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Rufschaden : Pegida-Image ist schlecht für Dresden

  • Aktualisiert am

Pegida-Demonstranten versammeln sich vergangenen Montag vor der Dresdner Semperoper Bild: dpa

Pegida wird zur Belastung für Sachsen. Es kommen immer weniger Touristen. Sorgen gibt es auch bei Fachkräften und Wissenschaftlern. Eine andere Gruppe zeigt sich noch nicht abgeschreckt.

          Politiker und Forscher haben vor der wirtschaftlichen Beschädigung Sachsens durch die Pegida-Proteste gewarnt. „Für den Freistaat ist längst ein massiver wirtschaftlicher und kultureller Schaden eingetreten“, sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) der „Welt am Sonntag“. „Internationale Wissenschaftler und Fachkräfte sind nur noch schwer für Sachsen zu gewinnen.“ Die Pegida-Bewegung beging am vergangenen Montag in Dresden ihren ersten Geburtstag, wobei Redner mit rechtsextremistischen Äußerungen für Empörung sorgten.

          „Sachsen dürfte für Jahre im Ausland als wenig attraktiver Standort wahrgenommen werden“, warnte auch der Ökonom Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle. „Fremdenfeindlichkeit führt dazu, dass weniger qualifizierte Migranten mit Wahlmöglichkeiten kommen - oder bleiben.“

          Auch der Tourismus in Dresden verzeichnete Einbußen. Zuletzt gingen die Inlandsreisen laut dem Bericht im zweistelligen Prozentbereich zurück. „Ein Teil des Rückgangs ist unserer Meinung nach auf die Proteste hier zurückzuführen“, sagte der Chef des Dresdner Tourismusverbandes, Johannes Lohmeyer.

          Sorgen bei Wissenschaftlern

          Besonders der Wissenschaftsstandort Dresden leidet laut der „Welt am Sonntag“. „Wir haben ganz klar Einschränkungen durch Pegida“, sagte der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemische Physik fester Stoffe, Liu Hao Tjeng. Vor Konferenzen, Besuchen oder in Bewerbungsgesprächen fragten ausländische Forscher, ob Dresden sicher sei.

          Auch der Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen, warnte: „Es gibt vereinzelt ausländische Wissenschaftler in Dresden, die sich wegen Pegida mit dem Gedanken tragen, ihre Verträge nicht zu verlängern.“ Wenigstens bei den Studienanfängern sei noch kein Effekt zu beobachten: Mit 18 Prozent stammten so viele Erstsemester wie noch nie aus dem Ausland.

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