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„Titanic“-Fake : „Bild“ verteidigt Berichte zu „Schmutzkampagne bei der SPD“

  • Aktualisiert am

Ein früherer Coup der „Titanic“: Die getürkte Buntstift-Wette im Jahr 1988 Bild: Picture-Alliance

Ein „Bild“-Bericht über vermeintliche russische Hilfe für die Juso-Kampagne gegen die große Koalition hat sich als Scherz des Satiremagazins „Titanic“ herausgestellt. Jetzt reagiert „Bild“.

          Die „Bild“-Zeitung hat Berichte über eine „Schmutzkampagne bei der SPD“ mit angeblichen Mails des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert verteidigt. Zuvor hatte das Magazin „Titanic“ am Mittwoch erklärt, die Zeitung sei auf eine Satireaktion der Zeitschrift hereingefallen.

          „Die Echtheit der uns anonym zugestellten E-Mails haben wir immer deutlich in Frage gestellt und journalistisch eingeordnet: 'Für die Echtheit gibt es keinen Beweis' (BILD, 16.2.2018)“, erklärte ein Sprecher des Medienhauses Axel Springer am Mittwoch in Berlin auf Anfrage.

          Zuvor hatte „Titanic“ erklärt, der Mailwechsel zwischen Kühnert und einem russischen Hacker sei von ihrem Internet-Redakteur Moritz Hürtgen an „Bild“ lanciert worden. Das Magazin stellte den angeblichen Mailwechsel zwischen „Kev“, dem vermeintlichen Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert, und „Juri“, einem angeblichen russischen Internettroll, online. „Eine anonyme Mail, zwei, drei Anrufe – und 'Bild' druckt alles, was ihnen in die Agenda paßt“, heißt es bei „Titanic“.

          Dazu erklärte „Bild“ weiter: „Auslöser unserer Berichterstattung war die Ankündigung der SPD, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Wir sind gespannt, ob die SPD diese nun gegen 'Titanic' richten wird.“

          Unter der Überschrift „Neue Schmutzkampagne bei der SPD“ hatte „Bild“ am vergangenen Freitag und am Montag über einen Mailverkehr berichtet, der den Eindruck erweckte, ein russischer Troll habe dem Juso-Chef angeboten, über falsche Accounts im Internet den SPD-Mitgliederentscheid zu beeinflussen.

          „Wir haben von Anfang an gesagt, dass das eine plumpe Fälschung ist. Jetzt ist es halt ein witziger Fake“, erklärte Kühnert über seinen Sprecher am Mittwoch. „Weniger witzig ist, dass die 'Bild' auf diese fragwürdigen Informationen eine mehrtägige Berichterstattung aufgebaut hat, die jeder Grundlage entbehrte.“

          Die Satirezeitschrift „Titanic“ erklärt auf ihrer Internetseite weiter: „Die Berichte der 'Bild' stießen in der SPD und in seriösen Medien sofort auf Skepsis, u.a. aufgrund der fälschlicherweise in der Mailadresse verwendeten Endung @jusos.de. Wir möchten uns trotzdem gegen den Vorwurf der Jusos verwehren, es handle sich um eine 'plumpe Fälschung'. Das ist unverschämt. Da stecken mindestens drei Stunden Arbeit drin.“

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