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Veröffentlicht: 16.04.2016, 18:06 Uhr

Richtungsstreit AfD entzweit über Zusammenarbeit mit Front National

In der AfD gibt es Auseinandersetzungen darüber, ob die Partei mit dem französischen Front National zusammenarbeiten sollte. Alexander Gauland ist dafür, doch andere Spitzenpolitiker fürchten eine Verschiebung der Partei nach links.

© dpa Alexander Gauland würde mit dem Front National zusammengehen.

In der Alternative für Deutschland (AfD) gibt es einen Streit, ob die Partei mit dem französischen Front National (FN) zusammenarbeiten soll. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.). Während Parteivize Alexander Gauland sich für eine Zusammenarbeit mit dem FN ausspricht, sind der stellvertretende Parteichef Jörg Meuthen und die stellvertretende Parteichefin und Europaabgeordnete Beatrix von Storch strikt dagegen. „Eine enge Zusammenarbeit mit dem Front National lehne ich ab. Der Front National ist sozialistisch, wir sind liberal. Der Front National ist nationalistisch, wir sind patriotisch“, sagte von Storch der F.A.S.

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F.A.S. Mehr dazu in der Sonntagszeitung vom 17.04.2016. Am Vorabend schon in der F.A.S. -App und als E-Paper.

Gauland, der für den nationalkonservativen Flügel der Partei steht, sagte, früher habe der FN hypernationalistische und antisemitische Positionen vertreten. „Wenn das aber nicht mehr so ist, dann spricht nichts gegen eine Zusammenarbeit“, sagte Gauland. Unter der Parteichefin Marine Le Pen hatte der FN sich von seinen früheren antisemitischen Positionen distanziert. Gauland betonte, dass die AfD „auch die Partei des kleinen Mannes“ sein müsse. „Wir können uns nicht nur als konservativ-bürgerliche Partei etablieren“, sagte er. Sonst verliere die AfD die Arbeiterschaft und das Kleinbürgertum als Wähler.

Von Storch warnte jedoch vor einer Verschiebung der AfD nach links. Die AfD sei „eine wirtschaftsliberale Partei, weil der Markt auch den besten sozialen Ausgleich herstellt.“ Der Vorschlag in einem früheren Programmentwurf der AfD, die Arbeitslosenversicherung zu privatisieren, stamme nicht von ihr, sagte von Storch. „Aber ich habe grundsätzliche Sympathie dafür.“

Quelle: wahlrecht.de
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