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Terrorverdacht Mutmaßliches Al-Qaida-Mitglied festgenommen

02.10.2009 ·  Die Sicherheitsbehörden haben womöglich einen Anschlag von Islamisten vereitelt. Schon am Donnerstag wurde der 24 Jahre alte Adnan V. aus Offenbach wegen Unterstützung des Terrornetzes Al Qaida festgenommen. Sie stellten bei dem Mann Chemikalien und eine Zündvorrichtung sicher. Inzwischen wurde Haftbefehl erlassen.

Von Katharina Iskandar, Frankfurt
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Kurz vor dem Fest der Deutschen Einheit haben Sicherheitsbehörden in Deutschland womöglich einen Anschlag von Islamisten vereitelt. Wie die Generalbundesanwaltschaft am Freitag mitteilte, wurde schon am Donnerstag ein 24 Jahre alter Mann aus Offenbach wegen Unterstützung einer ausländischen Vereinigung festgenommen. Beamte des Bundeskriminalamtes hatten auch ein Geschäftslokal in Frankfurt durchsucht. Am Freitagabend wurde Haftbefehl erlassen. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe ordnete zugleich auf Antrag der Bundesanwaltschaft Untersuchungshaft an, wie die oberste deutsche Ermittlungsbehörde mitteilte.

Der Deutsch-Türke Adnan V. steht im Verdacht, für die ausländische terroristische Vereinigung Al Qaida durch die Verbreitung von Propagandamaterial im Internet um Mitglieder oder Unterstützer geworben zu haben. Zudem wird er verdächtigt, Grundstoffe und Materialien erworben zu haben, die der Herstellung von Sprengvorrichtungen dienen.

In der Wohnung des Mannes fanden Beamte des Bundeskriminalamts Pistolen und Gewehre sowie Chemikalien. Die Sicherheitsbehörden schließen nicht aus, dass diese gezielt für einen terroristischen Anschlag beschafft worden sind. Außerdem wurde ein selbst hergestelltes elektronisches Gerät sichergestellt, das nach einer ersten Einschätzung als Zündvorrichtung für Sprengladungen dienen könnte.

Auf den Mann aufmerksam geworden waren die Ermittler im Internet. Dort soll sich der Beschuldigte umfassend über den Einsatz von Sprengstoffen und den Bau von Bomben informiert haben, wie aus Sicherheitskreisen zu hören ist.

Kontakt in die islamistische Szene

Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatte der Mann in den vergangenen Monaten Kontakt zu mutmaßlichen Terroristen. Derzeit wird geprüft, ob er von Dritten „für logistische Zwecke“ angeworben worden ist, um etwa die Waffen und Chemikalien zu besorgen und zu lagern. Ein Terrorcamp hat der Offenbacher den Angaben zufolge nicht besucht. Wie zu hören war, konnte er jedoch mit Waffen umgehen, da er Mitglied eines Schützenvereins sei.

Derzeit prüft die Polizei die Verbindungen des Mannes in die islamistische Szene. Dabei gehen sie vor allem der Frage nach, inwiefern diese Kontakte in Zusammenhang mit den jüngsten Terrordrohungen stehen, die kurz vor der Bundestagswahl aufgetaucht sind. Ein unmittelbarer Zusammenhang zu den jüngst im Internet verbreiteten gegen Deutschland gerichteten Drohvideos sei bislang nicht ersichtlich.

Geprüft wird außerdem, ob es entgegen den bisherigen Erkenntnissen nicht doch konkrete Anschlagspläne gibt, und ob sich diese auf eine Stadt beziehen oder mehrere Städte betreffen.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

In Berlin wurden unterdessen die Sicherheitsmaßnahmen vor den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit verschärft. Laut Innensenator Ehrhart Körting seien Polizisten seien noch einmal angehalten worden, auf verdächtige Menschen und Fahrzeuge zu achten. Die Polizei plant für das Gebiet um das Brandenburger Tor herum ein ähnliches Sicherheitskonzept wie das der bayerischen Kollegen beim Oktoberfest in München. Rund um die Festmeile solle es verstärkt Personen- und Gepäckkontrollen geben und Straßenabsperrungen geben.

Auch die saarländischen Behörden machten sich Sorgen über die Sicherheit bei der offiziellen Feier des Jahrestags in Saarbrücken. Sie haben mehrere Polizei-Hundertschaften aus anderen Bundesländern zur Unterstützung angefordert. An der zentralen Einheitsfeier in Saarbrücken nehmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Horst Köhler und andere Spitzenvertreter aus Politik und Gesellschaft teil.

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