04.12.2011 · Gebetsmühlenartig haben linksradikale Gruppen vor den Neonazis gewarnt - und die Polizei jahrzehntelang herausgefordert. Nun beginnt die Aufklärung. Was kommt noch alles heraus?
Von Cornelia von WrangelMan greift sich an den Kopf. Da wird am 20. April, an Hitlers Geburtstag, ein Haus angezündet, in dem Ausländer leben, und bei keinem leuchtet die rote Lampe auf, dass hinter der Brandstiftung Täter mit rechtsextremer Gesinnung stehen könnten. So geschehen im Saarland. Geschichtsvergessen müssen solche Ermittler sein. Das ist das Mindeste.
Zehn Mal, darunter an zwei weiteren historisch einschlägigen „Jahrestagen“, hat es in den vergangenen fünf Jahren im saarländischen Völklingen, einer Hochburg der NPD, in Gebäuden mit türkischstämmigen, arabischen oder schwarzafrikanischen Bewohnern gebrannt. Zehn Mal wurden die Ermittlungen eingestellt. Aber auch zwischen diesen Brandstiftungen und dem rechtsterroristischen Trio aus Zwickau gibt es offenbar einen Zusammenhang. Man greift sich wieder an den Kopf. Welche Spur hat der Rechtsterror noch gezogen, was kommt noch alles heraus? Gerade mal ein Vierteljahr ist die letzte Brandstiftung in Völklingen her. Das ist auch nicht unbedingt beruhigend.
„Verschwinden soll die braune Brut, die unser Land zerstören tut!“ So lautet ein Antifa-Spruch, es ist einer der harmloseren Sorte. Keiner würde ihm widersprechen. Seit Jahrzehnten führen linke, linksradikale und autonome Gruppen ihren Kampf gegen „Nazis“ und „Faschos“. Viele konnten es schon nicht mehr hören, wie da gebetsmühlenartig vor den Neonazis gewarnt wurde. Und schon gar nicht die Militanz der extremen Antifaschisten, der Vermummten, ertragen. Sie fordert die Polizei und den Verfassungsschutz schließlich auch schon seit Jahrzehnten heraus. Das wird manchem dort auf den Wecker gehen. Aber jetzt geht es darum, aufzuklären, wie stark der Rechtsterrorismus in Deutschland ist und wohin seine Verästelungen reichen. Die Antifa wird es freuen.
So blind ist wohl keiner
Horst Günther (MarkTwain)
- 04.12.2011, 18:58 Uhr
Wollen Sie hier die linksradikalen Chaoten hofieren?
Marcel Meier (MarcelMeier)
- 04.12.2011, 13:49 Uhr
Titel eingeben
Martin Schuster (hceagle)
- 04.12.2011, 12:45 Uhr
Ein guter Beitrag
paul Ericsson (phase1)
- 04.12.2011, 12:11 Uhr
Antifa und Nazis
Holger Dorn (Holle_D)
- 04.12.2011, 12:07 Uhr
Cornelia von Wrangel Jahrgang 1951, redaktionelle Koordination der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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