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Iglu-Studie : Jeder fünfte deutsche Viertklässler kann nicht richtig lesen

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Grundschüler der Wiesbachschule in Grävenwiesbach beim Lesen an Tablets: Immer mehr Viertklässler haben gravierende Lese-Probleme. Bild: Frank Röth

Eine neue Studie zeigt: Immer mehr Viertklässler in Deutschland haben Probleme beim Lesen. Im internationalen Vergleich steht Deutschland schlechter da als vor einigen Jahren. Doch es gibt auch positive Entwicklungen.

          Die neue Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (Iglu) zeigt: Die Leistungen der deutschen Grundschüler driften auseinander. So stieg die Anzahl der leistungsstarken Viertklässler im Vergleich zu 2011 deutlich von 8,6 auf 11,1 Prozent an. Gleichzeitig stieg aber auch die Anzahl der leistungsschwachen Kinder. Hatten im Jahr 2001 noch 16,9 Prozent der Viertklässler starke Leseschwächen, waren es 2016 schon 18,9 Prozent. Das sind fast 20 Prozent und damit fast jeder fünfte Viertklässler.

          Im internationalen Vergleich liegt Deutschland seit Beginn der Lesestudien stabil über dem Mittelwert von 521 Punkten. 2001 erreichten die deutschen Viertklässler einen Wert von 539, 2016 einen von 537 Punkten. Sie liegen damit im Bereich des EU- (540 Punkte) und OECD-Durchschnitts (541 Punkte). Während sich die Leistung der deutschen Grundschüler über all diese Jahre kaum veränderte, hat sich die der Kinder in anderen Ländern aber verbessert. Dadurch fällt Deutschland im Ranking zurück. Gab es 2001 nur vier Staaten, die höhere Leistungsmittelwerte hatten als Deutschland, waren es 2016 schon zwanzig. „Vor dem Hintergrund ist Stagnation natürlich Rückschritt“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bildungsministerin Baden-Württembergs Susanne Eisenmann (CDU).

          Aus Sicht der Studienautoren unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung der Sprachförderung. Das Lesen müsse in allen Schulfächern eine zentrale Rolle spielen. Kinder mit Leseschwächen müssten gezielt unterstützt werden. Das dürfe allerdings nicht auf Kosten der leistungsstarken Kinder geschehen.

          Die soziale Herkunft der deutschen Viertklässler, auch das zeigt die Iglu-Studie, ist für ihre Leistung entscheidend: „Gemessen an der Anzahl der Bücher im Haushalt und dem Berufsstatus der Eltern gehört Deutschland weiterhin zu den Staaten, in denen die sozialbedingten Leistungsunterschiede am höchsten ausfallen“, heißt es in der Studie.

          Im internationalen Vergleich eher klein ist hingegen der Zusammenhang mit dem Geschlecht: Der Leistungsvorsprung beim Lesen von Mädchen gegenüber Jungen liegt hierzulande bei elf Prozent. Dieser Wert hat sich laut den Studienautoren in Deutschland und den anderen Ländern seit 2001 kaum geändert.

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          Geändert hat sich hingegen der Anteil der Kinder, die gerne lesen. Er ist seit 2001 um fünf Prozentpunkte auf rund 70 Prozent gesunken. „Das ist an  sich ein trauriger Befund“, sagte der Studienautor Wilfried Bos. Er zeigte sich ernüchtert, da die zuständigen Bundesländer die Lage seit den Vorgängerstudien nicht verbessern konnten: „Es ist nicht genug passiert.“

          Kultusministerkonferenz-Präsidentin Eisenmann äußerte sich etwas positiver. Sie erklärte: „Die zunehmend heterogene Schülerschaft stellt die Grundschulen in Deutschland vor große Herausforderungen. Der internationale Vergleich zeigt, dass es einer Reihe von Staaten im Grundschulbereich besser gelingt, die Leseleistungen zu verbessern. Diesen Fortschritt gilt es zu analysieren.“

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