16.05.2011 · Der SPD-Vorsitzende Gabriel reagiert auf die Meldung vom Wochenende, Steinbrück könne sich eine Kanzlerkandidatur für die SPD vorstellen: Er selbst werde zu Person und Verfahren rechtzeitig einen Vorschlag machen, sagte Gabriel am Montag.
Von Majid SattarIn dem Bemühen darum, als Herr des Nominierungsverfahrens des SPD-Kanzlerkandidaten zu erscheinen, hat der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel am Montag mitgeteilt, er werde seiner Partei zur Person und zum Verfahren rechtzeitig einen Vorschlag machen.
Wie zuvor angekündigt, werde dies zwischen Ende 2012 und Anfang 2013 geschehen, sagte er nach einer Sitzung des Präsidiums in Berlin. Gabriel legte Wert auf die Tatsache, dass sich der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück seiner Meinung nach nicht selbst als Kanzlerkandidat ins Gespräch habe bringen wollen. Er habe sich dessen Äußerungen im Hessischen Rundfunk selbst angehört und sei fest davon überzeugt, dass solche Interpretationen „nicht den Tatsachen entsprechen“.
Darauf lege auch Steinbrück Wert, sagte Gabriel weiter. Dieser habe ihm eine entsprechende Kurznachricht auf sein Mobiltelefon geschickt, die er aus Höflichkeit aber nicht öffentlich zitieren wolle. Die Aufregung vom Wochenende finde er, Gabriel, jedenfalls „relativ putzig“.
Steinbrück hatte in dem Interview gesagt: „Der Zeitpunkt wird kommen, wo ich mich in Absprache mit zwei oder drei Führungspersönlichkeiten der SPD darüber zusammensetze.“ Zurzeit halte er eine solche Debatte aber für falsch. Tatsächlich haben Steinbrück, Gabriel und Frank-Walter Steinmeier, der Vorsitzende der Bundestagsfraktion, bei einem Abendessen im April vereinbart, gegen Ende des Jahres über die Frage zu entscheiden.
Gabriel sei bereit, zugunsten Steinbrücks zu verzichten
Gabriel soll bei dieser Gelegenheit Steinbrück gesagt haben, dass er bereit sei, zugunsten Steinbrücks auf die Kandidatur zu verzichten, wenn seine Beliebtheitswerte weiterhin so schlecht blieben. Gabriel, berichten Vertraute, sei nur über den Umstand unglücklich, dass Steinbrück öffentlich über die Verabredung des Trios gesprochen habe. Dies hatte nämlich Generalsekretärin Andrea Nahles und den Chef der Parteilinken, Björn Böhning, zu Kritik veranlasst.
In der Partei wurde allerdings registriert, dass sich beider Kritik nicht an der Person Steinbrück, sondern nur an der vermeintlichen Selbstproklamation festmachte. Die Parteirechte reagierte hingegen positiv auf Steinbrücks Äußerungen.
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