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Rechter Verleger : Kubitschek gibt bewusste Täuschung zu

Täuscher: Götz Kubitschek Bild: AP

Vergangene Woche hatte der Verleger Götz Kubitschek angekündigt, seinen Verlag verkauft zu haben. In einem Internetbeitrag schreibt er nun, das Geschäft habe es nie gegeben.

          Der neurechte Verleger Götz Kubitschek hat seinen „Antaios“-Verlag nicht verkauft und wird in Zukunft auch nicht als Politikberater tätig sein. Das erklärte Kubitschek am Montag auf seiner Internetseite. In der vergangenen Woche hatte Kubitschek in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Zeitung „Die Welt“ noch das Gegenteil behauptet. Er hatte gesagt, er habe den „Antaios“-Verlag an den „Loci“-Verlag verkauft und erläutert, dass seine Frau Ellen Kositza die Programmleitung von „Antaios“ weiterführen werde. Zudem hatte er erklärt, in der Vergangenheit regelmäßig AfD-Politiker beraten zu haben und dies in Zukunft nun im Hauptberuf tun zu wollen. Er hatte davon gesprochen, einen nicht näher genannten AfD-Landesverband und einen Kreis von CDU-Mandatsträgern als Klienten gewonnen zu haben. Bei den CDU-Mandatsträgern sollte es sich um Abgeordnete aus dem Bundestag und zwei Landtagen handeln.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik.

          „Ich habe heute nun den entscheidenden Beratervertrag unterschrieben, ich komme eben von diesem Treffen“, schrieb Kubitschek unter anderem in einer E-Mail am 5. Oktober. Er sagte, zu den Beratungsleistungen sollten „persönliche Treffen, Telefonate, Skizzen und Ausarbeitungen, Lektüre und Überarbeitung“ gehören – „mal in Berlin, mal in Schnellroda, mal in Dresden“. Den Namen des angeblichen Käufers, dessen Internetseite später Rückschlüsse auf eine Irreführung zuließ, wollte Kubitschek zu diesem Zeitpunkt noch nicht nennen. Die CDU-Fraktionen im Bundestag, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten den Behauptungen Kubitscheks auf Anfrage der F.A.Z. widersprochen.

          Vor dem Hintergrund von Kubitscheks Einfluss auf die Weltanschauung der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ hätte eine Beratung durch ihn die Frage aufgeworfen, wie nah die beteiligten Politiker dem Rechtsextremismus stehen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sammelt derzeit Material der Landesämter über Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen innerhalb der AfD.

          Wie Kubitschek nun erklärte, soll es sich bei seinen Aussagen jedoch um eine bewusste Täuschung der Medien gehandelt haben. Auf seiner Internetseite schrieb Kubitschek am Montag: „Die CDU beraten? Die AfD? Gott bewahre!“ Und: „Natürlich sind Kositza und ich auch weiterhin die Besitzer unseres Verlags, und natürlich werden wir weiterhin diesen Verlag führen und sein Programm gestalten“.

          An gleicher Stelle behauptet Kubitschek, am Wochenende in Frankfurt von drei kapuzentragenden Angreifern verletzt worden zu sein. Der Angriff soll sich ereignet haben, als Kubitschek eine Pizzeria im Stadtteil Sachsenhausen besuchte. Es habe sich eher um eine „spontane Aktion“ gehandelt. „Wir sind über diesen Angriff nicht empört“, schrieb Kubitschek, denn es sei abzusehen gewesen, dass „so etwas über kurz oder lang passieren würde“. Die Polizei bestätigte Ermittlungen des Staatsschutzes.

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