29.09.2009 · Angesichts neuer Botschaften des Terrornetzes Al Qaida bleiben die Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland hoch. Unter besonderer Beobachtung steht jetzt offenbar nicht nur das Oktoberfest in München, sondern auch eine Klinik in Hannover.
Angesichts neuer Botschaften des Terrornetzes Al Qaida bleiben die Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland hoch. Die Bedrohungssituation sei aber weiter abstrakt - sie habe sich nach der Bundestagswahl nicht verändert, erklärten Sprecher der Bundespolizei und des Bundesinnenministerium am Dienstag in Potsdam und Berlin. Am Wahlsonntag war in einem Islamisten-Internetforum eine Drohung gegen Deutschland veröffentlicht worden. Am Montag tauchte eine Botschaft des zweiten Mannes von Al Qaida, Eiman al Zawahiri, auf, in der er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Lüge bezichtigte.
Flughäfen und Bahnhöfe in Deutschland stehen nach Angaben der Sicherheitsbehörden weiterhin unter besonderer Beobachtung. Die Polizei sei wachsam, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums. Zuletzt waren die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Münchner Oktoberfest massiv verschärft und zwei in München lebende mutmaßliche Islamisten vorbeugend in Polizeigewahrsam genommen worden. Zudem herrscht für die Festivalfläche ein Überflugverbot. Der mutmaßliche Al Qaida-Terrorist Bekkay Harrach hatte zuvor in einer Video-Botschaft Bezug auf das Oktoberfest genommen.
Al-Sawahiri sagte in seiner am Montag veröffentlichten Botschaft, er wundere sich, dass Merkel sage, die deutschen Truppen seien in Afghanistan, um den Frieden und die Sicherheit in der Welt zu sichern. Dies sei eine Lüge, da die Deutschen nur durch den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan zum Frieden beitragen könnten.
Hannover-Klinik im Visier?
Die jüngsten Drohungen des Terrornetzwerkes Al Qaida und der radikal-islamischen Taliban richten sich offenbar auch gegen eine Klinik in Hannover. In dem vergangene Woche veröffentlichten Video ist neben denen vom Brandenburger Tor, dem Hauptbahnhof in Hamburg, dem Oktoberfest, dem Kölner Dom und der Frankfurter Skyline, auch ein Bild der Privatklinik „International Neuroscience Institute“ (INI) zu sehen. Eine Polizeisprecherin in Hannover sagte am Dienstag, die Drohung werde ernst genommen. Das Gebäude werde nun bis auf weiteres von mehreren Beamten bewacht.
In dem Video wirft Taliban-Anhänger Abu Ibrahim Amriki den Ärzten der Klinik vor, den damaligen usbekischen Innenminister Suki Almatow 2005 in die Klinik geflogen zu haben. Drei Monate zuvor soll Almatow am Massaker von Andijan beteiligt gewesen sein, bei dem Hunderte Menschen starben.