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Streit über Betreuungsgeld Vertrag kommt nicht von sich vertragen

 ·  Im Koalitionsstreit über die Einführung des Betreuungsgeldes kokettieren FDP und auch manche Abgeordnete der CDU mit dem Bruch der Koalitionsvereinbarung. Auch wenn Unionsfraktionschef Kauder das Getöse intern halten will: Es herrscht Wahlkampf.

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bernd ullrich

150 Euro gegen Bildungschancen von Kindern.

Wenn man die Argumente für ein Betreuungsgeld zu Ende denkt, müßte auch die Schulpflicht abgeschafft und Bildung den Eltern überlassen werden, denn die sind motivierter. Weil es um die Vorbereitung auf die Schulzeit und hohe Kitakosten geht, versucht die CSU, politisches Kapital aus dieser Koalitionsvereinbarung zu ziehen. Die CSU will ihrer Wählerklientel monatlich 150 Euro aus der Bundeskasse zuschieben, um gleichzeitig Investitionen für Kitaplätze zu sparen, also den bayrischen Haushalt zu entlasten. Dafür opfert die CSU das Ziel, dieselben Bildungsvoraussetzungen aller Kinder für den Einstieg in die Schule durch die Kitas herbeizuführen. Viele Kinder werden das Nachsehen haben. Wahrscheinlich die Kinder aus den Haushalten, deren Eltern die 150 Euro für andere Zwecke ausgeben. Diese Kinder werden mit den gleichen Mängeln in die Schule eintreten wie heute schon. Die CSU besteht auf einer Handhabung, die sich in der Wirkung gegen diese Kinder richtet. Der Widerstand ist berechtigt.

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Michael Lemke
Michael Lemke (M-Lemke) - 04.04.2012 10:13 Uhr

Herdprämie

Das Gesetzt ist von vorgestern. Die Frage ist doch was wird bezweckt?

Ist es am ende ein Freikaufen des Staates von der Verpflichtung einen Kindergartenplatz für jedes Kind anzubieten?
Meines Wissen nach liegen die Betriebskosten für einen Ganztagsplatz bei über 6.000 Euro, wobei da sicher noch der eine oder andere Euro hinzukommt.
Aber daran sieht man mal das der Staat mit dem Betreuungsgeld mehr als ein Drittel der Kosten spart. Vorausgesetzt es würde für jedes Kind tatsächlich ein Platz bereitgestellt werden.
derzeitig liegen wir bei um die 20% .

Ein Schelm wer böses dabei denkt!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.04.2012 11:29 Uhr
Franz Siebrech
Franz Siebrech (rosi110) - 04.04.2012 11:29 Uhr

Besser "Herdprämie" für gute Eltern

als Gleichschaltung in der Lieblosigkeit.

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Wulf Hermann
Wulf Hermann (wuhe) - 04.04.2012 09:23 Uhr

Koalitionsvertrag

Sofern ich richtig informiert bin, stehen alle Projekte aus dem Vertrag unter einem ausreichenden Finanzierungsvorbehalt.
.
Da der Bundeshaushalt jetzt - und b.a.w. - noch ein Defizit aufweist, würde also ein Betreuungsgeld aus weiteren bzw. neuen Schulden finanziert. Schon allein unter diesem Gesichtspunkt ist das Betreuungsgeld - fernab von ideologischen Ansichten - z.Z. nicht seriös finanzierbar.

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Hansjörg Dohm
Hansjörg Dohm (MCfive) - 04.04.2012 08:49 Uhr

Sehr geehrter Herr @Burt Goldmann

Für Hartz4 Empfänger ist meines Wissens nach für Hartz4 Empfänger ausgeschlossen worden, diese Leistung soll zu 100% auf die Regelleistung angerechnet werden.
Insofern dürfte sich es das Problem, was Sie ansprechen, gar nicht geben.

