Die Diskussion über die Machbarkeit der Räumung des Atommülllagers Asse ist neu entbrannt. Der Vorsitzende der Entsorgungskommission des Bundes, Michael Sailer, bezweifelt, dass die Atomfässer aus dem Bergwerk herausgeholt und in ein anderes Endlager gebracht werden können. „Die Rückholung entwickelt sich immer mehr zur „Mission Impossible““, sagte Sailer der „Frankfurter Rundschau“ vom Samstag. Sailer zufolge droht die Asse einzustürzen und mit Wasser vollzulaufen. Die 2008 eingesetzte Entsorgungskommission berät das Bundesumweltministerium in Angelegenheiten der nuklearen Entsorgung.
Für den niedersächsischen Umweltminister Stefan Birkner (FDP) bleibt die Rückholung der Atommüllfässer aus dem maroden Salzbergwerk hingegen weiter das Ziel. „Unser Ziel ist und bleibt es, die Abfälle da herauszuholen“, sagte Birkner am Samstag der Deutschen Presseagentur dpa in Hannover. „Da gibt es rechtliche Hürden, die räumen wir gerade aus dem Weg durch das Asse-Gesetz, und da gibt es technische Fragestellungen, die zu bewerten sind“, sagte der Minister. „Ob und inwieweit es gelingt, muss geklärt werden.“ Das Bundesamt für Strahlenschutz sei dafür verantwortlich.
Sailer hatte als Alternative zu einer Rückholung vorgeschlagen, abdichtende Barrieren vor die mit Atommüll beladenen Kammern zu bauen und die Hohlräume des Bergwerks mit Feststoff zu verfüllen. Das senke die Gefahr, dass Radioaktivität ins Grundwasser gelangen könne. „Das ist eine Option,“ sagte Birkner. Aber wenn die Fässer nicht rückholbar sein sollten, „dann muss das transparent und nachvollziehbar geklärt werden.“
In dem Salzbergwerk lagern rund 126.000 Atomfässer, die nach den Plänen des Bundesumweltministeriums in ein anderes Endlager kommen sollen. Seit dem Frühjahr stockt die Rückholung der Fässer, weil eine Passage des Werks wegen Einsturzgefahr gesperrt werden musste.
Atomkraftgegner fordern schnelle Rückholung
Der Ingenieur Udo Dettmann vom atomkraftkritischen Asse-II-Koordinationskreis bezeichnete die Äußerungen Sailers als nicht neu. „Herr Sailer und die Entsorgungskommission schichten seit Jahren Probleme der Rückholung auf“, sagte Dettmann der Nachrichtenagentur dapd. Doch sie sähen sich nicht imstande, auch nur ein einziges Problem einer Lösung zuzuführen.
„Dass Probleme benannt werden, ist gut, richtig und wichtig. Aber nicht an Lösungen von Problemen zu arbeiten, ist Arbeitsverweigerung und fahrlässig und deutet sogar auf Inkompetenz hin“, fügte Dettmann hinzu. Es sei höchste Zeit für Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), den Vorsitz der Kommission neu zu vergeben.
Altmaier hatte sich bei seinem Besuch der Asse am 1. Juni ausdrücklich zur Bergung der radioaktiven Abfälle bekannt. Vor kurzem legte das Umweltministerium einen Gesetzentwurf vor, mit dem die Rückholung beschleunigt werden soll. Das dem Ministerium unterstellte Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte die Räumung nach einem Vergleich verschiedener Optionen als einzig sichere Möglichkeit zur Schließung des Bergwerks bezeichnet. In die Asse wurden zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit Atommüll gebracht.
Deutschladn hat sein Harrisburg, Fukushima, etc
Klaus Letis (odysseus_8)
- 25.09.2012, 11:47 Uhr
Asse hat mit Kernkraftwerken nichts zu tun.
Lutz Wendorff (Paul_Oskar)
- 23.09.2012, 04:22 Uhr
Es gibt nur eine Lösung
moses pace (astroloop)
- 22.09.2012, 22:51 Uhr
Fragen sie mal K+S, die Firma hat die langzeitsichere Lagerung
chemischer Abfälle im Angebot.
klaus keller (klkeller)
- 22.09.2012, 19:53 Uhr
Atomkraft ist total harmlos, die Endlagerung kein Problem.
Ulrich Hinderer (tiger_78)
- 22.09.2012, 18:06 Uhr