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Rheinland-Pfalz „Formel-1-Rennen am Nürburgring nicht um jeden Preis“

18.07.2011 ·  Das Formel-1-Rennen am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring soll nach dem Willen der Grünen das letzte in dieser Legislaturperiode sein. Doch die Koalition in Rheinland-Pfalz ist sich uneins. Die SPD will weitere Verhandlungen mit Bernie Eccelstone.

Von Thomas Holl
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Das Formel-1-Rennen am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring wird nach dem Willen der Grünen womöglich das letzte in dieser Legislaturperiode sein. Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) sagte der Zeitung „Handelsblatt“: „Bis 2016 gibt es genau ein Formel-1-Rennen mit finanzieller Unterstützung des Landes - und das ist 2011. Punkt. Danach ist der Geldhahn für die Formel 1 zugedreht.“

Am 24. Juli wird auf der Rennstrecke der „Große Preis von Deutschland“ ausgetragen. Bisher fand am Nürburgring alle zwei Jahre im Wechsel mit dem badischen Hockenheim ein Formel-1-Rennen statt. Seit 2003 schießt das Land Steuergelder für die Rennen hinzu, die jedes Mal mit Millionenverlusten enden. Im laufenden Haushalt sind unter dem Titel „Strukturhilfe“ rund 13,5 Millionen Euro eingeplant. Seit 2003 sollen rund 55 Millionen Euro Steuergelder an die weitgehend landeseigene Nürburgring GmbH geflossen sein, um die Verluste aus den Rennen auszugleichen. Wie es heißt, hat die Nürburgring GmbH für jedes Rennen rund 20 Millionen Euro Fahrerfeldgebühr an das von dem Briten Bernie Ecclestone geleiteten Unternehmen Formula One Administration gezahlt.

„Das Land kann nicht immer weiter Geld nachschießen“

Die Defizite der Nürburgring GmbH führten zu dem Vorhaben der damaligen SPD-Alleinregierung von Ministerpräsident Kurt Beck, die Verluste mit Einnahmen aus einem Freizeit- und Kongresszentrum auszugleichen. Mit der gescheiterten privaten Finanzierung dieses mehr als 300 Millionen Euro teuren Projektes befasste sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, der zuständige Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) musste 2009 zurücktreten. In ihrem Koalitionsvertrag vereinbarten SPD und Grüne nach der Landtagswahl am 27. März, die Zuschüsse für die Rennen zurückzufahren. „Das Land kann nicht immer weiter Geld nachschießen. Der Deckel ist drauf, es geht künftig nichts mehr in den Nürburgring rein“, sagte Ministerin Lemke.

Die Verhandlungen mit Eccclestone führt das von Roger Lewentz (SPD) geführte Innenministerium, das auch für Infrastruktur und damit für den Nürburgring zuständig ist. Lewentz soll nach Informationen dieser Zeitung nicht erfreut darüber sein, dass seine Ministerkollegin jegliche Zuschüsse für künftige Rennen öffentlich ausgeschlossen hat, obwohl in der Koalitionsvereinbarung nur von einer Reduzierung die Rede ist.

In einer gemeinsamen Presseerklärung berufen sich nun beide Minister auf den Koalitionsvertrag und bestreiten, dass es unterschiedliche Interpretationen gebe. Gleichzeitig aber nahm Frau Lemke ihre Äußerungen im „Handelsblatt“ nicht zurück. Neben dem Formel-1-Rennen am kommenden Wochenende werde „absprachegemäß“ über ein weiteres Formel-1-Rennen in dieser Wahlperiode verhandelt. Die rot-grüne Koalition habe sich klar auf die Reduzierung der Förderung der Formel-1-Rennen verständigt. „Es wird keine Formel 1 um jeden Preis geben. Ob das Rennen am Wochenende das letzte sein wird, hängt damit maßgeblich von den Forderungen von Bernie Ecclestone ab“, sagte Frau Lemke.

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Jahrgang 1960, politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

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