http://www.faz.net/-gpf-95n13

Terrorgefahr : Rückkehr von mehr als hundert Dschihadisten-Kindern erwartet

  • Aktualisiert am

Iraksiche Kinder spielen in den Trümmern der Stadt Mosul, die lange von der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ besetzt war. Bild: AFP

Die Grünen-Innenexpertin Mihalic fordert „fundierte Erkenntnisse zu den Minderjährigen“. Radikalisierung müsse bekämpft werden, „bevor sie sich in konkreten Anschlägen entlädt“.

          Die Bundesregierung rechnet damit, dass mehr als 100 Kinder von aus Deutschland ausgereisten Anhängern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in die Heimat zurückkehren könnten.. Das erklärte die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, wie die Zeitung „Welt“ berichtete. Demnach verfügt die Regierung „derzeit über Informationen, die eine niedrige dreistellige Anzahl von Minderjährigen erwarten lassen, wobei der Großteil im Baby- beziehungsweise Kleinkindalter sein dürfte“.

          Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic kritisierte diese Angaben laut „Welt“ als unzureichend: „Die Bundesregierung rechnet mit mehr als hundert minderjährigen Angehörigen von IS-Fahrern aus Deutschland in den Kriegsgebieten, beruft sich dabei aber nur auf vage Informationen, ohne sich selber eine Faktenbasis zu schaffen.“ Dabei seien „dringend fundierte Erkenntnisse zu den Minderjährigen“ nötig, damit die Reintegration in die Gesellschaft gelingen könne. Mihalic forderte ein „bundesweites Präventionsnetzwerk“. Radikalisierung müsse bekämpft werden, „bevor sie sich in konkreten Anschlägen entlädt“, warnte die Grünen-Politikerin.

          Große Rückreisewelle hat noch nicht eingesetzt

          Nach den immensen Gebietsverlusten der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak beobachten Verfassungsschützer nun mit Sorge die Rückkehr von Frauen und Kindern dortiger Kämpfer. Eine große Rückreisewelle von Dschihadisten habe noch nicht eingesetzt, „beobachten lassen sich aber Rückreisen von Frauen, Jugendlichen und Kindern“, hatte Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen im Dezember geäußert. Hintergrund seien Bestrebungen der Kämpfer, ihre Angehörigen in Sicherheit zu bringen.

          Laut Bundesregierung sollen in den vergangenen Jahren rund 960 Islamisten aus Deutschland in die Kriegsgebiete in Syrien und im Irak ausgereist sein. Zuletzt seien die Zahl infolge der militärischen Niederlagen es IS deutlich zurückgegangen. 2014 waren es demnach noch rund 310, im Jahr 2017 bis Ende November nur noch etwa 70. Von etwa einem Drittel der Ausgereisten weiß die Bundesregierung dem Bericht zufolge, dass sie wieder zurück in Deutschland sind.

          Quelle: AFP/dpa/chrs.

          Weitere Themen

          Türkische Panzer rollen Video-Seite öffnen

          Zivilsten getötet : Türkische Panzer rollen

          Bei der türkischen Offensive gegen kurdische Kämpfer in der nordsyrischen Region Afrin sind nach Angaben der Kurden-Miliz YPG mindestens neun Menschen getötet worden, darunter sechs Zivilisten.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Martin Schulz vor seinem Gesprächstermin mit Seehofer und Merkel

          Spitzentreffen : Verhandlungsbeginn schon in dieser Woche?

          Am Montagabend trafen sich Martin Schulz, Angela Merkel und Horst Seehofer, um das weitere Vorgehen auf dem Weg zur Groko zu besprechen. Martin Schulz sagt, die SPD-Spitze muss sich erst noch sortieren.
          Lehrer und Schüler: Paul Bocuse (l) mit Eckart Witzigmann Anfang der Achtziger

          Zum Tod von Paul Bocuse : „Die Küche muss glänzen!“

          Spitzenkoch Eckart Witzigmann erinnert sich an seinen Lehrmeister Paul Bocuse - an die harschen Ansprachen, das ungebremste Temperament, die Gastfreundschaft und das große Herz des französischen Kochs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.