Eine Woche vor dem Beginn der ersten Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe in Deutschland hat die Bundesregierung Vorwürfe einer „Zwei-Klassen-Medizin“ entschieden zurückgewiesen. Lediglich Soldaten der Bundeswehr, Bundespolizisten und Krisenstabs-Mitarbeiter bekämen den Impfstoff Celvapan, der ohne Wirkstoffverstärker, sogenannte Adjuvantien, auskommt - aber nicht, weil dieser unbedenklicher sei und weniger Nebenwirkungen hervorrufe, sondern wegen eines schon zu Vogelgrippezeiten geschlossenen Vertrags mit dem Pharmaunternehmen Baxter. Die Bundesregierung beteuerte am Montag, dass es keinen „Regierungsimpfstoff“ mit Vorgaben zur Qualität oder Zusammensetzung gebe. Das sagte ihr Sprecher Ulrich Wilhelm.
Mitglieder der Bundesregierung und selbst Kanzlerin Merkel (CDU) bekommen demnach von ihrem Arzt denselben Impfstoff Pandemrix (von Glaxo-Smith-Kline) wie der Rest der Bevölkerung - wenn sie sich impfen lassen wollten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle sich wie weitere Mitglieder des Kabinetts erst nach Wilhelms Angaben zunächst von ihrem Hausarzt beraten lassen und dann entscheiden, ob sie sich impfen lassen wolle. Im Falle einer Impfung werde sie wie der Rest der Bevölkerung das Präparat Pandemrix erhalten. Unterdessen haben am Montag vier Bundesländer bei Glaxo-Smith-Kline in Sachsen die ersten Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix abgeholt.
Schäuble weist Vorwurf der Zweiklassen-Impfung zurück
Der Vorwurf einer „Zweiklassen-Impfung“ sei absurd, sagte Innenminister Schäuble (CDU) im Bayerischen Rundfunk: „Die Darstellung, dass hier eine Privilegierung von politischen Verantwortungsträgern vorgesehen sei, das ist nun wirklich jenseits jeder Realität. Ich weiß gar nicht, ob ich mich jemals impfen lassen werde.“
Ein Sprecher der scheidenden Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sagte zudem noch einmal, dass alle drei in der EU zugelassenen Impfstoffe wirksam seien, „sie sind sicher und sie sind zuverlässig“. Bislang sind in der EU die Impfstoffe Pandemrix, Celvapan und Focetria zugelassen. Focetria wird allerdings vorerst in Deutschland nicht zum Einsatz kommen. Die Impfstoffe stammen von verschiedenen Herstellern und enthalten zum Teil Verstärkerstoffe (Adjuvantien) und Konservierungsstoffe.
Frei von jeglichen Zusätzen ist nur der Impfstoff Celvapan, der von Baxter stammt und den das dem Innenministerium zugeordnete Beschaffungsamt bereits angeschafft hat. Er ist für die Soldaten der Bundeswehr, für Regierungsmitglieder und einige ausgewählte Politiker vorgesehen. Sie können in nur wenigen Stunden immunisiert werden.
Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen
Diese seien in den meisten Fällen nicht schwerwiegend - leichtes Fieber, Jucken an der Impfstelle - und bei den diversen Impfstoffen „im Großen und Ganzen vergleichbar“. Unterschiede gebe es allerdings, etwa für Schwangere. Nach Darstellung des Gesundheitsministeriums hat der Impfstoff mit Verstärkerstoffen zwei Vorteile: Davon lasse sich gegenüber dem Serum ohne Adjuvantien in der gleichen Zeit das Vierfache der Menge herstellen. Außerdem würden mit dieser Impfung auch mögliche Variationen des Grippevirus mitbekämpft.
Da alle Impfstoffe in Mehrdosenpackungen auf den Markt kommen, ist etwa dem Impfstoff Pandemrix von Glaxo-Smith-Kline, der vor allem für die deutsche Bevölkerung vorgesehen ist, die Quecksilberverbindung Thiomersal beigemischt. Angebrochen darf die Großpackung Pandemrix so noch nach 24 Stunden verwendet werden. Thiomersal stellt nach Meinung des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin aber kein gesundheitliches Problem dar. „Die Menge pro Impfstoffdosis ist weit geringer als die, die selbst eine Schwangere pro Woche über die Nahrung aufnehmen darf“, so der Präsident des RKI, Jörg Hacker.
Wer da alles etwas sagt und beteuert.....
claus bronner (kritiker111)
- 19.10.2009, 20:32 Uhr
Impfstoff aus "abgetöteten" Tumorzellen,
(zx10)
- 19.10.2009, 20:50 Uhr
Das Besondere ist doch nicht das Thema,
Jürgen Wenz (satyrffm)
- 19.10.2009, 20:53 Uhr
Quod licet Jovi ...
Ulrich Stauf (DH7XU)
- 19.10.2009, 21:10 Uhr
Die Gleichheit aller- ist nicht zu verwirklichen...
Walter Wasilewski (wwasilewski)
- 19.10.2009, 21:15 Uhr