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Sexuelle Selbstinszenierung im Internet : „Sexy bitch“ liebt „klaiines luuder“

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Unbefriedigte Sehnsucht nach bedingungsloser Empathie

Solche Kompensationsversuche in einer Mädchenfreundschaft oder Beziehung führen dazu, dass die ursächlichen Enttäuschungen noch einmal erlebt werden. Die unbefriedigte Sehnsucht nach bedingungsloser Empathie muss die Freundin oder den Freund als primäre Bezugsperson zwangsläufig überfordern.

Das viele dieser Phänomene auf sozialem Lernen beruhen, ist allerdings ebenfalls zu bedenken: Wer außerhalb der Familie aufwächst und den größten Teil des Tages in der Schule und anschließend unter Freunden ist, wird in seiner Gleichaltrigengruppe sozialisiert. Der Psychologe Gordon Neufeld untersucht, wie sich ganztags kollektivierte Kinder an Gleichaltrigen orientieren und die Bindung zu ihren Eltern dabei Schaden nimmt. Geahnt hat das schon Karl Marx: „Wir heben die trautesten Verhältnisse auf, indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen.“ In der Ganztagsschule wird Anpassung zur sozialen Notwendigkeit, denn nur „Eltern können Kindern das geben, was sie einander nicht geben können: die Freiheit, sie selbst zu sein, im Kontext liebevoller Akzeptanz“, schreibt Neufeld. Wenn sich psychosoziale Entwicklungsschritte primär unter Gleichaltrigen vollziehen, ist die vertikale Kulturvermittlung unterbrochen, und das Triebhafte verliert seine Zügel. Schüler der ganzen Jahrgangsstufe lesen mit, wenn die beiden Freundinnen ihr So-tun-als-ob schildern: „& dann bei mir daheim : DD ich fick dich soo & mehlow sieht alles. kommt mei mam rein ,poppts ihr oda was ?? hüüüpf voll schnell von dir runta ^^ dann is draußen & gleich wieder auf dir gwen und gefickt was gegangen is.“

„Alles, was Spaß macht, ist okay“

Normen und Moralvorstellungen vermitteln Gleichaltrige sich gegenseitig. Sex gehört zum Kennenlernen dazu, und Beziehungen werden auch schnell wieder beendet. „Für immer und ewig“ reicht selten bis zum Abitur. Im Alltag der Teenager bestätigt sich die Botschaft solcher Serien, wie „How I Met Your Mother“ und „Two and a Half Men“. Das jugendliche Publikum amüsiert sich über die Dates und Beziehungsversuche der Hauptfiguren und verinnerlicht die Handlungsmuster. Wer normal lebt, lässt nichts aus, bis die große Liebe kommt. Wie in einem Slogan der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gilt: „Alles, was Spaß macht, ist okay, wenn du nur richtig verhütest.“ Der Aufklärungsunterricht holt die Schüler genau dort ab. Pädagogen von Pro Familia initiieren Rollenspiele, und sie bilden Teenager zu sogenannten Sexperten aus. Jungen und Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren referieren vor Gleichaltrigen über Verhütung und verschiedene Sexualpraktiken.

Gezielt bauen die minderjährigen Sexperten Hemmungen ab, damit ihre Mitschüler gut vorbereitet sind. Dass Verantwortung auch heißt, zu zweit und in Liebe für ein Kind zu sorgen, wird nicht vermittelt. Bereits 1970 schrieb der Erziehungswissenschaftler Hans-Jochen Gamm: „Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen, und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kinderliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen.“ Er bezog sich auf Freud: „Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehungsfähig, die Zerstörung der Scham bewirkt die Enthemmung auf allen anderen Gebieten, eine Brutalität und Missachtung der Persönlichkeit der Mitmenschen.“

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