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Steinbrücks Nebeneinkünfte „Habe Vorträge nachgemeldet“

 ·  SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat seine Vortragshonorare in Höhe von 1,25 Millionen Euro verteidigt. Zwei zunächst nicht offengelegte Vorträge habe er nachgemeldet. Das habe er „einfach verschwitzt“, sagte Steinbrück.

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© dpa Vergrößern Gefragter Redner: Zwischen 2009 und 2012 hielt Peer Steinbrück 89 bezahlte Vorträge.

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat zwei zunächst nicht ordnungsgemäß offengelegte Vorträge nach eigenen Worten beim Bundestagspräsidenten nachgemeldet. Beide Reden seien unverdächtig, beide hätten sich auf das Thema Finanzmarktregulierung bezogen, sagte Steinbrück am Dienstag in Berlin.

Nach Angaben eines von ihm beauftragten Wirtschaftsprüfers hatte er zwei Vorträge im Oktober 2011 „nach Aktenlage nicht entsprechend den Verhaltensregeln für Mitglieder des Deutschen Bundestages angezeigt“. Die beiden Reden wurden nach dem im Internet veröffentlichten Prüfbericht bei der Kerkhoff Consulting GmbH und der Südwestbank AG gehalten. Grund der nicht ordnungsgemäßen Offenlegung der beiden Vorträge seien Versäumnisse seinerseits, so Kanzlerkandidat Steinbrück. „Das habe ich einfach verschwitzt.“

Steinbrück bestritt auch Vorwürfe, er habe wegen seiner vielen Vortragsreisen seine eigentliche Arbeit als Bundestagsabgeordneter vernachlässigt.

Insgesamt 89 Vorträge gegen Geld

Er sagte, zwischen 2009 und 2012 habe er insgesamt 89 Vorträge gegen Geld gehalten. Davon seien 74 mit dem „Standardhonorar“ seiner Redneragentur von 15.000 Euro vergütet worden, was netto ungefähr 7.300 Euro ausmache. In der gleichen Zeit habe er 237 unentgeltliche Vorträge gehalten, sagte er. In vielen Fällen habe er auf Honorare verzichtet, oder um Spenden zugunsten wohltätiger Zwecke gebeten. Dabei gehe es um Honorare in Höhe von rund 60.000 Euro.

Insgesamt bekam Steinbrück für die Vorträge seit 2009 rund 1,25 Millionen Euro brutto. Das höchste Honorar erhielt Steinbrück nach einem im Internet veröffentlichten Bericht seines Wirtschaftsprüfers mit 25.000 Euro bei einer Veranstaltung der Stadtwerke Bochum, gefolgt von 20.000 Euro bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall und 18.000 Euro bei der DZ Bank.

Steinbrück betonte, er werde die Einkünfte aus Buchverträgen nicht veröffentlichen, weil in diesem Fall keine Gefahr von Abhängigkeiten bestehe. Zudem müsse er die Interessen seines Co-Autors beachten. Steinbrück sagte, die vielen Vortrags-Anfragen habe er angenommen „in einer Zeit, als weder die SPD noch ich selbst die Idee hatten, wieder in den Ring zu steigen“.

„Abwesenheit im Plenum sagt nichts über politische Präsenz aus“

Zu seinen Fehlzeiten im Bundestag sagte Steinbrück, er sei 2009 und 2010 an sieben Sitzungstagen nicht dagewesen, an denen namentliche Abstimmungen anstanden. 2011 sei er immer dagewesen. Im übrigen sage Abwesenheit im Plenum nichts über „politische Präsenz“ aus.

Auch zur Legitimität hoher Einnahmen im Millionenbereich für einen SPD-Politiker erklärte sich der Kanzlerkandidat. „Wieso soll ein Sozialdemokrat anders behandelt werden hinsichtlich seiner Verdienstmöglichkeiten, als andere“, verteidigte Steinbrück sein Engagement als Redner. Ob er auch einen Standard für alle zukünftigen Kanzlerkandidaten hinsichtlich der Transparenz der Nebeneinnahmen setzen wolle, bejahte Steinbrück nicht. Den allgemeinen Ruf der politischen Konkurrenz nach mehr Transparenz nehme er gerne auf: „Wenn andere mir wegen mangelnder Transparenz einen Stein an den Kopf werfen, mache ich gerne einen Bumerang daraus, der nun an deren eigenen Kopf zurückfliegt.“

Steinbrück hatte am 4. Oktober die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG mit einer Prüfung beauftragt. Das Ergebnis ist auf Steinbrücks Homepage veröffentlicht.

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