Der Streit in der rheinland-pfälzischen CDU um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2006 geht weiter. Der Bundestagsabgeordnete Peter Rauen will nun gegen den Landesvorsitzenden Christoph Böhr antreten. Bislang war Böhr der einzige Bewerber. Die Parteimitglieder sollten zwischen zwei Kandidaten auswählen können, sagte Rauen.
Der Geschäftsführer des Bezirks Trier, Jürgen Jüttermann, sagte, Rauen habe am Dienstag abend auf einer Vorstandssitzung des Bezirks seine Kandidatur erklärt. Der Vorstand habe sich danach allerdings in einer geheimen Abstimmung mit 21 Stimmen für Böhr ausgesprochen. Für Rauen, den Vorsitzenden des Bezirks, stimmten elf Mitglieder.
Kritik an Böhrs Kandidatur
Die Parteimitglieder sollten zwischen zwei Kandidaten auswählen können, sagte Rauen dem Südwestrundfunk (SWR). Rauen sprach sich zudem für Mitgliederbefragung zur Kandidatur aus. Diese solle vor dem Sonderparteitag der Landes-CDU am 12. November stattfinden, auf dem der Herausforderer von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bestimmt werden soll.
Mehrere CDU-Landespolitiker hatten Böhr gedrängt, auf seine Kandidatur zu verzichten. Die Kritiker geben dem als blaß geltenden Landesvorsitzenden nur eine geringe Chance bei der Landtagswahl. Böhr hielt jedoch an seiner Kandidatur fest.
Am Dienstag hatte die als mögliche Gegenkandidatin gehandelte Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse bekanntgegeben, nicht in einer Kampfkandidatur gegen Böhr antreten zu wollen. Am Montag um Mitternacht war eine Frist abgelaufen, bis zu der sich Bewerber für die Spitzenkandidatur melden sollten.