16.06.2004 · Auch bei der sogenannten Sonntagsfrage der Wahlforscher vom Allensbach-Institut erreicht die SPD lediglich 25 Prozent. Die Ergebnisse der Europawahl haben offensichtlich auch Aussagekraft für das bundespolitische Wahlverhalten.
Eine Regierungspartei verliert erst ihre Identität und dann die Macht, befindet das Institut für Demoskopie Allensbach mit Blick auf das Abschneiden der SPD bei der Europawahl und verweist auf vergleichbare Befunde kurz vor der Abwahl der unionsgeführten Regierung im Jahre 1998.
Allenthalben stellt die Bevölkerung eine Abnahme der sozialen Gerechtigkeit infolge der wirtschaftlichen Entwicklung und der Reformpolitik der Bundesregierung fest. 73 Prozent der Bürger sprechen der Regierung Schröder das Bemühen um soziale Gerechtigkeit ab. Dies mindert das Vertrauen zur SPD, denn dieser Wert fällt noch schlechter aus als das Urteil über die wirtschaftlichen Verhältnisse, die von 63 Prozent der Befragten für nicht gerecht gehalten werden.
Bei der Frage nach den Wahlabsichten im Falle einer Bundestagswahl erreicht die SPD 25,0 Prozent (im Osten 23,0), die Union 45,9 Prozent (im Osten 35,8), womit die Vermutung widerlegt ist, die Ergebnisse der Europawahl hätten keine Aussagekraft für das bundespolitische Wahlverhalten.