkeit in dem Land liegt bei fast 60 Prozent. Mehr

26.01.2015, 16:07 Uhr | Politik
Finanzminister Wolfgang Schäuble ist beliebt wie noch nie

Die harte Haltung zahlt sich aus: Für seinen entschlossenen Kurs in den Verhandlungen mit Griechenland feiert die Unionsfraktion den Finanzminister. Und nicht nur sie. Das engt den Spielraum von Kanzlerin Angela Merkel ein. Mehr Von Manfred Schäfers, Berlin

03.07.2015, 06:53 Uhr | Wirtschaft
Wahl in Hamburg Merkel: Einige AfD-Wähler von CDU

Am Tag nach der Hamburger Bürgerschaftswahl hat Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende Angela Merkel klare Worte für das Debakel der CDU gefunden. Die knapp 16 Prozent sind für die Partei ein historisches Tief. Mehr

16.02.2015, 15:12 Uhr | Politik
Koalition und Grexit Berliner Doppelbotschaft

Auch wenn die Euro-Zone dank Tsipras vor dem Zerfall steht – das Berliner Regierungsbündnis hält zusammen. Das zumindest wollten Angela Merkel und Sigmar Gabriel mit zwei Auftritten zeigen. Doch ist ihnen das gelungen? Mehr Von Günter Bannas und Majid Sattar, Berlin

29.06.2015, 19:30 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.01.2013, 11:27 Uhr

Der Euro ist kein Geschenk der Götter

Von Berthold Kohler

Es war das gute Recht der Griechen, nein zu sagen. Jetzt aber müssen sie die Folgen tragen. Eine Wünsch-dir-was-Währungsunion, aus der sich jeder nur die Rosinen herauspicken könnte, hätte keinen Bestand. Mehr 186 417