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Umfrage : Schwarz-Grün profitiert von Grünen - SPD unter Druck

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Die skeptische Miene trügt: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (links) und Tarek Al-Wazir (Die Grünen) dürfen aufs Weiterregieren nach der Wahl hoffen Bild: dpa

Der Negativtrend bei der SPD schlägt auch in Hessen voll durch. Von der Stimmungslage profitiert Schwarz-Grün - obwohl die CDU den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt.

          Die Neuauflage einer schwarz-grünen Koalition in Hessen nach der Landtagswahl im Herbst ist nach einer Forsa-Umfrage wieder wahrscheinlicher geworden. CDU und Grüne kommen nach den im Auftrag der „Frankfurter Rundschau“ und des Senders RTL erfragten Meinungen der Hessen zusammen auf 47 Prozent. Für eine Regierungsmehrheit wären 48 Prozent erforderlich. Die Entwicklung der Parteien verläuft im Vergleich zur letzten Landtagswahl im Jahr 2013 jedoch sehr unterschiedlich.

          Die CDU kommt nach der am Montag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts auf 33 und die Grünen auf 14 Prozent der Stimmen. Die SPD rutscht auf 23 Prozent ab. Auf einen Einzug in den Wiesbadener Landtag rechnen können nach den Zahlen auch die AfD (10 Prozent), die FDP (8 Prozent) und die Linke (7 Prozent). Die Landtagswahl in Hessen ist für den 28. Oktober terminiert.

          CDU stärkste Partei, aber...

          Die CDU bleibt nach der repräsentativen Umfrage zwar stärkste Partei in Hessen, verliert aber im Vergleich zum Ergebnis der letzten Landtagswahl sichtbar (2013: 38,4 Prozent). Generalsekretär Manfred Pentz sprach zwar von einer guten Ausgangslage für die Wahl in rund acht Monaten, da die CDU mit deutlichem Abstand die meiste Zustimmung der Wähler im Land auf sich vereine. Ziel sei aber, im Oktober mindestens genauso stark zu werden wie vor fünf Jahren.

          SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser machte für das schwache Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Umfrage vor allem den sehr negativen Bundestrend verantwortlich. Dieser schlage mit voller Wucht nach Hessen durch. „Ich hoffe daher sehr, dass sich die Dinge in Berlin in absehbarer Zeit beruhigen und wir endlich mit unserer Sacharbeit überzeugen können“, erklärte Faeser. 2013 hatte die SPD bei der Landtagswahl noch 30,7 Prozent der Stimmen erreicht.

          Grüne verweisen auf Eigenständigkeit

          Die Grünen-Spitze führte den Zuwachs in der Umfrage um drei Prozentpunkte zum Ergebnis der letzten Landtagswahl (2013: 11,1 Prozent) auf den eigenständigen Kurs der Partei zurück, Hessen zu modernisieren. Die Grünen seien bereit, auch weiter Verantwortung für Hessen zu tragen, betonten die Parteivorsitzenden Angelika Dorn und Kai Klose. Wer in Hessen eine große Koalition verhindern wolle, müsse deshalb die Grünen stark machen.

          Linken-Parteichef Jan Schalauske erklärte, die Steigerung seiner Partei in der Wählergunst sei eine gute Ausgangslage, gestärkt erneut in den hessischen Landtag einzuziehen. Bei der Landtagswahl 2013 waren die Linken auf 5,2 Prozent der Stimmen gekommen.

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