http://www.faz.net/-gpf-7yfhr

Staatsschutz ermittelt : Brandanschlag auf „Hamburger Morgenpost“

  • Aktualisiert am

Verbrannte Akten und alte Zeitungsausgaben auf dem Hinterhof der Hamburger Morgenpost in Hamburg. Bild: dpa

Unbekannte haben einen Brandsatz in das Verlagshaus der „Mopo“ geworfen. Das Motiv der Täter ist noch unklar. Die Zeitung hatte als Reaktion auf die Terrorattacke in Paris Mohammed-Karikaturen abgedruckt.

          Auf das Gebäude der „Hamburger Morgenpost“ ist in der Nacht zum Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte warfen nach ersten Erkenntnissen der Polizei von einem Hinterhof aus Steine und einen Brandsatz in das Archiv der Zeitung. Einige Akten verbrannten, Menschen wurden nicht verletzt. Zwei Männer, die sich im Umfeld verdächtig verhalten hätten, seien festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Vormittag. Die Männer - beide über 30 Jahre - würden vernommen. Nähere Angaben machte die Sprecherin zunächst nicht.

          Die „Morgenpost“ hatte nach dem Terroranschlag in Paris Karikaturen des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ des Propheten Mohammed auf ihrer Titelseite nachgedruckt. Es gebe derzeit keine Fakten darüber, dass der Anschlag damit in Verbindung stehe, sagte die Polizeisprecherin. „Es gibt noch keine Erkenntnisse, keine Bekennerschreiben oder andere Hinweise.“ Der Staatsschutz habe Ermittlungen aufgenommen.

          Feuerwehr nach dem Brandanschlag auf die „Hamburger Morgenpost“
          Feuerwehr nach dem Brandanschlag auf die „Hamburger Morgenpost“ : Bild: dpa

          Frank Niggemeier, Chefredakteur der Morgenpost, teilte mit: „Wir sind schockiert über den Brandanschlag auf unser Verlagshaus. Dass so etwas in einer weltoffenen und liberalen Stadt wie Hamburg passiert, erschüttert uns. Zum Glück befand sich zum Zeitpunkt des Feuers in der Nacht zu Sonntag niemand mehr im Gebäude.“

          Zahlreiche Menschen – auch aus dem Ausland – bekundeten via Facebook und Twitter ihre Solidarität mit der Zeitung. So twitterte etwa der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs: „was für eine schandtat! vielen dank an die mopo für ihre klare haltung!jetzt zusammenstehen!gemeinsam sind wir stark!“ Die Hamburger Grünen-Chefin Katharina Fegebank schrieb: „Was ist bloß mit der Welt los? Brandanschlag auf @mopo. Kann es nicht glauben. Bleibt stark!“

          Aus dem SPD-Senat hieß es, man warte zunächst die Ermittlungen ab.

          Im Hinterhof des Verlagsgeländes lag am Sonntagvormittag ein großer Haufen verkohlter Akten und Zeitungsausgaben. Ein Glaser hatte die zerstörte Scheibe zugeklebt. An der Vorderseite war von den Spuren des Anschlags hingegen nichts zu sehen.

          Feuerwehreinsatz : Brandanschlag auf „Hamburger Morgenpost“

          Weitere Themen

          Abermals brennen Autos in Frankfurt

          Ursache ungeklärt : Abermals brennen Autos in Frankfurt

          In der Nacht zum Montag sind in Frankfurt-Praunheim drei geparkte Autos in Flammen aufgegangen - die Ursache konnte die Polizei noch nicht nennen. Schon in den vergangenen Monaten hatten Autos in Frankfurt gebrannt.

          Zuckerberg entschuldigt sich Video-Seite öffnen

          Vor Europäischem Parlament : Zuckerberg entschuldigt sich

          Dabei betonte der Facebook-Chef, die Sicherheit der Menschen stehe für Facebook immer vor finanziellem Profit. Daher würden bis Ende des Jahres noch mehr Menschen im Sicherheitsbereich eingestellt werden.

          Nächster Anschlag in Afghanistan Video-Seite öffnen

          Mindestens 16 Tote : Nächster Anschlag in Afghanistan

          Von offizieller Seite heißt es, ein mit Sprengstoff beladener Kleinbus sei auf dem Hof einer Werkstatt von Mechanikern im afghanischen Kandahar entdeckt worden. Er sei explodiert, bevor die Bombe entschärft werden konnte.

          Topmeldungen

          Gipfel mit Fragezeichen : Klappt’s mit Trump und Kim?

          Nach Nordkorea setzt nun auch Donald Trump ein Fragezeichen hinter das Gipfeltreffen mit Kim Jong-un in Singapur – und auch Südkorea bereitet sich auf „verschiedene Möglichkeiten“ vor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.