18.11.2011 · Löcknitz liegt an der deutsch-polnischen Grenze. Löcknitz ist jung. Löcknitz hat Zuwanderung. Löcknitz hat Perspektiven. Doch die NPD ist hier so stark wie kaum woanders.
Von Frank PergandeRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Vielleicht ist die Erklärung für "Löcknitz" auch einfacher...
... wenn man gelegentlich durch Mecklenburg über Land fährt,
erhält man einen prägenden Eindruck von der dort
weitverbreiteten Mentalität: engstirnig, abweisend, frustiert seit
3 Generationen. Und da kommen Rattenfänger wir NPD (14%
Simmenanteil in Löcknitz) oder PDS (40%) gerade recht. Sie geben
den Ewiggestrigen die Rechtfertigung, daß früher (vor '89
oder eben vor '45) eben alles besser war und der "Fremde" das
Böse an sich ist.
.
Und das ist alles Mehrheitsfähig: gerade wurde mit ein paar
Millionen von EU und Landesregierung in Alt-Schwerin (da wo Honnecker
einst sein Jagdrevier hatte) das Agrarhistorische Museum neu
eröffnet. Die alte DDR-Ausstellung "Landwirtschaft in der
DDR" blieb unverändert: so können auch heute noch
Zwangskollektivierung und Enteignungen verherrlicht werden...
Sie schreiben gleich in der Zusammenfassung nach der Überschrift:
"Löcknitz ist jung. Löcknitz hat Zuwanderung.
Löcknitz hat Perspektiven."
Es soll durch diesen Dreiklang des Guten ein Kontrast zu nachfolgenden
Bösen geschaffen werden. Doch: Woher wissen Sie, dass
"Zuwanderung" so erfreulich ist wie Jugend oder
Zukunftsaussichten? Wurden Sie schon einmal in der U-Bahn durch mehrere
Zuwanderer "bereichert"? Ich schon. Und ich kann Ihnen sagen,
dass diese Erfahrung meine naiven Vorurteile, die großteils durch
die Medien und Politiker verbreitet werden, aufgebrochen hat. Aufgrund
von Erfahrung urteile ich nun anders, nicht verallgemeinert, jedoch
anders. Realistischer.
Der Unterschied ist das die Polen sich als "Opfer"volk und
Siegernation sehen. Wir dagegen sind ein Tätervolk und haben
habenewuge Schuld auf uns geladen. Nicht umsonst wurde der §130
installiert damit da auch keiner dran rüttelt. Wir haben eine
polnische Frau im bekanntenkreis. Für die ist ganz klar das der
deutsche an den Kriegen alleine Schuld ist und Polen wie ein kleines
unschuldiges Lamm überfallen wurde.
Wie wollen Sie da einen gesunden Nationalstolz erwarten?
Jaja,
"Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn
nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte."
Rydz-Smigly, Generalinspekteur der polnischen Armee in einem
öffentlichen Vortrag vor polnischen Offizieren, Sommer 1939
Wo haben
Sie Ihre Geschichtskenntnisse her? Von "Modern Talking meets
History" Prof..G Knopp? Polen hat schon im März 39 Mobil gemacht.
Polen hat diesen Krieg gewollt um den alten Traum der Weltmacht ein
wenig näher zu kommen.
"Wir sind uns bewusst, daß der Krieg zwischen Polen und
Deutschland nicht vermieden werden kann. Wir müssen uns
systematisch und energisch für diesen Krieg vorbereiten. Die
heutige Generation wird sehen, daß ein neuer Sieg bei Grunwald in
die Seiten der Geschichte eingeschrieben wird. Aber wir werden dieses
Grunwald in den Vorstädten von Berlin schlagen. Unser Ideal ist,
Polen mit Grenzen an der Oder im Westen und der Neiße in der
Lausitz abzurunden und Preußen vom Pregel bis zur Spree
einzuverleiben. In diesem Krieg werden keine Gefangenen genommen, es
wird kein Platz für humanitäre Gefühle sein."
Das zensierte und der polnischen Militärdiktatur nahestehende Blatt
Mosarstwowiecz 1930, also noch drei Jahre vor Hitlers Machtergreifung:
Geschichtskenntnisse sind nötig,
Würden Sie bitte "den Kriegen" eindeutig benennen? Am 2.
Weltkrieg sind/waren unsere Vorfahren eben wirklich alleine schuld. Dass
Polen mobilmachte, ist normal, weil jeder, der sehen wollte, wusste,
dass Hitler Polen überfallen würde.
um Ignoranz zu verhindern. Das Wissen, dass unsere Vorfahren den 2.
Weltkrieg anfingen, widerspricht gesundem Nationalstolz nicht, wobei man
erstmal definieren muss, was das ist. Ich weiß keine Definition
dafür, nur dass Überlegenheitsgefühl gegenüber
anderen nicht dazu gehört, weil das zu leicht zum Missbrauch führt.
Bis zur Vertreibung der Deutschen waren die Polen das unschuldige
"Lamm". Danach waren sie eben auch Täter.
Was die ewige Schuld angeht. Ich fühle mich dabei an das Bibelwort,
dass sich die Schuld der Eltern bis in fünfte Generation danach
fortsetzt, erinnert. Wahrscheinlich wusste der Autor, worüber er
schreibt.
Was hat der Artikel denn mit Nationalstolz zu tun??
An keiner Stelle mußte ich beim Lesen an den 2. Weltkrieg, deutschen oder polnischen Nationalstolz oder sonstwas denken.
Wobei noch anzumerken wäre...
