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Veröffentlicht: 07.03.2014, 17:24 Uhr

„Sexuelle Vielfalt“ Kompromiss beim Bildungsplan?

Die Lehrergewerkschaft GEW hat im Streit über das Thema „sexuelle Vielfalt“ im künftigen Bildungsplan in Baden-Württemberg ein Kompromissangebot vorgelegt. Der Plan soll erst für das Schuljahr 2016/2017 in Kraft treten.

von , Stuttgart
© dpa Akzeptiert einen „Meinungsaustausch“: Winfried Kretschmann

Im Streit über die breitere Verankerung des Themas „sexuelle Vielfalt“ im künftigen Bildungsplan in Baden-Württemberg hat die Gewerkschaft GEW ein Kompromissangebot vorgelegt. Außerdem steht nach Auskunft des baden-württembergischen Staatsministeriums nun fest, dass es am 27. März einen „Meinungsaustausch“ von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit Vertretern pietistischer Gruppierungen innerhalb der evangelischen Landeskirche geben wird.

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An dem Gespräch sollen Vertreter der württembergischen Landessynode, der Deutschen Evangelischen Allianz, der Gruppierung „Lebendige Gemeinde“, des württembergischen Gemeinschaftsverbandes „Die Apis“ sowie einzelne Pfarrer teilnehmen. In der Landessynode ist der pietistische Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ mit 39 Sitzen die stärkste Gruppierung. An dem Gespräch will Kultusminister Andreas Stoch (SPD) nicht teilnehmen, Kretschmann wird aber von Finanzstaatssekretär Ingo Rust (SPD) begleitet, der Mitglied einer pietistischen Gemeinde ist.

Nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ plädiert die GEW dafür, den neuen Bildungsplan erst für das Schuljahr 2016/2017 in Kraft treten zu lassen und das Thema sexuelle Vielfalt seltener zu erwähnen, ohne auf das grundlegende Anliegen zu verzichten. Die GEW schlägt zudem vor, in dem Bildungsplan ein Leitprinzip „Anerkennung gesellschaftlicher und kultureller Diversität“ zu verankern. Der Zeitplan der grün-roten Landesregierung zur Erstellung des Bildungsplans gilt als äußerst anspruchsvoll, ein Inkrafttreten im Jahr 2015 wird von Fachleuten ohnehin bezweifelt.

Strobl verlangt Kompromissvorschlag

Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl forderte Kretschmann auf, selbst einen Kompromissvorschlag zu formulieren und dies nicht einer Gewerkschaft zu überlassen: „Der Ministerpräsident muss verantwortlich sein für das, was seine Regierung macht, er ist der Regierungschef.“

Kretschmann könne in der Bildungspolitik nicht so tun, als ob er hiermit nichts zu tun habe. Strobl sagte dieser Zeitung: „Es ist richtig, den Toleranzgedanken im Bildungsplan zu verankern, es ist aber nicht nötig, das Thema sexuelle Vielfalt zu überhöhen.“ Er müsse in seinem Wahlkreis zahlreiche Bürger beruhigen, die ihre Kinder wegen der Pläne der grün-roten Landesregierung nicht länger auf staatliche Schulen schicken wollten.

Zum Thema „Sexuelle Vielfalt“ hatte es innerhalb von vier Wochen zwei Demonstrationen in Stuttgart gegeben, bei denen die Polizei Gegner und Kritiker des Bildungsplans nur mit Mühe vor größeren Schlägereien bewahren konnte. Der Grund für den Streit über das Thema „Sexuelle Vielfalt“ ist ein Arbeitspapier, das als Grundlage für die Erarbeitung des Bildungsplanes dienen sollte. Das Papier enthielt unkommentierte Formulierungen schwul-lesbischer Lobbyverbände. Das war von der evangelischen und der katholischen Kirche kritisiert worden.

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Quelle: wahlrecht.de
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