Wenn aber "bildungsferne" Schichten (ist "bildungsfern" für Sie gleich "schlechte Menschen"? Es wirkt so!!) mehr Kinder bekommen, als "gebildete" Eltern, dann läuft bei letzteren etwas schief und nicht bei den Armen.
Ich freue mich über fast jedes(!) Kind.
Meine Tochter ging seinerzeit mit sehr vielen Kindern aus Haushalten, die Sie als "bildungsfern" bezeichnen, in die Kita. Vorwiegend ausländische Kinder aus Osteuropa.(Allerdings keine Roma)
Es ergaben sich da viele Freundschaften und ich lernte diese Familien kennen.
Durchweg nette, aber durch die Hatz auf "arbeitslose kinderreiche" Familien verunsicherte Menschen, die ich nicht missen möchte in meinem Bekanntenkreis. Die sind mir 1000x lieber als diese double-income-no-kids - Nichtfamilien.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.04.2012 10:33 Uhr
Michael Lemke
Michael Lemke (M-Lemke) - 04.04.2012 10:33 Uhr

Wertungen

Ich denke wir sollten mal das gegeneinander ausspielen von Bevölkerungsgruppen sein lassen. Warum sollen Menschen mit Kindern die besseren Menschen sein?

Es gibt überall nette Menschen wenn man sie finden will, es gibt aber eben auch viel Ar...öcher und A-Soziale. Das mag wohl relativ gleich verteilt sein und In und Ausländern unter Armen und Reichen Kinderlosen und Kinderreichen Familien.

Jeder wie er mag, jeder wie er kann! und alle miteinander!

Wir brauchen den Mix in der Gesellschaft. Was wir nicht brauchen sind Fronten.

Die Schande in unserem System ist ja dass die Bildungsfernen Familien dort belassen werden wo sie sind und das es gerade diese Kinder es in Deutschland so schwer haben aufzusteigen. Unser "tolles" System ist da besonders effektiv die Bildungsgrenzen beizubehalten.

Man mag da Absicht sehen oder Unvermögen. Ein Versagen der politischen Entscheidungsebene ist es allemal, das geht durch alle Fraktionen und dseit den sechziger Jahren (oder auch schon länger).

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Hansjörg Dohm
Hansjörg Dohm (MCfive) - 04.04.2012 08:37 Uhr

Kinder als Kanonenfutter für die Wirtschaft

Es kommt mir so vor, wenn ich höre, wie die deutschen Unternehmer mit ihrem Hundt an der Spitze gegen das Betreuungsgeld wettern.
Man kann über diese zahlungen natürlichb geteilter meinung sein; aber der Wirtschaft geht es eben nur darum, die Familien zu entzweien, damit Papa und Mama dem Wyhstumsungeist und der Gier der Unternehmer am liebsten 24h am Tag folge leisten können.
Die Wirtschaft würdigt die Erziehungsarbeit in einem infamen Masse herab.
Kinder betrachtet sie nur noch als lästiges, irgendwie zu eliminierendes oder auszulagerndes "Unglück", das weniger wert ist als eine Schraube oder eine Dienstleistung.

Wenn ich sehe und erlebe, was für "Herren" die Deutschen da dienen, da wird mir schlecht.
Wer solche "Freunde" wie Hundt oder Kannegiesser hat, braucht keine Feinde mehr.

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Ralf Vormbaum

Das Gewissen des Parteifunktionärs

"Zwar könnten sich die in Sachen Betreuungsgeld nun beschwerenden Abgeordneten der CDU auf ihre Gewissensfreiheit und den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Freiheit des Abgeordnetenmandates berufen."

Die jüngste Abnickveranstaltung im Bundestag zum dreistellige Milliardentransfers ins Ausland beweist, wo kein Gewissen, da auch keine Gewissensfreiheit auf die man sich noch berufen könnte. Besonders grotesk ist hier die Argumentation der FDP, der nach Unterzeichnung des Koalitionsvertrages nun Bedenken kommen, das, was man munter unterschrieb, könne nicht verfassungskonform sein. Denken eigentlich FDP Politiker, bevor sie einen Vertrag unterschreiben? Solches Verhalten könnte man Tagespopulismus nennen. Je nach dem, woher der Wind am Morgen kommt, richtet man sein Parteigewissen aus.

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Hans Schmitz

Absurde Folgerichtigkeit

Man findet hier das Argumentationsmuster was für die absurde Aufblähung unseres Sozialstaates verantwortlich ist.

Weil der Staat die Kitas subventioniert, muß er, der Gerechtigkeit halber, auch jene subventionieren die keine Kita nutzen. Folgerrichtig müßte der Staat, weil er den Pendler Geld zurück gibt, auch denen Geld geben die gar kein Auto besitzen, weil er Opernhäuser finanziert auch jene finanzieren die nicht in die Oper gehen usw. .usw......

