http://www.faz.net/-gpf-9a6e3

Schulze-Föcking-Kommentar : Schweinerei

Die damalige nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU) spricht im April bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Agrarministerkonferenz (AMK) in Münster. Bild: dpa

Christina Schulze Föcking wurde in den Rücktritt getrieben. Die Kombination aus der Macht der Bilder und den Hetztiraden im Netz ist nichts anderes als die Fortsetzung mittelalterlicher Öffentlichkeit mit anderen Mitteln.

          Christina Schulze Föcking ist nicht die erste Landwirtschaftsministerin, die in den Rücktritt getrieben wird. Im Falle von Astrid Grotelüschen, vor acht Jahren, waren es angeblich gequälte Puten, jetzt sind es Schweine, die der Ministerin zur Last gelegt werden. Jeweils sollten CDU-Politikerinnen als Tierquälerinnen denunziert und dann an den Pranger gestellt werden – das ist wörtlich zu verstehen.

          Denn die Kombination aus der Macht der Bilder und den Hetztiraden im Netz ist nichts anderes als die Fortsetzung mittelalterlicher Öffentlichkeit mit anderen Mitteln. Die Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen sieht dagegen keinen Grund zur Anklage; im Milieu militanter Tierschützer war es noch nie ein Hindernis, so zu tun, als habe man die Wahrheit gepachtet.

          Dass SPD und Grüne dennoch an einem Untersuchungsausschuss festhalten, zeigt nicht nur, dass sie mit diesem Milieu unter einer Decke stecken. Sie greifen nach jedem Grashalm, um sich zu retten. Hoffentlich beachten sie dabei eine Regel, die unter Tierschützern leicht in Vergessenheit gerät: Politiker sollten sich gegenseitig nicht wie Tiere behandeln.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Sie haben einen Lauf

          Grüne vor der Landtagswahl : Sie haben einen Lauf

          Die bayerischen Grünen konzentrieren sich im Wahlkampf auf griffige, lebensnahe Themen. Wenn alles nach Plan läuft, wollen sie bald auf der Regierungsbank Platz nehmen – an der Seite der CSU.

          Ins Netz gegangen Video-Seite öffnen

          Wal befreit : Ins Netz gegangen

          Das Tier hatte sich vor Patagonien in einem Netz verfangen. Nach mehreren Stunden gelang es Tauchern, das Tier zu befreien.

          Topmeldungen

          Trotz Strafzöllen : Washington will harten Kurs gegen Ankara fortsetzen

          Die Gegenmaßnahmen der Türkei schrecken die Vereinigten Staaten nicht: Vizepräsident Pence erklärt, man werde im Fall des inhaftierten Pastor Brunson nicht lockerlassen. Überraschend frei kam der Ehrenvorsitzende von Amnesty International.

          Medien gegen Trump : „Wir sind nicht der Feind“

          Hunderte amerikanische Zeitungen veröffentlichen heute zeitgleich Leitartikel für die Pressefreiheit und wehren sich gegen die Angriffe von Präsident Trump. Nicht alle Medien sind jedoch von der Aktion begeistert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.