04.12.2011 · Gebetsmühlenartig haben linksradikale Gruppen vor den Neonazis gewarnt - und die Polizei jahrzehntelang herausgefordert. Nun beginnt die Aufklärung. Was kommt noch alles heraus?
Von Cornelia von WrangelRichtlinien für Lesermeinungen
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Ich denke, dass von den Fahndungsbehörden keine Zusammenhänge
zwischen prekären Daten und durchgeführten Anschlägen
erkannt wurden, ist recht unwahrscheinlich.
Aber es hieß dann, es seien nur Einzeltäter, es gäbe
keine Hinweise auf terroristische Vernetzungen, der rechtsextreme
Hintergrund stände keineswegs fest.
Mit anderen Worten, man wollte es nicht wahrhaben, die Terrorzellen
vielleicht auch nicht über Gebühr aufwerten - was ja auch
sinnvoll sein kann. Über etwaige andere Motive mag ich garnicht nachdenken.
Nur - diese jetzt zur Schau gestellte Verwunderung verblüfft
allerdings. Hoffen wir, dass man es nun wirklich ernst nimmt. Dieses
braune Morden brauchen wir sowenig wie jedes andere.
'Danke' im übrigen an alle, die jetzt wieder postwendend an linken
und islamistischen Terror erinnern, womöglich hätten wir das
sonst vergessen!
Aber das - denke ich - haben wir mittlerweile ausreichend im Auge. Jetzt
ist es geboten, das Augenmerk auch auf andere Gruppierungen zu lenken.
Wollen Sie hier die linksradikalen Chaoten hofieren?
Rechts- sowie Linksextremisten müssen mit aller Härte des
Staates konfrontiert werden. Aber die Linken als die
"besseren" Extremisten zu stilisieren ist wohl kaum hilfreich!
Nehmen wir nur den DDR Stasi-Terror gegenüber der eigenen
Bevölkerung. Linke Chaoten blockieren mit Grünen und
Gutmenschen Castortransporte und gefährden den Schienenverkehr,
greifen Polizisten an und und und!
Jede Art von Extremisten muss vom Staat mit aller Härte
bekämpft werden. Den Islamterror nicht zu vergessen!
Glück auf!
von "unserem Land" hat bestimmt kein Linker gesprochen; schlechtes Zitat
Sicher, den Artikel muss man differenziert betrachten. Und einige wird
er provozieren. Gut so. Die Hinweise und Vorwürfe werden nicht
schlechter nur weil sie jahrelang von ganz links kamen. Der braune
Naziterror ist eine Schande für uns alle.
Viele haben sich weggeduckt und versuchen nun den linken mit dem rechten
Terror gleichzusetzen. Doch diese Rechnung geht nicht auf. Jedes Problem
muss einzeln betrachtet werden. Die FAZ tut gut daran das nicht
außer Acht zu lassen!
Wer jetzt ohne jede Empathie auf die Opfer schaut und die alte Suppe
rechts/links aufwärmen will hat nichts verstanden. Meine Achtung
der FAZ für die Ausgewogenheit der letzten Tage bei diesem Thema.
Ich verabscheue beide! Egal ob linke od. rechte Brut, Staat und
Gesellschaft müssen Flagge zeigen u. mit ganzer Härte gegen
das Gesochse vorgehen!
Nicht verwunderlich, daß die öffent. Aufmerksamkeit sich auf
Links konzentriert hat - die Nazis halten keine Maikrawalle ab u. haben
auch keine Verfassungsfeinde im Bundesparlament sitzen (einige der Linken-Abgeordneten).
Was kann die Gesellschaft tun: Zivilcourage zeigen, freie
Meinungsäußerung u. Streitkultur pflegen, Integration von
integr.swilligen Ausländern fördern, Leistungsbereitschaft von
Jugendlichen fördern u. Chancen anbieten. Die politische
Korrektheit verbannen.
Das sollte verhindern, daß sich Rechts- oder Linksextremismus zum
Sumpf auswachsen.
Und der Staat bzw. die Politik? - Polizei und Verfassungsschutz
bestmöglich den Rücken freihalten und dort Härte zeigen
wo notwendig. Genau hinschauen. Die wahren Probleme bekämpfen:
Perspektivlosigkeit im Osten und fehlgeleitete Integration von Ausländern.