...daß es so etwas wie Nationalstolz im vereinten Europa eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. . Wie weit wir davon noch entfernt sind zeigen unter anderem die neuesten Angstbeißereien aus Dublin und London. Und anderswo jenseits der deutschen Grenzen sieht es diesbezüglich kein bißchen besser aus. . In einem solchen Umfeld kann ein wahrer Europäer nicht überleben.
Im Bundestag gibt es im Moment drei sozialdemokratische Parteien (SPD, CDU, CSU), eine champagnersozialistische (GRÜNE), eine richtungslose (FDP) und eine, die Fidel Castro zu seinen Heldentaten gratuliert (LINKE). Welcher Partei soll sich jemand zuwenden, der Ordnung befürwortet und weitere Zuwanderung ablehnt? Die meistern werden Nichtwähler, aber einige suchen sich eine Partei weiter rechts. Je mehr die Politiker in Berlin als handlungsunfähig und populistisch gesehen werden, desto mehr wächst der Wunsch nach jemandem, der handelt und eine klare Linie fährt, auch wenn diese in die Irre führt.
"Und am Niederrhein gebe es doch die deutsch-holländische Grenze. Das sei doch nicht anders als die deutsch-polnische" Genau dies ist eben nicht der Fall und wird nie der Fall sein. Wenn Städte wie Düsseldorf nach dem Krieg Holland zugeschlagen worden wären, die Einwohner ermordet oder vertrieben und neue holländische Siedlerr dort leben würden - nichts anderes ist an der Ostgrenze passiert - würde die Situation an der neuen deutschen Westgrenze auch nicht anders sein als in Löcknitz. Es ist eine wichtige Aufgabe, das Verständnis hierfür auch bei den Polen zu schärfen, die in ihren Schulen immer noch lernen, hier seien "urpolnische" Gebiete rechtmäßig zu Polen "zurück gekehrt". Solange die Oder-Neiße-Grenze besteht, bleibt sie eine offene Wunde im Verhältnis beider Völker, besonders auf bundesdeutscher Seite der Grenze. Ein Abfahren dieser Demarkationslinie öffnet die Augen hinsichtlich der ganzen Absurdität und Monstrosität diese Stalinschen Hinterlassenschaft.
Ich habe sehr viel mit Polen zu tun gehabt. Ich selber kann wirklich
viel Gutes zu den Menschen aus Deutschlands Nachbarland sagen. Auch hier
in meiner neuen heimat freue ich mich, wenn ich welche treffe.
Die Deutschen können sich dicke Scheiben von der Einstellung der
Polen für ihr Land abschneiden.
Sehe ich viele BRD-Deutsche (mit ihrem hysterischen Verhalten gegen
alles, was "Vaterland" ist), bekenne ich, dass mir die Polen
mittlerweile lieber sind. Auch wenn das Viele hier nicht gerne lesen moegen.
User @Gretky/@Wruck
Letztlich beurteile ich es so, dass eben dieser pathologische Selbsthass
auch von "Otto Normalverbraucher" (Sie glauben gar nicht, was
ich alles erlebt habe mit "ganz normalen Deutschen", zum
Beispiel 2007, als meine ebenfalls nichtdeutsche Frau angemacht wurde,
von "echten" Deutschen, weil sie eine Deutschlandfahne vorm
haus hisste, so wie es meine Kinder jetzt mit der kanadischen tun, was
in CA normaler als normal ist), weil sie dachte, sie tut damit etwas
gutes. Sie wurde in die Naehe von Nazis gebracht, wirklich!!, und das
waren ca 40 Jahre alte bieder aussehende Deutsche.
Wir sind jetzt zu 75% in CA, zu 25% in der BRD.
Mit grösserem Abstand zwischen den Reisen fällt mir jedes mal
auf, dass es in der BRD immer verrückter wird mit dem Selbsthass.
Polen ist anders. Daher wird Polen NIEMALS so von unfreundlichen
Kulturen in Beschlag genommen werden wie BRD.
Die Deutschen selber sind die Ursache dafür, Politker/Wirtschaft
nur Ausdruck.
Ich begreife dieses Volk nicht mehr.
Anerkennung, Hiep Van Tran
Meine Anerkennung für Ihr tapferes Eintreten für Ihr neues und unser altes Vaterland, mit dem Sie viele Deutsche beschämen. Ich hoffe auf weitere sympathische Beiträge von Ihnen, die vielleicht einige Deutsche, die Ihr eigenes Denkvermögen noch nicht gänzlich dem quasi amtlichen deutschen Staatsmasochismus (Jon Gretzky) zum Opfer dargebracht haben, dazu bewegen, ihre eigene Vaterlandsvergessenheit bzw. völlige Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal ihres eigenen Landes zumindest zu überdenken. Ihnen, lieber Herr Van Tran, nimmt man bei Ihrer Bemühung um das Land, das uns so viel zu bieten hat - nämlich Deutschland, die absolute Redlichkeit vielleicht eher ab als anderen Deutschen.
Herr van Tran,
sie haben völlig Recht: die Deutschen könnten sich eine
Scheibe von der Einstellung der Polen gegenüber ihrem Land
abschneiden... und sie sollten es auch.
.
Das Problem dabei ist simpel: sie dürfen es nicht.
.
Dieser Artikel ist das beste Beispiel für das was geschieht, wenn
sie es tun. Und ihre Beobachtung (Deutsche mit einem pathologischen
Verhältnis zu ihrem Paß) ist das sichtbare Ergebnis von
mittlerweile 3 Generationen langem Gesinnungsterror, Staatsmasochismus
und Gehirnwäsche.
.
Man hat die Axt in der Tat sehr gründlich an die deutschen Wurzeln gelegt.
Frank Pergande Jahrgang 1958, politischer Korrespondent für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Schwerin.
Jüngste Beiträge