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.04.2012 10:20 Uhr
Michael Lemke
Michael Lemke (M-Lemke) - 04.04.2012 10:20 Uhr

RICHTIG!!

!Da ich kein Kind habe bekomme ich dann jetzt auch Kindergeld?
Da die Rentenkasse mit Steuergeldern subventioniert wird möchte ich auch eine Rente bekommen, wird ja von meinen Steuergeldern mitfinanziert.

Ich glaub da kann man ein richtig GROOOOßES Fass aufmachen.

Da liegt die FDP mal Goldrichtig in der Ablehnung des Gesetzes.

Was ich nicht verstehest: Warum bleibt man an alten Entscheidungen kleben auch wenn man erkennt das sie falsch waren/sind?
Wenn Politik so engstirnig ist, beware uns Gott.

Engstirnigkeit und Dogmatismus haben die Welt nicht nach vorn gebracht!

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Klaus Letis

Peinlich. Weg damit!

Das Teil ist Unfug.
Die Argumente sind bekannt.
Genauso die Hotelsteuerdegression.
Eine Umsatzsteuer für alle/s.

Das würde wieder Glaubwürdigkeit schaffen.
So bekommt man keine Wahlhelfer.
Das wird nur peinlich, wenn das zur Sprache kommt

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Lars Vollmar
Lars Vollmar (griessn) - 04.04.2012 00:09 Uhr

Union beugt den Koalitionsvertrag meist zu Lasten der FDP

Günter Bannas' Aufstellung von eigentlich im Koalitionsvertrag geregelten Punkten lässt einige der Punkte aus, "die für einen Koalitionspartner von grundsätzlicher Bedeutung sind" - nämlich für die FDP. Finanzminister Schäubles weigert sich beharrlichg, eine Vereinfachung des Steuersystems und der Struktur der Mehrwertsteuer anzugehen. Bei Arbeitsministerin von der Leyen ist von einer Strukturreform des Sozialsystems nicht zu erkennen, bei der das liberale Bürgergeld als Option in Erwägung gezogen wird. Die CSU blockierte eine echte Umgestaltung des Gesundheitssystems hin zu einer einkommensunabhängigen Prämie.

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Carlos Anton

Dekadente Republik

Es ist absurd, welche Propagandaschlacht initiiert wird, um den Familien einen Betrag von vielleicht 2 Mrd Euro zu verweigern. Dagegen werden 800 Mrd. Euro für die Banken entgegen Absprachen und ohne Diskussion durchgewunken. Offensichtlich haben Kinder und Familien keinen hohen Stellenwert in diesem Land. Etwas anderes spielt auch eine Rolle: man möchte den staatlichen Kitas die Einnahmen sichern und dabei sind Selbsterzieher sehr störend.

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Tomasz Czekala

"Parlament ist nicht Vollzugsorgan der Bundesregierung"

"Parlament ist nicht Vollzugsorgan der Bundesregierung", dieser Zitat stammt von Norbert Lammert. In diesem Fall trifft dieser Satz völlig zu. Dieser Koalitionsvertrag beschränkt die Rechte der Abgeordneten. "Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen", so steht es im Grundgesetz. Der Koalitionsvertrag ist von drei Koalitionsparteien und deren Fraktionsvorsitzenden und Parteichefs unterschrieben worden, nicht von Koalitionsabgeordneten.
Dieser Streit um Betreuungsgeld zeigt schon wieder, dass die Koalition die Probleme nicht unter sich lösen kann, sondern alles noch publik macht. Kommunikationsmäßig ist die Regierung eine Chaostruppe, inhaltlich zu "bunt" und verschieden.
Das ständige Beharren auf Koalitionsvertrag erweckt den Eindruck, es gehe gar nicht um die besten Lösungen, sondern um Bedienen der Koalitionsparteien.

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Erwin Stahlberg

Aberwitze aus dem katholischen Bayern

Jedes Kind wollen wir Christen doch als ein Geschenk GOTTES ansehen,
und es ist Fall für einen Lachanfall, wenn der STAAT
jetzt noch Knete ´rausrücken sollte für ein Geschenk!

Schämt Euch, Ihr Christ-Sozialen!

