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Schavan : Hängepartie

Weil die Universität die Plagiatsvorwürfe seit neun Monaten prüft, wird ihre Entscheidung irgendwann in den Bundestagswahlkampf platzen und dann womöglich eine Kabinettsumbildung nötig machen.

          Überraschend kam die Entscheidung des Fakultätsrats im Fall Schavan nicht. Mit der Eröffnung des Hauptverfahrens steht zwar noch nicht fest, dass der Doktorgrad tatsächlich aberkannt wird, aber es ist wahrscheinlicher geworden. Weil die Universität die Plagiatsvorwürfe seit neun Monaten prüft, wird ihre Entscheidung irgendwann in den Bundestagswahlkampf platzen und dann womöglich eine Kabinettsumbildung nötig machen. Das kann mehrere Wochen dauern und möglicherweise zu einer Belastungsprobe für die Regierung Merkel werden.

          Wie lange Frau Schavan das selbst durchhält, ist ebenso ungewiss wie das weitere Vorgehen des Fakultätsrats, der sich erst jetzt eingehend mit den Unterlagen des Promotionsausschusses befassen will. Andere Universitäten haben das in drei Monaten geschafft. Selbst wenn der baden-württembergische Landesverband die Ministerin Ende dieser Woche wieder als Bundestagskandidatin nominiert, ist unklar, wie sich ein ungünstiger Ausgang des Verfahrens auf die Wahl im September auswirken wird. Die Hängepartie im Fall Schavan dauert an.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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