http://www.faz.net/-gpf-8wtih

Streit über Giftgasangriff : Putin rechnet mit weiteren amerikanischen Angriffen in Syrien

  • Aktualisiert am

Putin: Habe Informationen, dass Giftgasangriffe inszeniert werden sollten Bild: EPA

Russlands Präsident Putin stellt sich weiter hinter Syriens Machthaber Assad. Den Giftgasangriff bezeichnet er als Inszenierung, um gegen die Regierung in Damaskus Stimmung zu machen. Amerika widerspricht umgehend.

          Der Westen hat Russland aufgefordert, dem syrischen Regime seine Unterstützung zu entziehen. Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson, der nach den Beratungen der G-7-Staaten im italienischen Lucca am Dienstag in Moskau eintraf, rief die russische Führung auf, ihr Verhältnis zu Baschar al Assad neu zu bewerten. Moskau müsse wählen, ob es sich mit den Vereinigten Staaten und seinen Verbündeten oder mit der Regierung Assads, mit Iran und der Hizbullah verbünden wolle, sagte Tillerson.

          Er warf Russland vor, darin gescheitert zu sein, Assad von dem Gebrauch von Chemiewaffen abzuhalten. Es sei unklar, ob Moskau seine Verpflichtung nicht ernst genommen habe oder „unfähig“ gewesen sei. Diese Unterscheidung mache für die Toten keinen großen Unterschied. Der russische Außenminister Sergej Lawrow ließ vor seiner Begegnung mit Tillerson wissen, die russisch-amerikanischen Beziehungen durchlebten „die schwierigste Zeit seit dem Ende des Kalten Krieges“. Präsident Wladimir Putin sagte, er rechne mit weiteren amerikanischen Angriffen in Syrien. Zudem habe er Informationen, dass Giftgasangriffe inszeniert werden sollten, um sie der Regierung in Damaskus unterzuschieben.

          Bundesaußenminister : Gabriel: Russland soll Unterstützung Assads aufgeben

          Die amerikanische Regierung widersprach umgehend. Moskau verbreite gezielt Desinformationen, um den Angriff zu vertuschen, sagte ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, am Dienstag in Washington. Er forderte den Kreml dazu auf, das zu stoppen. Man untersuche weiterhin, ob Russland vorab von dem Vorfall wusste.

          Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel äußerte, er wolle sich nicht vorstellen, „dass Moskau auf Dauer einem so grausamen Regime wie dem Assads, das buchstäblich vor nichts zurückschreckt, die Treue halten wird“. Er fügte aber hinzu: „Es mag nicht allen gefallen, aber ohne Moskau und ohne Teheran wird es keine Lösung für Syrien geben. Ausgrenzung ist deshalb sicher nicht der Weg der Wahl. Ich halte es für richtig, jetzt noch einmal Einbindung zu versuchen.“

          Zuvor hatte Präsident Donald Trump mit Kanzlerin Angela Merkel und der britischen Premierministerin Theresa May über Syrien beraten. London teilte nach dem Telefonat mit, es sei sich mit Trump einig gewesen, dass es jetzt eine Chance gebe, Russland von seiner Unterstützung für Assad abzubringen. Unterdessen verschärfte Trump auch seinen Ton im Konflikt mit Nordkorea: Er forderte China auf, seinen Einfluss auf Pjöngjang geltend zu machen. „Andernfalls lösen wir das Problem ohne sie“, schrieb er auf Twitter.

          Weitere Themen

          Scholz im Weißen Haus

          Meinungsaustausch : Scholz im Weißen Haus

          Strafzölle, Eskalation in Syrien, Russland-Sanktionen, die auch deutsche Unternehmen treffen: Die Liste der Themen ist lang, wenn der deutsche Vizekanzler erstmals Amerikas Vizepräsidenten trifft.

          Topmeldungen

          Diesel-Ermittlungen : Porsche-Manager in Untersuchungshaft

          Nach der Großrazzia bei Porsche gibt es neue Details aus den Ermittlungen: Ein Porsche-Mitarbeiter sitzt in Untersuchungshaft. Nach Informationen von FAZ.NET handelt es sich bei dem Verdächtigen um Motorenchef Jörg Kerner.

          Bundesamt für Flüchtlinge : Verdacht auf Korruption im Bamf

          Eine Bremer Mitarbeiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge soll rund 2000 Asylanträge positiv beschieden haben, obwohl sie dafür gar nicht zuständig war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bestechlichkeit.
          Das iPhone X ist das teuerste Handy aus dem Hause Apple.

          Apples Premium-Handy : Gewinnmaschine iPhone

          Apple ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Ein neuer Vergleich zeigt die unglaubliche Dominanz des Konzens– und auch des neuen „Flop“-Handys.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.