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Veröffentlicht: 11.04.2017, 21:27 Uhr

Streit über Giftgasangriff Putin rechnet mit weiteren amerikanischen Angriffen in Syrien

Russlands Präsident Putin stellt sich weiter hinter Syriens Machthaber Assad. Den Giftgasangriff bezeichnet er als Inszenierung, um gegen die Regierung in Damaskus Stimmung zu machen. Amerika widerspricht umgehend.

© EPA Putin: Habe Informationen, dass Giftgasangriffe inszeniert werden sollten

Der Westen hat Russland aufgefordert, dem syrischen Regime seine Unterstützung zu entziehen. Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson, der nach den Beratungen der G-7-Staaten im italienischen Lucca am Dienstag in Moskau eintraf, rief die russische Führung auf, ihr Verhältnis zu Baschar al Assad neu zu bewerten. Moskau müsse wählen, ob es sich mit den Vereinigten Staaten und seinen Verbündeten oder mit der Regierung Assads, mit Iran und der Hizbullah verbünden wolle, sagte Tillerson.

Er warf Russland vor, darin gescheitert zu sein, Assad von dem Gebrauch von Chemiewaffen abzuhalten. Es sei unklar, ob Moskau seine Verpflichtung nicht ernst genommen habe oder „unfähig“ gewesen sei. Diese Unterscheidung mache für die Toten keinen großen Unterschied. Der russische Außenminister Sergej Lawrow ließ vor seiner Begegnung mit Tillerson wissen, die russisch-amerikanischen Beziehungen durchlebten „die schwierigste Zeit seit dem Ende des Kalten Krieges“. Präsident Wladimir Putin sagte, er rechne mit weiteren amerikanischen Angriffen in Syrien. Zudem habe er Informationen, dass Giftgasangriffe inszeniert werden sollten, um sie der Regierung in Damaskus unterzuschieben.

© reuters Gabriel: Russland soll Unterstützung Assads aufgeben

Die amerikanische Regierung widersprach umgehend. Moskau verbreite gezielt Desinformationen, um den Angriff zu vertuschen, sagte ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, am Dienstag in Washington. Er forderte den Kreml dazu auf, das zu stoppen. Man untersuche weiterhin, ob Russland vorab von dem Vorfall wusste.

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Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel äußerte, er wolle sich nicht vorstellen, „dass Moskau auf Dauer einem so grausamen Regime wie dem Assads, das buchstäblich vor nichts zurückschreckt, die Treue halten wird“. Er fügte aber hinzu: „Es mag nicht allen gefallen, aber ohne Moskau und ohne Teheran wird es keine Lösung für Syrien geben. Ausgrenzung ist deshalb sicher nicht der Weg der Wahl. Ich halte es für richtig, jetzt noch einmal Einbindung zu versuchen.“

Zuvor hatte Präsident Donald Trump mit Kanzlerin Angela Merkel und der britischen Premierministerin Theresa May über Syrien beraten. London teilte nach dem Telefonat mit, es sei sich mit Trump einig gewesen, dass es jetzt eine Chance gebe, Russland von seiner Unterstützung für Assad abzubringen. Unterdessen verschärfte Trump auch seinen Ton im Konflikt mit Nordkorea: Er forderte China auf, seinen Einfluss auf Pjöngjang geltend zu machen. „Andernfalls lösen wir das Problem ohne sie“, schrieb er auf Twitter.

Quelle: wahlrecht.de
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