Wer so argumentiert, ignoriert die Gefahr des rechten Terrors für das bürgerlich-demokratische Regime schlechthin. Und:Auch wenn die Revolutionäre Linke sich dieses bürgerliche Regime aufs Korn nimmt,dann im Interesse und nicht zulasten der Demokratie. Das genau ist der diesbezügliche (definitiv aber nicht erschöpfende) Unterschied zwischen linker und rechter Kritik am demokratischen Regime. Der Linken geht die Demokratie unter bürgerlicher Herrschaft nicht weit genug, der Rechten geht sie zu weit. Darüberhinaus soll wohl ignoriert werden, dass der aktuelle „rechte Terror“ im Verdacht steht, von Teilen der Sicherheitsorgane gesteuert zu sein. Es sich also mitnichten um „astreinen“ rechten Terror handelt. Teile der Geheimdienste des bürgerlichen Regimes zündeln selber an diesem Regime. Was den Rechten sehr wohl nützt und natürlich und gerade diesbezüglich die Vorbehalte der Linken (der Antifa) an den Sicherheitsorganen des bürgerlichen Regimes bestätigt. Wahrlich ein trauriger Triumph.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.12.2011 12:38 UhrÜber die Vereinbarkeit von Demokratie und Sozialismus
@Schramm: Sie sollten Marx lesen, der über den Unterschied zwischen der bürgerlichen und proletarischen Demokratie u.a. folgendes schrieb: „Statt einmal in drei oder sechs Jahren zu entscheiden, welches Mitglied der herrschenden Klasse das Volk im Parlament ver- und zertreten soll, sollte das allgemeine Stimmrecht dem in Kommunen konstituierten Volk dienen, wie das individuelle Stimmrecht jedem andern Arbeitgeber dazu dient, Arbeiter, Aufseher und Buchhalter in seinem Geschäft auszusuchen.“ (Der Bürgerkrieg in Frankreich, MEW Bd. 17, S. 340, zit. nach Lenin „Staat und Revolution“). Am Beispiel der Pariser Kommune, auf das Marx hier abhebt, führt er vor, wie die sozialistische Revolution, ihrem Charakter nach, will heißen: als proletarische Bewegung gegen das Kapital, mit Demokratie nicht nur vereinbar ist, sondern diese geradezu voraussetzt. Nur sind Revolutionen „kein Deckchenstricken“, wie nicht nur Mao Tse Tung hervorhob, sondern wie das Kapital selber immer wieder bewies.
Der war gut, Herr Binsack
„Der Linken geht die Demokratie unter bürgerlicher Herrschaft
nicht weit genug“
Köstlich.
Deshalb streben die roten Sozialisten nach der Radikaldemokratie, wie
sie von Stalin, Mao und Pol-Pot verwirklicht wurde.
Das erschreckende an den ganzen Diskussionen ist, daß in allen
Extremistenszenen die Gemeindienste ihre Netze gesponnen haben, ohne
daß wirkliche Erkenntnisse dem Treiben ein Ende gesetzt
hätten. Jedes Jahr linke, rechte, religiöse Gewaltexzesse
gegen Menschen und Sachen. Jedes Jahr massenhaft brennende Autos,
1.Mai-Barrikaden und Brandstiftungen. Und immer die
Verfassungsschützer im Hintergrund? Herr Buback sucht noch heute
den RAF-Mörder(in) seines Vaters und 10 Ausländer wurden seit
1998 gemeuchelt und keiner hat was gesehen? Nur die Gerüchte
wuchern und jede Woche kommen neue dazu.
Wir wollen Aufklärung mit Fakten und keinen undefinierbaren Eintopf
aus der Gerüchteküche.
Die Rechtsextremen wurden und werden nicht als echte Gefahr
für diese Gesellschaft empfunden (pfui zwar, aber was sollen diese Dumpfbacken schon groß ausrichten. Spielen wir [= Verfassungsschützer] doch ein bißchen Räuber und Gendarm mit ihnen). Dafür umso mehr die Linksextremen und ihre Milieus. Siehe die Sarrazin-Debatte.
Wenn die "rechte Szene" angeblich so gewalttätig ist, hätten deren linke Gegner doch leichtes Spiel
Einfach deren Gewalttaten plakatieren – und die Rechten sind
blamiert.
Nur war dem eben nicht so. In Ermangelung von tatsächlicher
„Rechter Gewalt“ ™ haben die eine Fälschung nach
der anderen lanciert, das Abfackeln von georgischen Irakern, angebl.
Überfall im Teufelstal, Hakenkreuz- Mannichl- und andere lustige
Ritzungen.
Und die Liste mit den angebl. 180 Todesopfern ist so dämlich und
verlogen, dass man sich fragt wie ein gesunder Mensch die überhaupt
noch ernst nehmen kann.
Und selbst in der NSU-Sache ist noch längst nicht alles so klar wie
medial suggeriert. Wenn die Polizei das Aufspüren von 1997
hergestellten perversen Monopoly-Spielen als Fahndungserfolg
herausstellt, dann scheint es weitere Beweismittel nicht zu geben.
Als vor 3 Jahren angeblich der Schlangennazi von der NPD das Mannichl
gemeuchelt hat, da war ja auch „alles klar“. Ein Jahr
später musste Oberstaatsanwalt Walch entnervt zugeben, dass
Mannichls „Aussageverhalten nicht widerspruchsfrei ist“.
Lieber Herr Andreas Bauer
Was, bitteschön, wollen Sie denn von Klier bewiesen haben?
Dass die Polizei das Auffinden eines perversen Monopoly aus dem Jahr
1997 als Fahndungserfolg vermeldet, können Sie in der FAZ nachlesen.
Welche darüber hinausgehenden Beweise wollen Sie noch?