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Florian Adler

Wahlfreiheit oder der Kauf von Wählerstimmen

Nicht nur in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen herrscht Wahlkampf. Im September 2013 findet die Bundestagswahl und in Bayern die Landtags-/Bezirkstagewahl statt. CDU und CSU wollen sich für >1,4 Mrd. Euro pro Jahr Wählerstimmen kaufen und die CSU holt sich zusätzlich einen Teil des Länderfinanzausgleichs zurück. In der LT-Wahl 2003 fuhr die CSU ein Wahlergebnis von 61% (124 Sitze) ein, in 2008 hingegen das schlechteste Ergebnis seit 1958 mit nur noch 43% (92 Sitze). Mit dem Ausbau von Kita-Plätzen hinken sie allerdings weit hinterher.

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Maik Murkel

Kampf gegen das Betreuungsgeld

Es ist schon peilnlich wie mit geballter Medienmacht jetzt auf das Betreuungsgeld eingeschossen wird. Was alles für neue Argumente gefunden werden.... Man braucht kein Forschungsinstitut um zu errechnen das bei ca. 670000 Geburten p.A. in Deutschland und max. 2 Jahren Betreuung die Kosten nicht unendlich steigen können.
67000 x 65 % x 1200 Euro = 1,04 Mrd. bei 100 Euro pro Kind und vollen 2 Jahren.
Krippenplätze sind sehr viel teurer und helfen vor allem den gutgestellten Doppelverdienern. Für Kleinstkinder sind sie sicher nur die 2. beste Wahl.
Der Kampf zeugt schon fast von gleichgeschalteten Medien.
Kinder und Eltern die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen wollen haben in diesem Land keine Lobby.
Das Armutsrisiko der deutschen Gesellschaft hängt vor allem davon ab ob annährend genug Kinder geboren werden.
Es ist 5 nach 12 um junge Familen zu fördern. Diese ideologische Debatte u. das Ausspielen von staatl. Betreung und häusl. Erziehung schadet dem Land

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Closed via SSO

das Thema ist sehr komplex

Ich will mich auf den Aspekt Hartz IV Bezieher beschränken, weil das das ist, was ich wirklich kenne. hartz IV Empfängerinnen aus dem arabischen und türkischen Ursprung, aber auch aus Bulgarien und rumänien etwa, bekommen sehr viele Kinder, im Schnitt drei, vier Kinder. die Auswirkungen werden wir schon in zehn Jahren sehen. Bildungsferne Schichten dominieren jetzt schon bestimmte Bezirke in ihrem Erscheinungsbild. wenn hier das betreuungsgeld in Top kommt, werden wir erstens die Kinder in keiner Kita sehen, zweitens steigt die Neigung zum - ich nenne das mal - 5. Kind. wenn sie von deutschen studierten Kolleginnen umgeben sind, die alle auf die
35 zusteuern und kein Kind in Sicht und sehen jeden Tag Menschen, die auch nach zehn Jahren hier kein deutsch können oder aus fester Überzeugung mit ihren Kindern arabisch bzw. türkisch sprechen, und diese Kinder hintereinander weg bekommen, dann wissen sie:wir sind
in einer aporetischen Situation bzgl. der politischen steuerungsmöglichkeit

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Karl Schade
Karl Schade (J.K.S) - 03.04.2012 18:18 Uhr

Koalitionsvertrag - Hallo?

Kern des Koalitionsvertrags von 2009 war eine signifikante Steuersenkung - allein bei der Einkommensteuer waren für Familien, untere und mittlere Einkommen 24 Mrd. Euro jährlich vereinbart - und eine Vereinfachung des Steuersystems. Von diesem Kern wurde ein kleines Splitterchen, die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotelübernachtungen, umgesetzt. Die Kritik daran wurde in perfider Weise allein auf die FDP geleitet. Als NRW dann auch noch knapp an Rot-Grün fiel, bekam die CDU-Vorsitzende Angst vor der eigenen Courage und machte zusammen mit Finanzminister Schäuble den Koalitionsvertrag mit der Ablehnung signifikanter Steuersenkungen und -vereinfachungen zu Makulatur. Dass die beiden damit die FDP politisch vernichteten, war ein gern mitgenommener Nebeneffekt (dass die FDP das mit sich machen ließ, ist deren Führung allerdings selbst anzulasten). Und nun, da es um konservative Minisymbolpolitik geht, kommen die Unionisten mit dem Koalitionsvertrag. Heuchlerischer geht es nicht mehr.

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Uwe Nägele
Uwe Nägele (Tcon) - 03.04.2012 18:17 Uhr

Willkommen in der Romantik !!

