Home
http://www.faz.net/-gpg-79357
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

SPD Steinbrück verspricht Wiesehügel Ministerposten

Im Falle eines rot-grünen Wahlsieges will Kanzlerkandidat Peer Steinbrück den Gewerkschafter Klaus Wiesehügel als Arbeitsminister nominieren. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt unterdessen gegen Steinbrücks Wahlkampfmanager Heiko Geue.

© dpa Vergrößern Klaus Wiesehügel

Mit seinem „Kompetenzteam“ will der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück deutlich machen, dass er eine große gesellschaftliche Bandbreite ansprechen will. „Die SPD als Volkspartei wird, um Wahlen zu gewinnen, ein breites Spektrum an Wählern erreichen müssen“, sagte er bei der Vorstellung der ersten drei Mitglieder seines Teams am Montag in Berlin. Die organisierte Arbeitnehmerschaft, ein bürgerlich-liberales Publikum und intellektuelle Impulsgeber seien entscheidend.

Mit der Berufung Klaus Wiesehügels, des Vorsitzenden der IG Bauen-Agrar-Umwelt, in sein Team suchte Steinbrück einen Schulterschluss zu den Gewerkschaften zu signalisieren: „Die SPD wird mit den Gewerkschaften allein keine Wahlen gewinnen, aber ohne die organisierte Arbeitnehmerschaft, ohne die Gewerkschaften, wird sie Wahlen verlieren“, sagte er. Wiesehügel, Kritiker der „Rente mit 67“, soll den Bereich „Arbeit und Soziales“ verantworten.

Wiesehügel gibt Gewerkschaftsvorsitz auf

Er kündigte an, auf dem Gewerkschaftstag im September nach 18 Jahren nicht wieder für den Gewerkschaftsvorsitz zu kandidieren. In der Linkspartei hatte es Kritik daran gegeben, dass er Gewerkschaftsarbeit und parteipolitisches Engagement verquicke.

Steinbrück, der eingestand, früher in einigen Punkten Meinungsverschiedenheiten mit dem Gewerkschafter gehabt zu haben, deutete an, dass Wiesehügel im Falle eines rot-grünen Wahlsieges Minister für Arbeit und Soziales werde könnte. Wenn dieser es wolle, werde er den Kabinettsposten bekommen, sagte er. In der Partei werden indes Generalsekretärin Andrea Nahles Ambitionen auf den Posten nachgesagt. Sie hat derzeit die Wahlkampfleitung inne und muss als Generalsekretärin auf allen Politikfeldern präsent sein.

Auch Oppermann und Gesche Joost im Team

Neben Wiesehügel berief Steinbrück den Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann und die Designforscherin Gesche Joost in sein Team. Oppermann ist für die Innenpolitik zuständig, Frau Joost für die Themen Netzpolitik und Internet. „Sie ist sehr fit im Bereich Digitalisierung“, sagte Steinbrück. In zwei Wochen will er weitere Mitglieder vorstellen.

Steinbrück Wiesehügel und Co © Matthias Luedecke Vergrößern Teambildung: Thomas Oppermann, Klaus Wiesehügel, Gesche Joost und Peer Steinbrück im Willy-Brandt-Haus

Ermittlungen gegen Mitarbeiter

Unterdessen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Magdeburg gegen Steinbrücks Wahlkampfmanager Heiko Geue wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Hintergrund sei eine Anzeige in Zusammenhang mit der Abrechnung von Dienstreisen als Staatssekretär im Finanzministerium von Sachsen-Anhalt, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Geue ließ den Vorwurf in der „Mitteldeutschen Zeitung“ zurückweisen, er habe private Fahrten als dienstliche deklariert oder Reisekosten verspätet beglichen.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
SPD Hartmann soll trotz Drogenkonsum Abgeordneter bleiben

Fraktionschef Thomas Oppermann sieht keinen Grund, den SPD-Politiker Michael Hartmann aus dem Bundestag zu drängen. Man müsse bei Fällen von Drogenkonsum „auch immer die menschliche Seite sehen“. Mehr

12.07.2014, 13:59 Uhr | Politik
Frankfurt-Nied Freundin mit Hammer erschlagen: Festnahme

Der Mord an einer Frau in Frankfurt-Nied scheint aufgeklärt: Der Lebensgefährte der Frau hat laut Ermittlern gestanden, sie mit dem Hammer erschlagen und zudem ihr per Rasiermesser in den Hals geschnitten zu haben. Mehr

24.07.2014, 12:28 Uhr | Rhein-Main
Spionage-Affäre Amerikaner sauer über Merkels „Wutanfall“

Das Weiße Haus bricht sein Schweigen – und kritisiert Berlin. Medien berichten von einer Verbindung zwischen den mutmaßlichen Spionagefällen. Hat Bundeskanzlerin Merkel die Geduld verloren, obwohl Obama ihr entgegenkommen wollte? Mehr

12.07.2014, 11:42 Uhr | Politik