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SPD und Linke : Zusammenarbeit

Sigmar Gabriel sagt „Nein“ zur Linkspartei. Heißen muss das wenig. Wenn die Kanzlerwahl winkt, wird sich die SPD die Chance kaum entgehen lassen.

          Schon klar: Der SPD-Vorsitzende lehnt jede Form von Zusammenarbeit mit der Linkspartei allumfassend ab. Also weder Koalition (wie aus den Ländern bekannt) noch Tolerierung (auch schon erprobt) oder sonstige Mauscheleien. Das ist die Antwort Sigmar Gabriels auf die ebenfalls wenig überraschende Ankündigung der Linkspartei, sie habe kein Problem damit, Steinbrück im Bundestag zum Bundeskanzler zu wählen. Wen wollten sie auch sonst küren?

          Wenn die Linkspartei aber zur Kanzlerwahl ihre Hand reicht, und das wäre womöglich die Voraussetzung für einen Machtwechsel in Berlin, dann wird sie einen Preis dafür verlangen. Das klingt schon jetzt an: Es gebe eine klare Mehrheit links von Angela Merkel mit „klaren Themen“.

          Und von einem ordentlichen und belastbaren Angebot ist die Rede, das die SPD machen müsse, damit die Linke dem Merkel-Abwahlverein beitrete. Welche SPD würde sich diese historische Chance nach den harten Jahren in der Opposition entgehen lassen? Und schon ist die Zusammenarbeit perfekt - auch wenn sie nie so heißen wird.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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