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Rechtsextremismus : Verfassungsschutz zählt 12.600 Reichsbürger in Deutschland

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Gefährliche Bewegung: „Reichsbürger“ im Visier von Polizei und Verfasssungsschutz. Bild: dpa

Die Szene der „Reichsbürger“ ist größer als bisher angenommen. Der Bundesverfassungsschutz hat neue Zahlen und Erkenntnisse vorgelegt. Vor allem ein besonderes Merkmal der Bewegung besorgt die Sicherheitsbehörden.

          Die sogenannten Reichsbürger haben in Deutschland mehr Anhänger als bisher bekannt. Der Szene würden derzeit 12.600 Menschen zugerechnet, erklärte der Bundesverfassungsschutz am Montag. Bei etwa 700 von ihnen handele es sich um Rechtsextremisten. Bislang waren die Verfassungsschutzbehörden in Bund und Ländern von etwa 10.000 Reichsbürgern ausgegangen.

          Die Anhänger der Bewegung lehnen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Rechtsordnung strikt ab. Einige von ihnen sind der Ansicht, dass das Deutsche Reich in alten Grenzen noch immer bestehe. Die Reichsbürger zogen vergangenes Jahr Aufmerksamkeit auf sich, als ein Polizist in der Nähe von Nürnberg von einem Anhänger der Szene erschossen wurde.

          Der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, warnte vor der Bewegung. „Sorge bereitet uns, dass Reichsbürger häufig gewaltorientiert sind und eine hohe Affinität zu Waffen aufweisen“, erklärte er. „Gewalttätige Aktivitäten haben im letzten Jahr deutlich zugenommen und richten sich vor allem gegen Vollzugsbeamte.“ Ein besonderes Augenmerk liege auf den mehr als 700 Anhängern der Bewegung, die eine Waffen-Erlaubnis besäßen. „Hier wirken wir zusammen mit den Ländern auf einen Entzug hin.“

          Der Bundesverfassungsschutz beobachtet die Reichsbürger seit November, vorher stand die Bewegung lediglich bei einigen Landesämtern auf der Beobachtungsliste. Derzeit gebe es systematische Erhebungen zu den sogenannten Reichsbürgern, erklärte der Inlandsgeheimdienst. „Aufgrund von Nachmeldungen kann es zu einem weiteren Anstieg der Zahl der Reichsbürger kommen.“

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