Home
http://www.faz.net/-gpg-6ysfs
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Reform Pflegefall Pflege

 ·  Die drohende Pflegekatastrophe zeigt, dass der Staat von Voraussetzungen lebt, die er nicht zu sichern in der Lage ist. Aber auch die Gesellschaft braucht für ihre Lebensweise Kräfte, die sie selbst nicht bereitstellen kann.

Artikel Lesermeinungen (0)

Die Voraussage der grünen Gesundheitspolitikerin Steffens, es drohe eine Pflegekatastrophe, „von der wir alle betroffen sein werden“, ist eine Warnung für jedermann, auch für den, der weit und breit keinen Pflegefall in seinem Umfeld erkennen kann.

Der Beschluss des Bundeskabinetts dient der Stärkung der Pflege der Demenzkranken - und mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch deren Zahl in Dimensionen, in denen es mit hundert Euro mehr je Fall nicht getan ist, weil nicht ausreichend Kräfte da sind, die für bessere Bezahlung die nötige Mehrarbeit leisten könnten.

An der Pflegeproblematik könnte sich erweisen, dass nicht nur der Staat von Voraussetzungen lebt, die er nicht zu sichern in der Lage ist, sondern auch die Gesellschaft für ihre Lebensweise Kräfte braucht, die sie selbst nicht bereitstellen kann.

Familienpflege funktioniert eben nur in ausreichend großen Familien, die Pflege des Ehepartners nur in bestehenden Ehen. Dass die kommerziellen Pflegedienste (zu ihnen gehören in Wahrheit auch die sozialen) Konjunktur haben, löst die Probleme nicht, sondern vertagt sie nur für einige Zeit.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen