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Stichwahl : Journalistin Gaschke neue Kieler Oberbürgermeisterin

An der Spitze der Stadt Kiel: „Zeit“-Journalistin Susanne Gaschke Bild: dpa

Kiel bleibt „rot“: SPD-Kandidatin Gaschke ist neue Oberbürgermeisterin. Die „Zeit“-Journalistin bezwingt den CDU-Rivalen Meyer in der Stichwahl - aber knapper als erwartet.

          Die Journalistin Susanne Gaschke wird neue Kieler Oberbürgermeisterin. Bei der Stichwahl am Sonntag erreichte sie 54,1 Prozent der Stimmen, allerdings bei einer Wahlbeteiligung von nur knapp 32 Prozent. Sie setzte sich damit gegen den CDU-Kandidaten Gert Meyer durch, der bis zum Frühjahr dieses Jahres Beigeordneter im Rathaus gewesen war.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Frau Gaschke, Jahrgang 1967 und in Kiel geboren, wo sie bis heute lebt, war für die SPD angetreten, der sie seit einem Vierteljahrhundert angehört. Bekannt wurde sie als Redakteurin der Wochenzeitung „Die Zeit“. Innerhalb ihrer Partei konnte sie sich als Kandidatin für die Nachfolge von Torsten Albig (SPD), der inzwischen Ministerpräsident von Schleswig-Holstein ist, nur knapp durchsetzen. Frau Gaschke hatte dann allerdings bereits in der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahl ein überzeugendes Ergebnis erzielt. Unmittelbar danach hatten die Grünen, die zunächst mit einem eigenen Kandidaten angetreten waren, ihre Unterstützung bei der Stichwahl zugesagt.

          Die Stadt Kiel gilt seit jeher als sozialdemokratisches Gebiet. Allerdings war es der CDU-Politikerin Angelika Volquartz 2003 gelungen, die SPD-Dominanz für eine Wahlperiode zu durchbrechen. Vor Frau Volquartz übte Norbert Gansel das Amt aus, nach ihr Albig, dessen Sieg ihn sogleich zu einem Hoffnungsträger seiner Partei im Norden machte.

          Frau Gaschke hatte ihren Wahlkampf vor allem mit Kieler Lokalthemen bestritten, allerdings mit einem deutlich linken Wahlprogramm. Kritiker halten ihr vor, keinerlei Erfahrung mit großen Verwaltungen zu haben.

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