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Terrorwarnung Die Gefahr steigt

22.06.2007 ·  Der islamistische Terror hat Wurzeln und endlose Tentakel im Internet, weshalb dort gefahndet und ermittelt werden muss, viel tiefer und gründlicher als derzeit erlaubt. Wer das verhindert, vergrößert das Anschlagsrisiko. Ein Kommentar von Peter Carstens.

Von Peter Carstens
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Es braut sich was zusammen - so sind die Warnungen zu verstehen, die deutsche Sicherheitsbehörden ausgeben. Zum ersten Mal seit dem September 2001 schwingt dabei so etwas wie Alarmstimmung mit, und selbst der Innenstaatssekretär Hanning spricht erstmals von griffigen Hinweisen und nicht mehr von „abstrakter Bedrohung“.

Der islamistische Terror kriecht immer näher auch an Deutschland heran. Zudem steigt die Gefahr für Deutsche, die in Afghanistan um Wiederaufbau bemüht sind. Das Abgleiten von Teilen dieses Landes in Zonen des Terrors spiegelt sich für sie in Selbstmordanschlägen in Kabul und Kundus ebenso wie im Angriff auf einen deutschen Botschaftskonvoi und auf Angehörige von Hilfsorganisationen. Taliban und Al Qaida reorganisieren ihren Kampf gegen den Westen und sie sind willens, den Konflikt auch in die Städte Europas und Nordamerikas zu tragen.

Wankelmütig, erschütterbar, uneins

Deutschland ist dabei ein Ziel: Wankelmütig, erschütterbar, uneins, so wirkt es oft von außen, wenn nicht gerade Fußballweltmeisterschaft ist. Im Herbst wird der Bundestag über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats entscheiden. Das wissen die hiesigen Kooperationspartner des Dschihad. Offenbar planen sie, instruiert aus Pakistan und Afghanistan, die Beschlussfassung zu beeinflussen, nach dem Vorbild von Madrid, wo nach Bombenanschlägen im März 2004 erst die Regierung wechselte und dann die spanischen Soldaten aus dem Irak abgezogen wurden.

Soweit die Lage, an welcher die Bundesregierung nichts beschönigt. Sie will, dass die Bürger wissen, woran sie sind. Zugleich wirbt insbesondere das Innenministerium um Unterstützung bei der Gefahrenabwehr, die für manche schon ein Übermaß erreicht hat. So wird auch jetzt hervorgehoben, dass der islamistische Terror Wurzeln und endlose Tentakel im Internet hat, weshalb dort gefahndet und ermittelt werden muss, viel tiefer und gründlicher als dies derzeit erlaubt ist. Wer das verhindert, vergrößert wissentlich das Anschlagsrisiko. Auch das muss gesagt werden.

Und was tut man selbst gegen die Terrorgefahr? Man muss lernen, mit einer ungefähren Alltagsbedrohung zu leben. Früher war es der Atomkrieg, heute die Dschihadbombe. Gelassen bleiben, heißt die Devise. Die Zuständigen sollen das Mögliche tun und das Unmögliche lassen.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent in Berlin.

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