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Rückkehr nach Syrien : Ein Flüchtling will in seine Heimat - und kann nicht

Eine Rückkehr ins Kriegsgebiet wird nicht unterstützt, heißt es beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bild: dpa

Ein syrischer Flüchtling will in seine Heimat zurückkehren - doch darauf ist das Asylsystem nicht vorbereitet. Helfen kann nur ein privates Flüchtlingsprojekt.

          Der Syrer Feras Aldwiri, geboren 1977, hat im Sommer 2015, nachdem seine Wohnung und sein Geschäft zerbombt worden waren, seine Heimat nahe Damaskus mit dem Ziel Deutschland verlassen. An seiner Seite: sein 2004 geborener ältester Sohn Talal. Seine Frau und die drei jüngeren Kinder blieben bei deren Bruder zurück, sie sollten aber schnellstmöglich aus dem Kriegsgebiet nachgeholt werden.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Über die Balkanroute und die Erstaufnahmestelle in Gießen gelangten Vater und Sohn ins hessische Friedrichsdorf. Sie haben sich dort, soweit man das als Außenstehender beurteilen kann, gut eingelebt. Der Vater lernt Deutsch, ehrenamtlich arbeitet er in einer Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge und andere Bedürftige. Nach Angaben seiner ehrenamtlichen Betreuerin Birgit Merklein fühlt sich auch der Sohn, der in der Schule mit Deutschlernen beschäftigt ist, gut integriert.

          Feras Aldwiri hoffte auf eine drei Jahre währende Aufenthaltsgenehmigung, die gegenwärtig Voraussetzung für einen Familiennachzug ist. Das schien realistisch wegen der zwischenzeitlichen Entscheidung der Bundesregierung, Syrer von der Einzelfallprüfung auszunehmen. Als im Dezember 2015 die Entscheidung rückgängig gemacht wurde, schwand Aldwiris Hoffnung. Das galt umso mehr, als seine syrischen Bekannten in Deutschland alle nur noch eine Aufenthaltsgenehmigung von einem Jahr bekamen: subsidiären Schutz. Ein Familiennachzug ist damit ausgeschlossen, aufgrund einer Entscheidung der Bundesregierung, die bis 2018 befristet ist.

          Hilft eine Petition?

          Derweil verschlechterte sich die Lage in Aldwiris Heimat. Sein Schwager wurde vom Militär zwangsrekrutiert, die Frau ist seither mit ihren drei Kindern weitgehend auf sich allein gestellt. Im September dieses Jahres bekam Merklein, die vor 15 Jahren im internationalen Bankgeschäft tätig war, die Ehrenmedaille der Stadt Friedrichsdorf für ihr Engagement verliehen. Auch Holger Bellino, der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, war zugegen und bot ihr danach in einem Brief seine Hilfe an. Als Aldwiris Fall akut wurde, meldete sich Merklein bei Bellino. Der vermittelte sie an die Wiesbadener Landtagsabgeordnete Astrid Wallmann, die CDU-Obfrau im Petitionsausschuss ist. Wallmann riet Merklein zur Petition, auch wenn das Asylrecht Sache des Bundes ist. Ende Oktober wurde die Petition eingereicht, sie bestand aus zwei Teilen.

          Erstens: Gibt es eine Möglichkeit, dass Aldwiri mit seinem Sohn doch eine dreijährige Anerkennung mit der Möglichkeit des Familiennachzugs bekommt? Merklein schrieb: „Neunzig Prozent der Syrer, die in den letzten Wochen auf Erhalt der dreijährigen Aufenthaltsgenehmigung geklagt haben, waren erfolgreich. Warum dieser zeitintensive und kostspielige Umweg?“ Zweitens bat Merklein für den Fall „einer völligen Aussichtslosigkeit“ des Bleibewunsches um eine finanzielle Unterstützung, „die die Kosten für den Rückflug und auch eine Überlebenshilfe für die Rückkehr in das Kriegsgebiet umfasst“. Denn für Aldwiri war klar, er würde seine Familie nicht mehr länger allein in Syrien lassen können.

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