Aber wenn wir von Beweisen reden, würde einen interessieren welche
Beweise für die zurzeit in die Welt gestreuten wilden Behauptungen
vorliegen. Würden Sie die aus dem vollständig (Bilder finden
Sie im Netz zuhauf) verbrannten Haus "geborgenen" DVDs und
Tatvorbereitungsskizzen als Beweis werten?
Oder das perverse Monopoly?
Oder die in allen möglichen Briefkästen angeblich
vorgefundenen "Bekennervideos", in denen sich nicht mal
ansatzweise ein Bekenntnis findet?
Oder welche Beweise liegen überhaupt vor, die diesen Polit- und
Medienrummel rechtfertigen?
Und wenn die angebl. Täter DVDs in die halbe Welt geschickt haben
solle, warum haben die vorher das Wohnmobil und das Haus in Brand
gesteckt? Um Beweise zu vernichten?
Passt nicht!
Beweise?
Haben Sie auch irgendwelche Beweise für Ihre Aussagen oder werfen Sie die einfach nur mal so in den Raum?
Missbrauch von "Geschichte" als Keule im Tageskampf
Lassen wir mal die Toten der Geschichte in Ruhe. Es ist zu schäbig,
sie als Argumente gegen den politischen Gegner aus den Gräbern zu
zerren - egal ob gegen linksextreme oder rechtsextreme Gegner.
Politik sollte ein Diskussionfeld über unsere Gegenwart und Zukunft
sein. Was wollen wir?
Die Liste der traurigen Rekorde
Ja es gibt viele traurige Rekorde. Es gab seit der Wende 1989 in den letzten 22 Jahren etwa 150 rechtsextreme Gewalttaten mit Todesfolge und/oder Morde. Im Schnitt 7 Todesfälle pro Jahr. Ebenso gab es ab 2009 auch einen anderen traurigen Rekord. Seitdem überflügelt die linksextreme Gewalt diejenige von Rechtsextremen, z.B. 2009 erstmals mit 1115 zu 891 Gewaltdelikten, darunter 7 versuchte Tötungsdelikte durch Linke (Quelle: Wikipedia).
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.12.2011 12:14 UhrUnd das fällt Ihnen zu diesem Artikel ein?
Bleiben Sie doch beim Thema und rechnen Sie nicht Straftaten gegeneinander auf. Dieser ewige Vergleich macht weder das Eine besser, noch das Andere weniger schlimm. Es geht um die Aufarbeitung dieser rechten Mörder, nicht um Statistik.
Auch wenn ich mich am Begriff des "Terrorismuses" den Sie
benutzen, da über Jahre die Aussenwirkung fehlte stimme ich ihrem
Artikel doch weitgehend zu. Es muss aufgeklärt werden, in wiefern
die Nachrichtendienste und die, die sie kontrollieren sollten.
Schlimm gneug, dass die Linksextremen sich freuen. Das darf aber nicht
dazu führen, dass weiterhin die Augen verschlossen werden davor,
dass die linksextreme Gewalt unter dem Deckmantel des Antifaschismus mit
unschöner Regelmässigkeit zu Ausschreitungen, Sachschäden
und Verletzten Polizisten führt.
Jede Form von Gewalttâter sollte konsequent verfolgt werden, sei
es Gewalt aus rein kriminellen, sei es aus sogenannten politischen
Grunden wie Antifa, rechts- oder linksextrem, zionistisch,
fundamentalistisch-islamisch oder andere....
Die angestrebte Datenbank sollte alle diese Verbrecher umfassen.
Wie der Herr, so das Gescherr oder das Schweigen beredte des Joachim Gauck
Da gucken die Innenminister bedröppelt aus der Wäsche, wenn
sich herausstellt, dass all ihre Sicherheitsapparate genauso borniert
sind wie ihre Propaganda. Also sie, die Politiker, müssen sich ja
wider besseres Wissen das rechte Auge "mit Gewalt" (nun ja)
zuhalten, um ihren bürgerlichen Wählern nicht die Laune zu
verderben -- all diesen braven Biedermänner, die sich nun einmal
viel lieber vor "linken Chaoten" fürchten als vor Nazis
und es einem übel nähmen, wenn man sie aufklären wollte.
.
Aber warum mussten Polizei und Verfassungsschutz diesen einseitig
bornierten Blick unbedingt übernehmen? Wo sie doch gar nicht
gewählt werden, sondern vom CDU- (oder SPD-)Ministerium eingesetzt?
.
Charakteristisch auch das Schweigen von Joachim Gauck:
Zu den Occupy-Demonstranten hatte der Pfarrer eine Meinung, zu den
ostdeutschen Staatsschützern nicht.
"was kommt noch alles heraus?"
tja, da darf man wirklich gespannt sein.
nach dem rechtsradikalen brettspiel haelt man inzwischen alles fuer moeglich.--
-- "geschichtsvergessen muessen solche ermittler sein." ??
mir sind geschichtsvergessene ermittler allemal lieber als geschichtsbewusste.
ermittler mit dem richtigen bewusstsein wuenscht sich wohl ernsthaft
kein mensch zurueck?
Cornelia von Wrangel Jahrgang 1951, redaktionelle Koordination der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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