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Trauerzeremonie in Mazar-i-Scharif „Wir werden weiter kämpfen“

18.04.2010 ·  Mit einer Trauerzeremonie auf dem Stützpunkt Mazar-i-Sharif sind die vier am vergangenen Donnerstag gefallenen Bundeswehrsoldaten verabschiedet worden. Generalinspekteur Volker Wieker sicherte den dort eingesetzten Kameraden zu, sie erhielten alles, was sie zur Erfüllung ihres Auftrags benötigten.

Von Stephan Löwenstein, Mazar-i-Sharif
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Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wieker, hat den in Afghanistan eingesetzten Soldaten zugesichert, sie erhielten alles, was sie zur Erfüllung ihres Auftrags benötigten, eine gute Ausrüstung und Ausbildung. Das sei seine Verantwortung, die er - ebenso wie die übrige militärische und die politische Führung des Verteidigungsministeriums - wahrzunehmen hätten, sagte Wieker am Sonntag auf einer Trauerzeremonie, mit der die vier am vergangenen Donnerstag gefallenen Bundeswehrsoldaten auf dem Stützpunkt Mazar-i-Sharif verabschiedet wurden. Der General sagte, er sehe es auch als seine Aufgabe an, den Soldaten „Schutz vor ungerechtfertigter Kritik“ und „Handlungssicherheit“ durch geeignete Einsatzregeln zu sichern.

Die Verabschiedung folgte einem Zeremoniell, wie es nach Bundeswehrangaben im Prinzip für alle im Regionalkommando Nord gefallenen Soldaten der internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf üblich ist. Etwa 1500 Soldaten der Isaf, unter anderen Deutsche, Amerikaner, Schweden, Norweger, Kroaten, Bosnier, Finnen, Esten, Türken, die in dem ausgedehnten Feldlager stationiert sind, nahmen daran teil. Sie standen, im Winkel aufgestellt, vor einem Ehrenhain und im Spalier auf dem Weg zum Flugplatz. Die mit Deutschlandfahnen und Helmen bedeckten Särge lagen auf den schwarz verhängten Pritschen-Zweitonner-Lastwagen. Zunächst hielten ein evangelischer und ein katholischer Militärseelsorger kurze Ansprachen, lasen aus Psalm 37 und dem ersten Korintherbrief und sprachen ein Vaterunser.

Die Gefallenen, Stabsunteroffizier Josef Kronawitter, Hauptfeldwebel Marius Dubnicki und Oberstabsarzt Dr. Thomas Broer, wurden postum mit Einsatzmedaillen in Bronze, Major Jörn Radloff mit der Einsatzmedaille in Silber ausgezeichnet. Die Auszeichnung in Bronze erhalten alle Soldaten am Ende ihrer Einsatzzeit, wenn sie länger als 30 Tage im Einsatz waren, und in Silber bei mehr als 180 Tagen.

„An der Frontlinie einer gemeinsamen Bedrohung“

Wieker verurteilte den Angriff durch Aufständische: Dass sie gezielt einen beweglichen Arzttrupp angegriffen hätten, lege ihr menschenverachtendes Vorgehen bloß und spreche allen völkerrechtlichen Regeln Hohn. Der Oberstabsarzt war durch den Treffer einer Panzerfaust auf sein Sanitätsfahrzeug getötet worden. Es sei das strategische Ziel dieses Gegners, den Rückhalt in Deutschland für den Einsatz zu schwächen. Doch hätten die Truppen die Fähigkeit, auf eine veränderte Lage zu reagieren: Sie hätten in den Gefechten gegen diesen Gegner bestanden. „Ihre Tapferkeit steht außer Frage, und ich bin froh und auch ein wenig stolz, zu Ihnen zu gehören.“ Wieker schloss mit einem Satz aus dem Lied „Ich hatt' einen Kameraden“: „Kann dir die Hand nicht geben, bleib du im ew'gen Leben, mein guter Kamerad.“

Auch der Isaf-Regionalkommandeur im Norden Afghanistans, Brigadegeneral Leidenberger, sprach von „ruchlosen und feigen Männern, die nicht verstehen, dass ihr sogenannter Heiliger Krieg nichts ist als Brutalität und Leiden für das afghanische Volk bringt“. Die Soldaten empfänden Wut und Zorn. „Aber es ist auch Trotz, der sich breitmacht, und das Bewusstsein, dass wir in einem gemeinsamen Kampf stehen. Wir stehen hier an der Frontlinie einer gemeinsamen Bedrohung.“

Es gehe für die Isaf-Nationen darum, dass in ihren Heimatländern die Bedrohung durch den Terrorismus verringert werde. Leidenberger sagte: „Es bleibt dabei: Wir geben nicht klein bei. Wir werden weiter kämpfen. Und wir werden gewinnen.“

Leidenberger hatte vor Beginn der Operation Taohid II im zuständigen Isaf-Hauptquartier in Bagram zunächst Bedenken geltend gemacht, er verfüge nicht über genügend militärische Fähigkeiten, weil die Deutschen gerade ihren Kontingentwechsel hinter sich brachten. Die Operation wurde dann auch durch belgische, kroatische, schwedische und amerikanische Kräfte unterstützt.

Unterdessen ist die von Isaf-Kräften unterstützte Offensive der afghanischen Armee in der Provinz Baghlan fortgesetzt worden. Das afghanische Innenministerium teilte nach Agenturberichten mit, dass in den vergangenen vier Tagen durch Luftangriffe im Rahmen der Offensive mindestens 29 Aufständische in Baghlan getötet worden seien. Unter den Getöteten seien zwei ranghohe Kommandeure.

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