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Repräsentative Studie : Migranten besser integriert als vermutet

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Fast alle Befragte der Integrationsstudie der Konrad-Adenauer-Stiftung halten das Erlernen der deutschen Sprache für wichtig. Bild: dpa

Kanzleramtschef Peter Altmaier ist zuversichtlich bei der Eingliederung von Einwanderern. Sein Optimismus stützt sich auf eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung: Die Integration von Migranten hängt von ihrer Aufenthaltsdauer ab.

          Nach Ansicht von Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) sind viele Migranten in Deutschland besser integriert als oft vermutet. „Integration ist möglich“, sagte der Minister am Freitag in Berlin. „Sie gelingt in erstaunlichem Maße und mehr, als viele gedacht hätten.“ Altmaier stellte eine repräsentative Studie der unionsnahen Konrad-Adenauer-Stiftung (Kas) vor, die sich mit Integration und Wahlverhalten von Ausländern und Migranten in Deutschland befasst. „Sie ist wichtig, weil wir auch im postfaktischen Zeitalter auf Fakten nicht ganz verzichten sollten“, sagte Altmaier. Die politischen Bemühungen der vergangenen Jahre hätten Früchte getragen.

          Demnach leben praktisch alle Befragten gerne in Deutschland und sind der Meinung, wer ins Land komme, solle auch die Sprache lernen. Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass Migranten und Ausländer besser integriert sind, je länger sie in Deutschland leben. Menschen, die seit mehr als 20 Jahren hier leben, sprechen zu 71 Prozent zu Hause überwiegend deutsch, bei fünfjährigem Aufenthalt sind es 33 Prozent.

          Integration : Zuwanderer wollen sich anpassen

          Auf breite Zustimmung traf die Aussage, dass sich Zuwanderer an die deutsche Kultur anpassen sollten: 76 Prozent der Ausländer – so werden in der Studie in Deutschland lebende Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft bezeichnet – befürwortete diese Aussage, ebenso wie 83 Prozent der Befragten mit Migrationshintergrund.

          Die Studie ergibt bei Migranten und Zuwanderern teilweise aber auch problematische Einstellungen. Bei ihnen finden Verschwörungstheorien – wie beispielsweise eine Verantwortung der Vereinigten Staaten für die Terroranschläge vom 11. September 2001 – und homophobe Einstellungen größere Verbreitung. 23 Prozent der Migranten gaben an, sie wollten keine homosexuellen Freunde, bei den Deutschen ohne Zuwanderungsgeschichte waren es sechs Prozent.

          Großer Teil der Muslime in Deutschland relativ säkular

          Nach ihrer Religiosität befragt stuften sich 49 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime als „durchschnittlich religiös“ ein. 23 Prozent bezeichnen sich als „stark religiös“. Fast ebenso viele Muslime, nämlich 20 Prozent, betrachten sich als „schwach religiös“. Altmaier schloss aus diesen Ergebnissen, dass sich länger in Deutschland lebende Muslime der Mehrheitsgesellschaft auch im religiösen Verhalten anpassen. Man habe es also „nicht mit einem Kampf der Religionen und Kulturen zu tun“, sagte der CDU-Politiker.

          Dass 56 Prozent der für die Studie befragten Muslime, die Lehre des Islams an die Bedingungen der modernen Welt anpassen wollen, wertete Peter Altmaier (CDU) als „ermutigendes Zeichen“.
          Dass 56 Prozent der für die Studie befragten Muslime, die Lehre des Islams an die Bedingungen der modernen Welt anpassen wollen, wertete Peter Altmaier (CDU) als „ermutigendes Zeichen“. : Bild: dpa

          Laut der Studie ist ein großer Teil der Muslime in Deutschland relativ säkular. So machte rund ein Drittel der Muslime keine Angabe dazu, zu welcher islamischen Gruppe er gehöre. Mehrheitlich gaben die Muslime unter Migranten und Ausländern an, Sunniten zu sein. Nur eine Minderheit – sieben Prozent der Migranten, drei Prozent der Ausländer – sind Schiiten.

          56 Prozent der für die Studie befragten Muslime stimmten der Aussage zu, die Lehre des Islam müsse an die Bedingungen der modernen Welt angepasst werden. Altmaier wertete das als „ermutigendes Zeichen“. Er betonte, der Staat sei mit den Muslimen im Dialog beispielsweise über die Imam-Ausbildung an deutschen Universitäten. Noch würden Absolventen aber nicht in dem Maß wie erhofft eingesetzt.

          Staatsdienst bei türkischen Zuwanderern besonders beliebt

          Kaum Unterschiede existieren bei der Bewertung der Demokratie in Deutschland. In allen drei Gruppen sind um die 90 Prozent nach eigenen Angaben mit dieser zufrieden. Der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund sowie der Ausländer, die mit der Demokratie „sehr zufrieden“ sind, ist sogar signifikant höher als die der Deutschen ohne Migrationshintergrund: Während es bei diesen nur 22 Prozent sind, sind es bei den Deutschen mit Migrationshintergrund 28 Prozent und bei den Ausländern sogar 38 Prozent.

          Der Staatsdienst ist bei türkischstämmigen Zuwanderern besonders beliebt. Ein Drittel von ihnen zieht eine Arbeit für die Bundesrepublik aktuell in Erwägung. Unter sämtlichen Deutschen mit Migrationshintergrund tun das nur 18 Prozent, unter den Deutschen ohne Migrationshintergrund sogar nur zehn Prozent. Befragt wurden für die Studie insgesamt rund 3.000 Menschen ab 18 Jahren, davon jeweils 1.000 Deutsche ohne und mit Migrationshintergrund sowie in Deutschland lebende Ausländer. 362 der Befragten waren Muslime. Die Befragung fand zwischen Januar und April 2015 und damit vor dem großen Andrang von Flüchtlingen statt.

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