http://www.faz.net/-gpf-78i06

Schuldenkrise : Front mit Lücken

Die Kanzlermehrheit hat Frau Merkel für ihre Währungspolitik nicht. Und Karlsruhe hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen. So alternativlos ist Deutschland.

          Man kann mit Fug und Recht darüber streiten, ob die nun vom Bundestag beschlossene Finanzhilfe für Zypern „unabdingbar“ ist - das nämlich wäre die Voraussetzung nach dem Europäischen Stabilitätsmechanismus. Ist also diese Hilfe wirklich das letzte Mittel zur Rettung der Stabilität im Euroraum? Eindeutig fällt die Antwort nicht aus - und genau das spiegelt sich auch im Bundestag.

          Gewiss, es gibt weiterhin eine breite Front, die diese vermeintliche Rettung Zyperns für zwingend hält, zumindest aber für das deutlich kleinere Übel im Vergleich zum Auseinanderbrechen der Eurozone und womöglich der EU insgesamt. Doch neben der geschlossen auf Anti-Euro-Rettungskurs fahrenden Linkspartei (noch eine „Alternative“ für Deutschland) gibt es auch in den anderen Parteien, deren Führungen das dauerhafte Stabilisieren von Krisenstaaten schon verinnerlicht haben, ständige Abweichler.

          Die Kanzlermehrheit hat Frau Merkel für ihre Währungspolitik nicht. Und das Bundesverfassungsgericht hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen. So alternativlos ist Deutschland.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Macron in Berlin : Kommt Merkels „Jumbo-Rat“?

          Die EU-Reformpläne des französischen Präsidenten Macron stehen bei seinem Besuch in Berlin ganz oben auf der Tagesordnung. Ein Vorhaben der Kanzlerin sorgt hingegen in Brüssel für Gesprächsstoff.

          VW-Dieselskandal : Österreich macht ernst

          Amerika hat’s vorgemacht, Österreich zieht nun nach: In der Affäre um manipulierte Diesel-Abgaswerte hat der Alpenstaat eine Sammelklagen-Aktion gegen VW gestartet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.