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Koalitionsverhandlungen : Die Umfragewerte der SPD verharren auf Rekordtief

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SPD-Parteichef Martin Schulz (l) und der Geschäftsführende-Außenminister Sigmar Gabriel (SPD, r). Unterschiedlicher könnten ihre Beliebtheitswerte kaum sein. Bild: dpa

Die Sozialdemokraten können in aktuellen Umfragen nicht von den Koalitionsverhandlungen mit der Union profitieren. Auch die Zahlen von Parteichef Schulz gehen auf Talfahrt. Der beliebteste Politiker des Landes kommt dennoch von der SPD.

          Kurz vor Ende der Verhandlungen über eine große Koalition ist die SPD im neuen ARD-„Deutschlandtrend“ auf 18 Prozent gefallen, dem schlechtesten in dieser Umfrage jemals gemessenen Wert. Die Union würde wie Anfang Januar 33 Prozent erreichen. Die AfD käme auf 14 Prozent (plus 1), die FDP auf 10 Prozent (plus 1), die Linke auf 11 Prozent (plus 2) und die Grünen auf 11 Prozent (unverändert). In einer Forsa-Umfrage war die SPD im Januar sogar nur auf 17 Prozent gekommen.

          In der Partei fürchten gerade die Jusos einen beschleunigten Absturz, wenn man abermals eine große Koalition eingeht und zum dritten Mal seit 2005 CDU-Chefin Angela Merkel zur Kanzlerin wählt. Im drittgrößten Bundesland Baden-Württemberg ist die SPD nach einer Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag des SWR und der „Stuttgarter Zeitung“ sogar auf 12 Prozent abgestürzt. Sie liegt damit im Südwesten gleichauf mit der Alternative für Deutschland (AfD).

          SPD-Chef Martin Schulz rutscht im neuen „Deutschlandtrend“ nach seinem Schlingerkurs der vergangenen Wochen auf seinen schlechtesten Wert in dieser Umfrage – er verliert fünf Punkte und landet nur noch bei 25 Prozent Zustimmung. SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles kann dagegen nach ihrer kämpferischen Rede beim SPD-Sonderparteitag, der am Ende knapp Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU zustimmte, deutlich zulegen. Sie gewinnt fünf Punkte dazu und erreicht 38 Prozent. Der bundesweit beliebteste Politiker ist weiter der geschäftsführende Außenminister und Schulz’ Vorgänger als SPD-Chef, Sigmar Gabriel, mit 57 Prozent Zustimmung (minus 5 Punkte). Nach Reibereien zwischen ihm und Schulz könnte Gabriel nicht mehr dem nächsten Bundeskabinett angehören.

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