Der Redakteur soll mal nicht so tun, als ob der "Koalitionsvertrag" einen juristischen Wert hätte oder gar einklagbar wäre. Ausserdem ist die kleinliche Betrachtung dieser Absichtserklärung eines Winkeladvokaren würdig. Die konkrete Sachfrage muss ausgiebig debattiert werden, damit dieses Gesetz entlarvt wird, als Wahlstimmenkauf, Beitrag zur Staatsverschuldung, und fiskalpolitische Zwangsmassnahme zur Reduzierung von Frauenarbeit in der Wirtschaft.

Anstatt einen Konflikt zwischen staatlicher Erziehung und Eltern heraufzubeschwören, den es gar nicht gibt, sollten die Bedürfnisse der jungen Frauen im Vordergrund stehen und nicht die Philosophien von familienpolitischen Warlords, die die Moderne fürchten, wie der Teufel das Weihwasser.

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Bärbel Fischer

Ganz Europa lacht!

Drei unbare Optionen von Betreuungsgeld schlug die GdF (Gruppe der CDU-Frauen) schon im Herbst vor: Riesterrente, Kapitalpflegeversicherung, Wiedereingliederungskurs. Alles Zwangsmaßnahmen, untauglich obendrein, denn sogar der DIW stufte die RR als unrentabel ein. Auch taugen 24 x 125 € = 3000 Euro nicht als Kapitalanlage. Frauen, die vor der Niederkunft autonom Kassen und Anlagen verwalteten, werden nach der Geburt ihres Kindes als doofe Dummerchen bevormundet. Nebenbei: Es gibt in Deutschland nicht nur Migranten, sozial schwache und ungebildete Mütter, worauf die 23 CDU-Leute mit Schaum vor dem Mund ihre Kritik stützen.

Derweil schaut das Ausland verwundert auf die "freien Bürger in einem freien Land" und lacht sich schief über so viel kleinkarierten Krämergeist. Eine Gutscheindebatte - so was gibt s nur in Deutschland, dem beinahe reichsten europäischen Land. Schämen? I wo! Nur Kauder möchte das CDU-Süppchen künftig im stillen Kämmerlein kochen.

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Manfred Richter

@marc webber

Eindrucksvolles Beispiel! Danach werden die Herdprämie nur die Familien bekommen, deren Ehefrauen heute schon zu Hause sind - Alleinerziehende Harz IV und Großbürgerliche Familien (mit oder ohne Haushaltshilfe). Alle Fachleute sind sich einig - diese Prämie ist Quatsch bis kontraproduktiv! Daß Frau Merkel dafür ist, verstehe ich: Auf die FDP kann/muß sie demnächst ohnehin verzichten, auf die CSU kann sie das nicht. Und Koalitionsvertrag hin oder her: Dort ist der FDP auch eine Steuersenkung ("nach Möglichkeit") versprochen worden und um Geld 'in den Herd' zu werfen, haben wir (trotz 'Rettungsschirme') davon leider nicht genug!

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Tautz von Tronje

Koalitionsvereinbarungen

Nun, es gehörte auch zu den K.-vereinbarungen, eine große Steuerreform zu schaffen. Die Wirklichkeit hat dieses Ziel kassiert und die Vernunft folgend, hat die Union der FDP und in Teilen auch der CSU die Flausen ausgetrieben. Auch in Sachen Betreuungsgeld sollte die Politik zwischenzeitlich zu neuen, besseren Erkenntnissen gekommen sein. Es dürfte der Vereinbarung nicht wirklich entgegenstehen, wenn diese Betreuungszulage nicht mehr in bar, sondern in Bezugsscheinen erbracht würde. Missbrauch würde dadurch zwar nicht völlig verhindert, aber erschwert. Insofern ist es kein Bruch einer K.-vereinbarung, wenn man zur Ausgestaltung eine abweichende Meinung vertritt. Die fundamentalistische Position der CSU ist hier das Problem und dies muss auch deutlich nach außen vertreten werden. Dazu stellt sich für mich immer wieder die Frage, warum die Fraktionsgemeinschaft CDU/CSU von außen betrachtet, immer als die Union=Partei(en) auftreten. 2013 sollten beide konkurieren und bundesweit antreten.

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Jahrgang 1952, Leiter der politischen Redaktion in Berlin.

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